Die Aufgabe von Christen besteht darin, die falschen Ideologien zu entlarven. Identität ist nicht etwas, das wir uns selbst geben können. Sie kommt von Gott. Indem der Westen sich weigert diese Identität anzunehmen, lehnt er auch Gott ab. Die Christen müssen die „anthropologische und moralische Krise“ unserer Zeit erkennen. In einer Situation, in der weltliche Institutionen versagen, wiegt ihre Verantwortung noch schwerer, Lehre und Moral in klarer, eindeutiger und bestimmter Weise zu verkünden. Die kranke Revolution zerstört die intellektuelle und moralische Erziehung, weil sie geistige und soziale Einstellungen schafft, die den Menschen von sich selbst entfremdet. Die französische Philosophin Simone de Beauvoir (1908-1986) hat in dem berühmten Satz: „Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es“ die Gendertheorie auf den Punkt gebracht. Für de Beauvoir sind Familie, Ehe und Mutterschaft Quellen weiblicher Unterdrückung und Abhängigkeit gewesen. Die Pille hat die Frauen „befreit“, weil sie ihnen hinsichtlich der Fruchtbarkeit Kontrolle über ihren Körper gegeben hat und die Möglichkeit, frei darüber zu verfügen. Das feministische Motto „Mein Körper gehört mir“ verbirgt eine tiefe Entfremdung eines Menschen von seinem Körper. Hinter der Proklamation von Freiheit liegt eine Instrumentalisierung des Leibes als Material, welches für unbestimmte Wünsche verfügbar sein muss. S.
Der größte Narr
Es gab einmal einen König, der sich nach der Sitte der Zeit einen Hofnarren hielt. Diese Narren hatten das Recht, den Königen und Fürsten die Wahrheit zu sagen, auch wenn sie bitter war. War sie zu bitter, dann hieß es einfach: “Er ist halt ein Narr!”
Eines Tages schenkte der König seinem Narren einen silbernen Narrenstab mit einem goldenen Glöckchen daran und sagte: “Du bist gewiss der größte Narr, den es gibt. Solltest Du einmal einen treffen, der noch närrischer ist als Du, dann gib diesen Stab weiter.”
Jahrelang trug der Narr den Stab bei sich, bis schließlich der Tag kam, als der König im Sterben lag. Da hüpfte der Narr in das Krankenzimmer und sagte: “König, ich habe gehört, Du willst eine große Reise antreten.”
“Ich will nicht”, erwiderte der König, “ich muss!”
“Oh, Du musst?! Gibt es also doch eine Macht, die noch über den Großen dieser Erde steht? Nun wohl! Aber Du wirst sicher bald zurückkommen?”
“Nein”, stöhnte der König, “von dem Land, in das ich reise, kehrt man nicht zurück.”
“Nun, nun”, meinte der Narr begütigend, “gewiss hast Du die Reise seit langem vorbereitet. Ich denke, Du hast dafür gesorgt, dass Du in dem Land, von dem man nicht zurückkommt, königlich aufgenommen wirst.”
Der König schüttelte mit dem Kopf. “Das habe ich versäumt. Ich hatte nie Zeit, diese Reise vorzubereiten.”
“Oh dann hast Du sicher nicht gewusst, dass Du diese Reise einmal antreten musst?”
“Gewusst habe ich es schon. Aber – wie gesagt – keine Zeit, mich um die rechte Vorbereitung zu kümmern.”
Da legte der Narr leise seinen Stab auf das Bett des Königs und sagte: “Du hast mir befohlen, diesen Stab an denjenigen weiterzugeben, der noch närrischer ist als ich. Da, nimm den Stab! Du hast gewusst, dass es eine Ewigkeit gibt, von der man nicht zurückkehrt. Und doch hast Du nicht Sorge getragen, dass Dir die himmlischen Wohnungen geöffnet werden. König, Du bist der größte Narr!”
