Der Wal “Timmy” wurde in Hamburg ans Kreuz geschlagen. Mehr als eine skurrile Gotteslästerung.

2. Juli 2026. “Was erwarten Sie von diesem Abend?”, fragt ein Herr im Foyer einen anderen. “Etwas sehr Skurriles”, lautet die Antwort. Der Mann, ein Pastor aus der Lüneburger Heide, wird an diesem Abend im Hamburger Ernst-Deutsch-Theater noch einmal das Wort ergreifen – aber davon später.

Erst kommt das Passionsspiel: ein großes Holzkreuz, darunter ein weiß gedeckter Altar mit dem glänzend-graublauen Leib eines Buckelwals: halb Sakrament, halb Leichnam. Das Ensemble – Enrique Fiß, Anna Köllner, Noah Tomiak, Anna Krestel – zelebriert in weißen Gewändern eine Totenmesse: “Für unseren geliebten Buckelwal Timmy. Der heißt auch: Hope. Hoffnung.” Weihrauch. Eine Ministrantin hebt eine tropfende Infusionsflasche in die Höhe wie eine Monstranz. Was folgt, ist eine Collage aus echten O-Tönen: aufgezeichnete Stimmen von Strandbesuchern, Aktivisten, Politikern, einer Frau, die sagt, sie habe gespürt, der Wal warte auf sie, er habe ihr Zeichen gegeben; ein Mann, der um Vergebung fleht: “Vergib ihnen, Vater, denn sie wissen nicht, was sie tun.” Das Ensemble lässt diese Sätze stehen. Es kommentiert nichts. “Er nahm auf sich all unsere Schuld, all unsere Sünde, all unsere Sehnsucht” – das ist kein erfundener Text. Das ist ein echter O-Ton. Die Inszenierung braucht da nichts hinzuzufügen. Die Realität selbst schrammte schon recht nah an der Absurdität entlang.

Dann der Höhepunkt, konsequent bis zur Grausamkeit: Der Priester weidet den Leib aus, Herz und Innereien wandern durch den Fleischwolf, werden als Oblaten verfüttert. Das Blut: der heilige Wein. Kein Schock um des Schocks willen, sondern eine konsequente Bildübersetzung dessen, was am Strand geschah. Der Wal – ans Kreuz geschlagen – wirkt wie eine plakative Diagnose. Und mittendrin, unkommentiert: Deutschlandfahnen, die Vereinnahmung des Rettungsverlangens durch rechte, teils verschwörungsideologische Stimmen, eingewoben wie ein weiteres Zitat unter vielen.” nachtkritik.de

Gotteslästerung und die schrecklichen Folgen.

Am 20. Dezember 1908 erschien in Messina auf Sizilien in einem Witzblatt folgendes Gedicht: „O du kleines Kindelein, | das nicht wahrer Mensch allein, | nein, auch wahrer Gott will sein: | Um deines Kreuzes willen | begehren wir, deine Stimm zu hör’n. | Bezeug dich uns, die wir leben. | Schick uns ein Erdbeben!“

“Das Erdbeben von Messina 1908 in Italien war die nach Opfern schwerste Naturkatastrophe Europas im 20. Jahrhundert.
Am 28. Dezember 1908 um 05:21 Uhr wurde die Region um die Straße von Messina für 37 Sekunden durch ein starkes Erdbeben erschüttert, die Städte Messina, Reggio Calabria und Palmi wurden nahezu völlig zerstört. Das Beben hatte nach Vergleichsberechnungen eine Stärke von 7,2 auf der Momenten-Magnituden-Skala.
Ein den Erdstößen folgender Tsunami richtete weitere große Schäden an und forderte weitere Opfer. Die Schätzungen der Opferzahlen gehen auseinander: In Messina und Reggio Calabria verloren demnach zwischen 72.000 und 110.000 Einwohner ihr Leben.” (Wikipedia)

Irrt euch nicht! Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten. Gal.6,7

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