In der ersten Zeit nach dem Unfall, der zu meiner Querschnittslähmung führte, dachte ich, es wäre Heuchelei, wenn ich Gott danken würde, obwohl mir nicht nach Dankbarkeit zumute war. Ganz zu schweigen davon, dass es auch Heuchelei gewesen wäre, wenn ich Gott nur deshalb gedankt hätte, um andere zu beeindrucken. Aber ich wusste, dass ich nach vorne schauen musste, und irgendwo musste ich ja anfangen. In dieser Situation entschied ich mich bewusst dafür, Gott zu danken, und ich hoffte, dass er mein Herz dann auch mit echter Dankbarkeit erfüllen würde. Ich versuchte gar nicht zu überspielen, dass ich mich alles andere als dankbar fühlte; ich hoffte verzweifelt, dass der Heilige Geist mich neu erfüllen und mein Denken und Fühlen von Grund auf verändern würde. Nach ein paar Monaten geschah ein Wunder: Ich begann tatsächlich Dankbarkeit zu empfinden. Ich lernte: Wenn ich das Richtige tat, gab ich Gott damit gewissermaßen die Möglichkeit, mich zu segnen.
Wenn wir bewusst Worte des Dankes aussprechen, wird das Gefühl der Dankbarkeit auch folgen. Das ist einer der Gründe, warum der Psalmist sich mit den folgenden Worten an uns wendet:
„Geht durch die Tempeltore ein mit Dank, betretet die Vorhöfe mit Lobgesang! Preist ihn und rühmt seinen Namen!“ Psalm 100,4
Gebet:
Herr Jesus, ich preise dich für die Güte und Freundlichkeit, mit der du mich nun schon so viele Jahre begleitest. Du hast einmal gesagt, wenn deine Jünger dich nicht preisen, werden die Steine schreien, um dich zu loben. (Lukas 19,40)
Mein Herz war einmal wie ein Stein, aber du hast mich verändert. Bitte fülle mein Herz weiterhin mit Freude und Dankbarkeit.
Amen
Quelle: Joni Eareckson Tada
