Plagiatsaffäre: Karl Marx hat aus Bibel abgeschrieben

Die Marx´sche Analyse der Religion als Unterdrückungsmittel ist ein Plagiat, so Merold Westphal in seinem Buch: “Suspicion and Faith: The Religious Uses of Modern Atheism.”  Alle Analysen, die Marx über die Religion anstellt, seien dreist aus den alttestamentlichen Propheten wie Jesaja, Jeremia und Amos abgeschrieben, zum Teil sogar wörtlich. Aber auch in der neutestamentlichen Botschaft gebe es Fragmente, die Marx übernommen habe, teilweise habe er sich nicht einmal die Mühe gemacht, sie umzuschreiben.

Westphal kommentiert, dass Marx´ Religionskritik überhaupt nicht originell war, die Bibel sei ihm Längen voraus. Aus Amos zitiert er zum Beispiel folgenden Text (Amos 5,11):

Darum, weil ihr die Armen unterdrückt und nehmt von ihnen hohe Abgaben an Korn, so sollt ihr in den Häusern nicht wohnen, die ihr von Quadersteinen gebaut habt, und den Wein nicht trinken, den ihr in den feinen Weinbergen gepflanzt habt.

Auch Texte aus Jesaja sind einfach kopiert worden, so etwa ein Abschnitt, der sich direkt an die religiöse Elite richtet und sie kritisiert (Jesaja 58, 2-7):

Sie suchen mich täglich und begehren meine Wege zu wissen, als wären sie ein Volk, das die Gerechtigkeit schon getan und das Recht seines Gottes nicht verlassen hätte. Sie fordern von mir Recht, sie begehren, dass Gott sich nahe. »Warum fasten wir und du siehst es nicht an? Warum kasteien wir unseren Leib und du willst’s nicht wissen?« Siehe, an dem Tag, da ihr fastet, geht ihr doch euren Geschäften nach und bedrückt alle eure Arbeiter. Siehe, wenn ihr fastet, hadert und zankt ihr und schlagt mit gottloser Faust drein. Ihr sollt nicht so fasten, wie ihr jetzt tut, wenn eure Stimme in der Höhe gehört werden soll. Soll das ein Fasten sein, an dem ich Gefallen habe, ein Tag, an dem man sich kasteit, wenn ein Mensch seinen Kopf hängen lässt wie Schilf und in Sack und Asche sich bettet? Wollt ihr das ein Fasten nennen und einen Tag, an dem der HERR Wohlgefallen hat? Das aber ist ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: Lass los, die du mit Unrecht gebunden hast, lass ledig, auf die du das Joch gelegt hast! Gib frei, die du bedrückst, reiß jedes Joch weg! Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!

Desweiteren ist Jesus selbst als großer Religionskritiker aufgetreten. Seine berühmte Bergpredigt mahnt nicht die Gottlosen, sondern die Frommen. Die Leute, die er in dieser großen Rede kritisiert, beten, spenden und versuchen ernsthaft, nach der Bibel zu leben, aber sie tun das, um beachtet zu werden und Macht und Einfluss zu gewinnen. Sie glauben, dass ihre religiösen Leistungen ihnen Vorteile bei ihren Mitmenschen und sogar bei Gott verschaffen. Das macht sie zu Menschen, die schnell dabei sind, andere zu verurteilen und zu kritisieren, während sie selber keine Kritik annehmen. Sie sind Fanatiker.

Der Theologe Karl Barth sagte einmal, dass es die Kirche war, und nicht die Welt, die Christus kreuzigte. Es war das bibelgläubige Establishment.

Hier ein weiterer kopierter Abschnitt in Marx Analyse, den er direkt von Jesus abschreibt:

Der Herr aber sprach zu ihm: Ihr Pharisäer, ihr haltet die Becher und Schüsseln außen rein; aber euer Inneres ist voll Raubgier und Bosheit. Gebt doch, was drinnen ist, als Almosen, siehe, dann ist euch alles rein. Aber weh euch Pharisäern! Denn ihr gebt den Zehnten von Minze und Raute und allerlei Gemüse, aber am Recht und an der Liebe Gottes geht ihr vorbei. Doch dies sollte man tun und jenes nicht lassen. Weh euch Pharisäern! Denn ihr sitzt gern obenan in den Synagogen und wollt gegrüßt sein auf dem Markt. Weh euch! Denn ihr seid wie die verdeckten Gräber, über die die Leute laufen und wissen es nicht. Er aber sprach: Weh auch euch Schriftgelehrten! Denn ihr beladet die Menschen mit unerträglichen Lasten und ihr selbst rührt sie nicht mit einem Finger an. (Lukas 11, 39-46)… sie fressen die Häuser der Witwen und verrichten zum Schein lange Gebete. Die werden ein umso härteres Urteil empfangen. (Lukas 20,47).

Westphal hat aber auch eine Antwort parat, warum die Bibel schon damals die Religion kritisierte. Er sagt, dass Jesus und die Propheten nicht dagegen waren, dass man betete und fastete und sein Leben nach den Anweisungen der Bibel führte. Doch fromme Menschen haben eine fatale Neigung dazu, ihre Religiosität und Ethik als Hebel zu benutzen, um Macht über ihre Mitmenschen zu gewinnen, ja sogar über Gott, indem sie ihn sich durch Rituale und gute Werke gnädig stimmen. Das führe einerseits zur Überbetonung äußerer religiöser Formen und andererseits zu Gier, Materialismus und der Unterdrückung anderer. Wer glaubt, dass er Gott durch die Qualität seiner Frömmigkeit und Moral gefällt, neigt von Natur aus dazu, von seiner Umgebung für sich und seine Gruppe einen Anspruch auf besonderen Respekt, ja auf Macht einzufordern. Doch der Gott Jesu und der Propheten erlöst ganz durch Gnade. Er lässt sich nicht durch religiöse oder moralische Leistungen manipulieren, sondern nur durch Buße erreichen, durch das Abgeben von Macht. Wenn wir allein durch Gnade erlöst sind, können wir nur dankbare, willige Diener Gottes und unserer Mitmenschen werden.

Christen, die Fanatiker sind, sind dies nicht, weil sie das Evangelium zu ernst nähmen, sondern weil sie es nicht ernst genug nehmen. Denn sie haben die Gnade nicht verstanden und die Botschaft Jesu: “Religion ist Opium fürs Volk, denn ihr braucht Gnade, Religion hilft euch nicht.”

Marx hat zumindest den Teil mit der Religion kopiert. Doch den Teil mit der Gnade hat er nicht verstanden. Er hat Teile der Bibel abgeschrieben und sie dann zu seinen ideologischen Vorteilen verändert. Man sollte ihn verklagen ob der willentlichen Plagiatierung der Bibel. Der ihm 1841 von der Universität Jena verliehene Doktortitel der Philosophie muss nun überprüft werden.

Ich hoffe, dass jeder die Botschaft versteht, dass Religion im Sinne einer selbstgerechten Frömmigkeit niemandem weiterhilft, das ist Opium für dich. Du brauchst Gnade!

Kommentare

  1. Rudi

    Finde den Artikel sehr schön.

    Dennoch versteh ich nicht, warum das Wort Fanatiker hier so im negativen gebraucht wird.

    Ich muss sagen, dass ich ein Fanatiker bin. (kurz: Fan)
    Menschen können Fan´s von allen möglichen sein. FC Bayern, Dortmund, Schalke usw.
    Wenn ich jedoch Fan von Jesus bin, dann geht das net???

    Meiner Meinung nach gebraucht ihr das Wort im falschen Zusammenhang.

    Ich bleibe Fan(atiker) in Jesus Chrisus.

  2. Hansi

    Das eine vorab: Wir sind keine Soulsaver. Jesus ist der Soulsaver.

    Jetzt zu deiner eigentlichen Aussage, die leider zeigt, dass du uns noch nicht begriffen hast. Jesus warnt die religiösen Menschen seiner Zeit davor, ihre äußerliche Frömmigkeit als Indiz ihrer Rechtschaffenheit zu verstehen. Becher putzen, Gemüse verzehnten und lange Gebete sprechen kann jeder. Vor Gott zu kapitulieren und seine ganze Hoffnung in einen Messias zu setzen, der so ganz anders ist, als man sich das vorgestellt hat, können nur wenige.

    Nur weil du in uns Menschen getroffen hast, die nicht den Mainstream speisen, brauchst du nicht verzweifeln. Lass dich herausfordern!

  3. david

    “Desweiteren ist Jesus selbst als großer Religionskritiker aufgetreten. Seine berühmte Bergpredigt mahnt nicht die Gottlosen, sondern die Frommen. Die Leute, die er in dieser großen Rede kritisiert, beten, spenden und versuchen ernsthaft, nach der Bibel zu leben, aber sie tun das, um beachtet zu werden und Macht und Einfluss zu gewinnen. Sie glauben, dass ihre religiösen Leistungen ihnen Vorteile bei ihren Mitmenschen und sogar bei Gott verschaffen. Das macht sie zu Menschen, die schnell dabei sind, andere zu verurteilen und zu kritisieren, während sie selber keine Kritik annehmen. Sie sind Fanatiker.”

    und GENAU deshalb nenne ich soulsaver fanatisch:
    weil sie genau DAS oben beschriebene tun.

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