Es geschah aber in jenen Tagen, in denen der Imperator Trump sein Amt wieder an getreten hat und zugleich der Befehl erging, dass ein jeder sich in Listen einzutragen hatte, um zu bestimmen, wer gegen den Virus des Ostens geimpft werden musste.
Diese Aufzeichnung war die erste; damals war Von der Leyen Statthalterin in Brüssel. Da ging jeder in seine Stadt, um sich in Impflisten eintragen zu lassen.
So zog auch Josef nach Oberbayern in die Stadt, die Oberammergau heißt, denn er stammte von dort. Seinen Tischlerbetrieb musste er für die mühselige Reise verlassen, da dieser aber schon seit Monaten keine Aufträge mehr hatte, zögerte er nicht. Kaum einer hatte damals noch Arbeit, außer vielleicht die Großkopferten, deren Jobs sich aus dem Homeoffice erledigen lassen.
Das alles war die Frucht der Furcht vor dem bösen Virus, die damals herrschte.
Josef, genannt „Sepp“, stand zwar bald selbst vor Hartz IV, stammte aber aus einer sehr vornehmen und alten Familie. Er wollte sich eintragen lassen in seinen Heimatort mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete.
Die Schwangerschaftsberatung in Rosenheim hatte ihr zwar von dem Kind abgeraten, die allgemeine Lage, dazu die finanzielle und häusliche Situation. Maria wollte davon nichts hören.
Und dann geschah es, als sie unterwegs waren, dass sich die Tage erfüllten, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in organisch abbaubare Windeln, denn so war es Vorschrift, und legte ihn in eine Bushaltestelle an der Abzweigung Zieglerhof, die von Neonlichtern beleuchtet und windgeschützt war, weil weder die Blaue Gams, noch das Klosterhotel, noch all die anderen Gasthäuser ihnen Unterkunft gewähren konnten – einer der wichtigsten griechischen Sklaven des Landes, ein Mann mit lockigen Haaren, der als Berater nach der Suche von Heilquellen zu Dienste war, hatte ein Beherbergungsverbot erwirkt.
In der Gegend unweit der Bushaltestelle lagerten dunkle Gestalten herum, „Gratler“, wie man im Ort sagte. Keiner kannte sie, alle gingen ihnen aus dem Weg, wahrscheinlich Asylanten.
Da trat plötzlich eine in Licht gehüllte Gestalt auf sie zu und die bekamen einen derartigen Schock, dass der eine sein iPhone in den Schnee fallen ließ. Und plötzlich waren sie in ein Licht gehüllt als ob sie in der Allianz-Arena alle Flutlichter gleichzeitig auf sie gerichtet wären. Der Mann nannte sich übrigens „Angel“, also Engel, was den Jungs sofort einleuchtete, denn ein Selfie mit einer Lichtgestalt namens Angela hatte sie überhaupt in dieses Land gelockt.
Der Engel sagte zu ihnen: „Keine Panik! Ich habe gute Nachrichten! Auf meiner Mobile-App von BILD kam gerade die Eilmeldung, dass nun alles besser wird – und zwar für alle, denn in ganz in der Nähe ist ein Kind geboren worden, das uns alle retten wird, egal ob Herr oder Knecht, Mann oder Frau, ob Doppelmaskenträger oder Virus-Leugner, ob Asylant oder Bio-Deutscher, ob Trump-Fan oder Biden-Träumer.
Er ist der, der uns schon vorausgesagt wurde, lange bevor es das Internet, ja bevor es E-Mobilität gab! Und wenn ihr ihn sucht, geht zur Bushaltestelle an der Abzweigung Zieglerhof: Dort werdet ihr ein Kind finden, das in Öko-Windeln gewickelt auf einer der Plastikschalen liegt.“
Und dann summten auch gleich schon alle ihre Smartphones, nun hatten auch andere gemeldet, was vor gefühlt einer Stunde BILD.de schon gepusht hatte: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden allen Menschen, die sich an die Spielregeln halten!“
Übrigens: In einer anderen Version dieser heiligen Geschichte kommen noch drei Könige vor. Und ein Kindermord. Damit Facebook, YouTube, Twitter und Snapchat die Weiterverbreitung aber nicht irgendwie sperren, verzichten wir auf diese Passagen.
Drei Männer, null Gender Mainstreaming, einer davon ge-blackfaced, alle drei auch noch aus Ländern, für die eine Reisewarnung gilt, beladen mit Dingen, die womöglich weder öko noch EU-zertifiziert sind, dazu das heikle Themen Infantizid. Das geht heutzutage leider echt nicht mehr. Das macht auch Google nicht mit. Und was dort nicht steht, existiert nicht. ALEXANDER GRAF VON SCHÖNBURG für die “Bild”
