Deine Menschenbrüder sind verloren.

Mein Freund A. G. Brown erzählt folgenden Vorfall. Vor einiger Zeit wurde im Osten Londons, in der Nähe vom Viktoria-Park, ein tiefer Kanal gegraben. Die Seitenwände waren wohl nicht genügend abgesteift, denn plötzlich gab es einen Erdrutsch und eine Anzahl Männer, die unten arbeiteten, wurden verschüttet. Nun gab es natürlich eine große Erregung und Bewegung und man ging unverzüglich daran, die herabgefallenen Erdmassen wegzuschaffen und die Verschütteten zu retten. Und während rüstig gearbeitet wurde, stand da oben ein Mann und verfolgte mit seinem Blick die Befreier. Da kam eine Frau zu ihm herangetreten, legte ihre Hand auf seine Schulter und sagte: “Bill, dein Bruder ist mit verschüttet!” O, da hättet ihr die plötzliche Veränderung sehen solle! Den Rock abwerfen, die Hemdärmel zurückschlagen, hinunterspringen, einen Spaten ergreifen und anfangen zu schaufeln, war das Werk eines Augenblicks! Und er arbeitete, als ob er die Kraft von zehn Männern in seinen Armen hätte. O, unter den Massen der Armen, Versunkenen und Verlornen befindet sich – dein Bruder! Ihr mögt eure Arme übereinanderschlagen und sagen: “Soll ich meines Bruders Hüter sein?” Gewiss. Wir haben kein Recht, uns zurückzuhalten, denn wir können unsre Verantwortlichkeit nicht abschütteln. Da liegen unsre Brüder und wir werden Rechenschaft geben müssen.

C. H. Spurgeon

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