Traurige Nachricht aus der Welt der Gruftie-Musik von The Cure: Perry Bamonte ist tot. Der langjährige Gitarrist und Keyboarder der Kultband starb über Weihnachten nach kurzer Krankheit in seinem Zuhause, wie die Gruppe am Freitag auf ihrer offiziellen Website bekanntgab. Perry wurde 65 Jahre alt.
“In der Rockmusik scheint nicht immer nur die Sonne. Und es geht längst nicht mehr nur um das unendlich variierte Thema „Junge liebt Mädchen“. Auch die dunkle Seite des Seins wird in den Musikstilen und Texten der Rock- und Popmusik reflektiert. Seit rund 50 Jahren haben Tod, Sterben und Trauer dort einen festen Platz……Die jugendliche Pop- und Rockkultur entdeckte die faszinierende Seite des Todes, trieb ihr Spiel mit dem Gegensatz von blühendem Leben und Vergänglichkeit. „The Sun Ain’t Gonna Shine Anymore“ heißt der tieftraurige Song, mit dem die „Walker Brothers“ 1966 Endzeitstimmung verbreiteten. Viele Musiker setzten fortan auch auf Schockeffekte, indem sie auf Plattencovern oder in Texten den Tod und das Sterben darstellten und oft auch verherrlichten…..Auf ihrer psychedelischen Selbsterfahrungsreise pflegten ab Mitte der 60er Jahre viele Rockmusiker eine Todesromantik. Die britische Band „The Who“ gab 1965 mit ihrer Teenager-Hymne „My Generation“ ein Leitmotiv vor: „Ich hoffe, ich sterbe, bevor ich alt werde“ (I hope I die before I get old) heißt es in einer Zeile. Das Liebäugeln mit dem Tod war plötzlich für viele junge Leute „cool“.
Mit dem lauten Ruf, lieber zu sterben, als so wie die Elterngeneration zu werden, grenzten sich die Jugendlichen demonstrativ ab, analysiert Spiegel. Der Protest richtete sich fortan gegen die oft als verlogen empfundene Moral der Erwachsenen, gegen Töten im Krieg, atomare Bedrohung und Konsumwahn.
Was zunächst ein Spiel war, wurde Ende der 60er Jahre und Anfang der 70er Jahre zu harter Realität: Das schnelle Leben vieler Rockstars mit exzessivem Drogenkonsum forderte die ersten prominenten Opfer. Wendepunkt ist für viele Pop-Kritiker der „Sommer der Liebe“ im Jahr 1969. Auf das friedliche Festival in Woodstock folgte kurz darauf das „Rolling Stones“-Konzert im kalifornischen Altamont, bei dem ein Mitglied der Rockerbande „Hell s Angels“ einen Besucher ermordete.
Heavy Metal schuf einen wahren Todeskult
Tod und Sterben galten nun nicht mehr allein als bewusstseinserweiterndes Erlebnis, wie es angloamerikanische Bands wie „Doors“ oder „Velvet Underground“ zelebrierten. Der in den 70er Jahren aufkommende Hardrock und Heavy Metal sowie der Punk zeigten vor allem die ungeschönte Seite des Todes. Besonders in Krisenzeiten, während des Vietnamkriegs und der Nachrüstungsdebatten der 80er Jahre, sei der Tod für Rockmusiker ein Thema gewesen, sagt Thomas Mania, Kurator des Rock’n’ Popmuseums in Gronau.
Den Todeskult auf die Spitze treiben seit den 80er Jahren verschiedene Schattierungen des Heavy Metal. Während Liebhaber des Gothic-Rocks die Allgegenwart des Todes zu einem Fest machen, rufen manche Vertreter des Hip-Hop ihre Hörerschaft zu Gewalt und Rassismus auf. Das brachte ihnen die Aufmerksamkeit der Zensur und des Jugendschutzes ein.” (Roland Seim/Josef Spiegel (Hrsg.): „The Sun Ain’t Gonna Shine Anymore“ – Tod und Sterben in der Rockmusik, Telos-Verlag, Münster)
Der Tod ist keine Antwort auf ein sinnloses Leben. Die Antwort auf die Frage nach der Ewigkeit hat allein der lebendige Gott, der durch Jesus den Tod besiegt hat. Darum folgen Christen nicht diesen sterbenden Idolen, sondern dem Sieger über den Tod.
