Nun folgen Sie uns aufmerksam weiter: Dieser Tag wird in Gottes Wort, der Bibel
und im Volksmund so bezeichnet, weil er das Ende bedeutet. Am jüngsten oder letzten
Tag rechnet der große, allwissende, gerechte Richter der ganzen Erde mit jedem
Menschen ab, der je einmal gelebt hat, von Adam an bis auf diesen Gerichtstag, also
auch mit Ihnen, wenn Sie nicht vorher Vergebung Ihrer Sündenschuld gesucht und
gefunden haben. Denken Sie ja nicht etwa: »Mit dem Tode ist alles aus!«, wie viele
sich selbst und anderen Unwissenden vorlügen. Kein Geringerer als der ewige Gott
selbst sagt: Es ist den Menschen gesetzt, einmal zu sterben; danach aber das Gericht
(Hebräer 9, Vers 27). —
Bei Beginn des »Jüngsten Gerichts« wird ein großer, weißer Thron aufgestellt.
Auf diesen Thron setzt sich Jesus Christus, der Weltenrichter. Die Bücher, worin
im Himmel alles aufgeschrieben wurde, was ein Mensch in seiner Lebenszeit an
bösen Dingen tut, spricht oder denkt, werden herbeigeschafft und geöffnet: Und
ich sah einen großen, weißen Thron und den, der darauf saß, vor dessen Angesicht
die Erde entfloh und der Himmel, und keine Stätte ward für sie gefunden. Und ich sah
die Toten, Geringe und Große, vor dem Throne stehen, und Bücher wurden aufgetan
(Offenbarung 20, Vers 11 – 12).— Alle Aufenthaltsorte der Abgeschiedenen, ob »Meer«
oder »Hades«, müssen die Toten hergeben, die dort zitternd auf diesen großen
Gerichtstag harren: Und das Meer gab die Toten, die in ihm waren, und der Tod und
der Hades gaben die Toten, die in ihnen waren; und sie wurden gerichtet, ein jeder
nach seinen Werken (Offenbarung 20, Vers 13).—
Hier gibt es kein Entrinnen, kein Durchschlüpfen, kein Vergessen! Geringe
und Große, Junge und Alte, ja, alle ohne Ausnahme, wie und wo sie auch aus diesem
kurzen Leben ohne Erlöser abgeschieden, müssen hervorkommen, um den gerechten
Lohn in Empfang zu nehmen. Der hier gefällte Richterspruch kann nicht mehr
geändert werden; es ist die höchste Instanz, welche das endgültige Urteil fällt.
Zwar wird nebst den Gerichtsbüchern auch noch das Lebensbuch mit nachgesehen,
damit keiner, dessen Sündenschuld ausgetilgt ist, mitverurteilt wird. Denn jeder
Mensch, dessen Sündenschuld durch den Glauben an Jesus Christus getilgt ist, wird
sogleich mit Namen und allen erforderlichen Angaben ins Buch des Lebens
eingetragen. Doch sind alle, die in dem Lebensbuche stehen, schon lange an ihrem
sonnigen und wonnigen Bestimmungsorte, in der Herrlichkeit des Himmels.
Dieses Lebensbuch wird hier nochmals aufgeschlagen, um die unglücklichen
Verurteilten davon zu überzeugen, daß ihr Name nicht im Lebensbuche steht: Und
ein anderes Buch ward aufgetan, welches das des Lebens ist. Und die Toten wurden
gerichtet aus dem, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken
(Offenbarung 20, Vers 12). — Und der Tod und der Hades wurden geworfen in den
Feuersee. Dies ist der zweite Tod, der Feuersee. Und wenn jemand nicht geschrieben
gefunden ward in dem Buche des Lebens, so ward er geworfen in den Feuersee
(Offenbarung 20, Vers 14- 15).—
Welch schreckliches Ende, oder genauer ausgedrückt, welch ein Schrecken
ohne Endet Denken Sie viel über diese Abrechnung nach, die Gott auch an Ihnen
vollziehen wird! Legen Sie um keinen Preis die Sache beiseite, ehe Sie sicher
wissen: Meine Sündenschuld vor Gott ist mir vergeben durch Jesum Christum;
ich darf an der ersten Auferstehung teilnehmen, muß nicht die zweite Auferstehung
mit meiner sicheren, endgültigen Verurteilung erleben, die schrecklicher ausfallen
wird, als dies ein Mensch auszumalen imstande ist. Hier, im Diesseits, während
der kurzen Erdentage, entscheidet sich die wichtigste aller Fragen, nämlich, ob Sie
von Engeln des Lichtes am Tage Ihres Abscheidens von der Erde ins Reich der Freude
getragen werden wie Lazarus (Lukas 16, Vers 22) oder von Engeln des Gerichts am
Tage der Abrechnung an Händen und Füßen gebunden in den Feuersee geworfen
werden, wo sein wird das Weinen und das Zähneknirschon (Matthäus 22, Vers 13)!
Wo wird Ihre unsterbliche Seele die nächste erste Million von Jahren, die Ewigkeit,
zubringen? Am Ort der Wonne oder am Ort der Qual? Wie treffen Sie Ihre Wahl?
Wollen Sie in die Herrlichkeit getragen oder in den Feuersee geworfen werden?
W. Heukelbach
