Die Metal-Szene ist eine ganz eigene Szene, ein abgeschlossener Zirkel. Nur selten gelingt es den Interpreten dieses Genres, die Grenzen des Undergrounds zu überwinden, um als Teil der Populärkultur wahrgenommen zu werden. Metallicas James Hetfield, Motörheads Lemmy Kilmister oder Henry Rollins haben es als einige der wenigen geschafft, ein breites Publikum zu finden.
Zu dieser exklusiven Riege zählte auch Peter Steele, Bassist, Sänger und Songschreiber der MetalTruppe Type O Negative. Pete Steele ist am 14.
April 2010 im Alter von 49 Jahren an Herzversagen gestorben. Er war ein großer, manchmal angsteinflößender Mann. Seine Körpergröße betrug 2,03 m und er war mit Muskeln bepackt, die sein finsteres Aussehen unterstrichen. Seine schwarze, lange Haarpracht verlieh ihm zudem das Aussehen eines nordischen Fantasy-Kriegers à la Conan der Barbar. Schwarzer Humor, Zynismus und brillante Selbstironie zeichneten ihn aus. Die Erfolge mit seiner Band Type O Negative machten ihn in aller Welt
bekannt, aber nie glücklich. Seinen starken Hang zur Depression versuchte er mit Wein und Drogen zu nivellieren. Tief drinnen war dieser Hüne ein sehr sensibler und höchst emotionaler Mensch.
Seine Frustration über die Gesellschaft verarbeitete er in seinen Texten. Dort rief er zu Selbstmord auf („Are you afraid?“: Just take razor blade and cut your wrist down to the bone and die laughing), er thematisierte schiere Hoffnungslosigkeit („Everything dies“: I’m searching for something which can’t be found). Pete kokettierte stets mit dem Tod, nicht nur in seinen Texten („Dead again“): Im Jahr 2005 verkündete ein Grabstein auf der Homepage der Band das Ableben ihres Frontmannes. Doch das war ein makabrer Scherz, von ihm selbst inszeniert. Deshalb bezweifelten seine Fans die Meldung seines Todes im April 2010. Doch sein Management bestätigte schon bald die Gerüchte.- Pete Steele, eigentlich Peter Ratajczyk wurde am 4. Januar 1962 in Brooklyn, New York geboren. Der isländisch-russischstämmige Mann war zuerst als Bassist und Sänger der Heavy-Metal-Band Fallout und danach bei der Trash-Metal-Band Carnivore tätig.
Steele war immer gut für Schlagzeilen. Seinen Ruf, rechtsextremistisches Gedankengut zu verbreiten bestritt er in der Öffentlichkeit. Wahrscheinlich
sorgte sein makaberer Humor für diese Gerüchteküche. 1995 posierte Pete nackt für das Magazin Playgirl. Mit seiner Statur und Körpergröße war er eine imposante Erscheinung. Er registrierte jedocherst hinterher, dass dieses Magazin bevorzugt von homosexuellen Männern „gelesen“ wurde. Um der Häme und dem Gespött seiner Freunde und Bandmitglieder zu entgehen, schrieb er das Lied I like goils (dt.: Ich mag Mädels). Steele saß 30 Tage im Gefängnis wegen Körperverletzung.
Nach 2007 ließ er sein wildes Leben etwas ruhiger angehen. Nach dem Tod seiner Mutter überwand er seine Kokainsucht und verkündete, er habe eine innere Wandlung durchgemacht. Was genau er damit meinte, ist unklar, denn die Inhalte seiner Lieder änderten sich nicht. Die letzte Scheibe, die er mit seiner Band aufnahm, hieß ausgerechnet Dead Again. In dem Lied Halloween in Heaven stellt er sich Szenen vor, wie er gemeinsam mit den verstorbenen Rock-Größen eine nicht endende Party feiert. Das schien für ihn wohl die Vorstellung eines perfekten Himmels gewesen zu sein: Abfeiern, Rocken, Dämonen-Roadies und Engel-Groupies. Im Text gibt er zu: Wenn ich nur die Gewissheit hätte, wie cool der Tod ist, dann würde ich mich sofort selbst umbringen.
Wenn wundert es da ernsthaft, dass dieser Mensch nur kurze Zeit später verstarb. Seine Uhr war abgelaufen und nun muss er, ob er will oder nicht, der Realität der Ewigkeit ins Auge blicken.
