Wer bin ich, wenn mich einer sieht?

Ist möglicherweise ein Bild von Text „Das Leben ist nicht wie ein ein Kreuzworträtsel, das irgendwann aufgeht, denn viele Fragen des Lebens lassen sich erst in der Ewigkeit auflösen. WWW.BIBELSTUDIUM.DE“


Welchen Sinn hat mein Leben? Die Sinnfrage kommt häufig in Krisen hervor, bei Verlusten, die wesentliche Dinge rauben und in eine Identitätskrise führen; wenn wichtige Dinge plötzlich fehlen, die dem Leben einen gewissen Halt gegeben haben. Was nun, wenn eines dieser haltgebenden Elemente fehlt, oder zwei oder mehr? Da auch ich in vielen Bereichen Unsicherheit erlebt habe, habe ich mich gefragt: „Wer bin ich?“
Wer bin ich, wenn mich keiner sieht?
Wer bin ich, wenn mich scheinbar niemand liebt?
Wer bin ich, wenn ich nur noch Hände zum Nehmen habe?
Wer bin ich, ganz ohne eine Gegengabe?
Wer bin ich, wenn ich nichts mehr leisten kann?
Wer bin ich, ganz am Ende, ganz zum Schluss?
Was bleibt mir dann?
Du, Herr, bleibst allein.
Nichts anderes.
Deshalb sollst du jetzt schon alles für mich sein.
Wer bin ich, wenn ich zu dir gehöre und du zu mir gehörst?
Meine Hände sind überreich mit himmlischen Segensgaben!
Wer bin ich, wenn dein Blick mich sieht?
Ich bin dein alles, wertvoll und geliebt.
Wer bin ich an deiner Vaterhand?
Unterwegs und zugleich zu Hause,
in meinem Vaterland.
Die Antwort, die ich für mich fand, ist einfach: Der Sinn des Lebens besteht darin zu leben. Jetzt zu leben, mit allen Sinnen zu leben. Einfach zu sein, wie ich gerade bin – und genau darin mich geliebt zu wissen. Ich kann nichts geben, machen, tun. Aber das brauche ich auch nicht. Ich darf sein! Gottes Kind darf ich sein – und das möchte ich.
In diesem Wissen kann ich geborgen, getragen und getrost mein Leben leben. Und eines ist sicher: Es ist ein von Gott zutiefst geliebtes Leben. Weil ich sein Kind bin und er mich ins (Da)Sein rief und immer wieder ruft.
Nur in der Gegenwart ist die direkte Begegnung mit ihm möglich. Nur in diesem Moment. Tausende Momente, die sich aneinanderreihen, laden uns immer wieder zum „Sein“ ein: Kind sein. Dienerin sein. Getrost sein. Hoffnungsvoll sein. Gesegnet sein.
Antje Schering

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