Der Journalist Daniel Böcking ist ein seltener Fall in der Medienlandschaft: Der stellvertretende Chefredakteur von Bild.de bekennt sich öffentlich zum christlichen Glauben.

Der Journalist Daniel Böcking ist ein seltener Fall in der Medienlandschaft: Der stellvertretende Chefredakteur von Bild.de bekennt sich öffentlich zum christlichen Glauben, den er erst vor gut drei Jahren völlig neu für sich entdeckt hat. Im Interview erzählt er davon, wie sich sein Leben in den vergangenen Jahren verändert hat.

Herr Böcking, die Osterfeiertage liegen gerade hinter uns – was bedeutet Ostern für Sie?
 
Für mich ist Ostern die größte Entdeckung meines Lebens. Ich verknüpfe damit die komplette Jesus-Geschichte, die ganz lange keinen Wert für mich hatte. Es gab irgendwo einen Gott. Aber ich hatte keine Ahnung, wer das genau war. Inzwischen hat die Rolle von Jesus – komprimiert an diesen drei Tagen, Karfreitag, Ostersamstag und -sonntag: ganz nach unten zu gehen, getötet und begraben zu werden und wieder aufzuerstehen – eine komplett neue Bedeutung für mich bekommen. Ostern bedeutet eine große Freiheit und ein riesengroßes Geschenk: Unsere Schuld ist von uns genommen worden. Den Großteil meines bisherigen Lebens war Ostern völlig belanglos. Das Fest stand weit hinter Weihnachten, auch das Eiersuchen hat mir nicht viel Spaß gemacht. Erst durch diese Erkenntnis ist es für mich zum wichtigsten Fest des Jahres geworden.

Sie schreiben davon, dass „Gott mein Leben umkrempelt“. Also auch heute noch?

Ja, völlig richtig. Würden wir uns länger unterhalten, würden Sie schnell merken, dass ich noch großen Nachholbedarf habe. Ich habe beileibe nicht alles verstanden. Und ich begreife meinen Weg im Leben tatsächlich als einen Weg, der mit einem Entschluss angefangen hat: dem nämlich, künftig als Christ zu leben. Ich lerne viel dazu, erfahre Gott immer wieder anders. Ich habe mir das Ziel gesetzt, das zuzulassen, auch alle Veränderungen. Und ich bete täglich, dass ich mich weiter verändere.

Welche wesentlichen Herausforderungen ergeben sich daraus für Christen heute?
 
Im Kern geht es aus meiner Sicht um das Verständnis, dass sich diese Welt nicht um mich dreht, sondern um Gott. Und dass es darum unsere Aufgabe ist, Jesus Christus nachzufolgen. Persönlich ausgedrückt: Ich glaube, ich war früher kein schlechter Mensch, aber am Ende des Tages war ich doch ein Egoist. Heute versuche ich viel mehr, Gott im Gebet zu fragen: „Was glaubst du, was richtig ist?“ Ich ziehe die Bibel zu Rate oder lasse mir einfach auch mal einen Tag mehr Zeit, bis ich das Gefühl habe, mir wird eine Antwort ins Herz geschrieben.
 
Christen leben nicht alleine für sich, sondern in der heutigen Zeit und Welt. Mit dieser Blickrichtung: Was halten Sie für wichtige Punkte und Aufgaben?
 
Ich sehe immer ein bisschen die Gefahr, dass man das Christsein ins Private schiebt, in sein Gebet, seinen Sonntagsgottesdienst. Und in seinem Job, im Alltag geht dieses Bewusstsein, gehen auch die kleinen Spontangebete zwischendurch ganz schnell vergessen. Ich glaube, es gehört zum Christsein, das rund um die Uhr zu leben. Egal was ich mache oder welchen Beruf ich ausübe, ich sollte überall dort auch christliche Werte einbringen und leben. Es gibt ein afrikanisches Sprichwort: „Wo Gott dich hingesät hat, da sollst du blühen.“ Dieses Blühen geschieht nicht nach Feierabend zu Hause, sondern überall da, wo ich gerade bin. Zumindest versuche ich es.
 
Vielen Dank für das Gespräch!  (Das ganze Gespräch auf Jesus.de)

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