Blaise Pascal war Prophet unserer Unterhaltungsgesellschaft

Die Menschen sollten wieder mehr auf Naturwissenschaftler hören. Und zwar nicht auf diejenigen, die versuchen durch Wissenschaft ihre moralischen Schwächen zu übertünchen (wie es alle machen, die nicht an einen Gott glauben), sondern auf diejenigen, die Gott fürchten. Deswegen bin ich auch stark dafür, dass man in der Schule nicht nur Bücher über Galilei oder Pascal liest, sondern Bücher VON diesen Wissenschaftlern, die die Welt neu erklärten. Beide waren Christen und zeugten von Gottes Schöpfung allein durch ihren Verstand. Pascal schrieb so viel über philosophische Wissenschaft, dass sie die Propyläen zum christlichen Weltbild darstellen.

Er war auch irgendwie Prophet, denn er sagte voraus, was wir heute in unserer Gesellschaft erleben: Spaß- und Unterhaltungsindustrie, Vergnügen und Hauptsache Saufen. Er sagte:

“Da die Menschen nicht Tod, Elend und Unwissenheit heilen konnten, werden sie, um sich glücklich zu machen, auf den Einfall kommen, nicht daran zu denken.”

Wie treffend von ihm formuliert. Der Mensch sucht heute so viel Zerstreuung und Unterhaltung, dass er bloß nicht auf den Gedanken kommt, über sich selbst nachzudenken. Das könnte zu Nachdenklichkeit führen. Die ist ja gleichbedeutend mit Depression. Weiter meinte er:

“Der Tod ist leichter zu ertragen, wenn man nicht an ihn denkt, als der Gedanke an den Tod, wenn man außer Gefahr ist.”

Klar, niemand denkt gerne an den Tod. Doch sagt Pascal: Das Problem dabei ist, dass jedem Leben ein Tod folgt und keiner sich davon ausnehmen kann. Nur was ist das Problem von unserer Zerstreuung, die Unterhaltung, die wir suchen? Warum ist das keine Lösung? Hier seine Antwort:

“Die Unterhaltung und der Spaß kommen anderswoher und von außen; und deshalb sind sie abhängig und allenthalben dem Umstand unterworfen, von tausend Zufällen gestört zu werden, die zu unabwendbaren Leiden führen.”

Was ist das Problem unserer heutigen Jugendkultur? Sie vergnügen sich, lenken sich von dem echten Leben ab, das noch Kriege kämpfte, willig gelitten hat und wo das Thema Leid und Tod noch zu dem Alltag gehörte. Doch ihre Lösung besteht darin, dieses Thema nur für das Ende ihres Lebens aufzuheben und die Ablenkung in Dingen zu suchen, die sie selbst nicht beeinflussen können. Dies führt unweigerlich zu Leid. Und dann – am Ende deines Lebens – ist es meistens zu spät, sich genügend, tiefgehend und lebensrettend Gedanken darum zu machen. Das ist sehr treffend für unsere Zeit.

Hebst du dir den Gedanken an den Tod für das Ende deines Lebens auf? Dann lass dir eins gesagt sein: Es ist besser, in deiner Jugend daran zu denken, wenn du noch ganze Gehirnkraft hast.

So freue dich, Jüngling, in deiner Jugend und lass dein Herz guter Dinge sein in deinen jungen Tagen. Tu, was dein Herz gelüstet und deinen Augen gefällt; aber wisse, dass dich Gott um das alles vor Gericht ziehen wird.

Prediger 11,9

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