Udo Lindenberg auf der Suche nach dem Gin des Lebens

Die Achterbahnfahrt seines Lebens hat Udo, der inzwischen etwa 700 Texte geschrieben hat, für das am 28. März erscheinende Album wieder im «lindividuellen» Sprachstil zu Papier gebracht. «Ein Psychogramm in Panik-Poesie», nennt er die sehr persönlichen Stücke. Nach Jahren der «panischen Malerei» und mit der Auswanderer-Revue «Atlantic Affairs» zeigt er nun wieder als Rockpoet seinen eigenen «Blick auf die Welt». Es sind nachdenkliche Zeilen über Tod, Trauer, Verzweiflung und Hoffnung wie im berührenden Titelstück «Stark wie Zwei». «Ich habe geliebte Komplizen verloren. Ihr Tod hat mich in schwere Krisen gestürzt», erzählt er. Als 1986 seine enge Wegbegleiterin Gaby Blitz starb, verarbeitete Udo den schweren Schlag in der Ballade «Horizont», die zu einem seiner größten Hits wurde.
Der aus dem westfälischen Gronau stammende Dauerbewohner des Hamburger Hotels «Atlantic», der sich keine Klein-Familie, sondern einen «Lindianer»-Clan geschaffen hat, beschwört in Liedern wie «Wenn Du durchhängst» oder «Ich zieh meinen Hut» wahre Freundschaft. Dass und warum der Alkohol ebenso zu seinem Leben gehört, erklärt er in «Nasses Gold»: «Ich sehe mich als Märtyrer, der im Dienst der Kunst mit Wein oder Whiskey in die Tiefsee der Erkenntnis abtaucht, das Unterbewusste auslotet und das nasse Gold hebt», sagt der Mann, der mal mit 4,7 Promille ins Krankenhaus gebracht wurde. «So manches Werk wäre nicht entstanden, wenn die Kollegen auf der Suche nach dem Gin des Lebens immer nur nüchtern geblieben wären.» Auch in «Woddy Woddy Wodka» besingt er seinen «gelegentlichen Treibstoff».
«Egal, was die Anderen labern»
Auf dem neuen Album nimmt Lindenberg auch sein Alter mit Humor: «Der Greis ist high, der Greis ist heiß». Manche Veränderung bedauert er («Was hat die Zeit mit uns gemacht»), ist sich aber in wesentlichen Punkten treugeblieben. «Ich mach’ mein Ding, egal, was die Anderen labern. Was die Schwachmaten einem so raten, das ist egal.» Im Herbst soll eine Tour folgen – ans Aufhören kein Gedanke. Udo: «Kunst kennt keine Rente.» (Dorit Koch, dpa) Rocky, der Irokese von der Reeperbahn war auch einer von Udos Freunden. Er suchte
die Freiheit und rannte in immer neue Gefangenschaften. Er wollte
Mensch sein und verbarg sich hinter der Maske seiner tätowierten Haut.
Er suchte Freunde und gesellte sich zu Schlägern; und als er es im
Showgeschäft versuchte, wurde die Einsamkeit zur Qual. eine
gescheiterte Existenz? Beinahe. Seine Geschichte wäre eine von vielen,
hätte es da nicht eine Gruppe von Pantomimen am Altonaer Bahnhof
gegeben – Laienschauspieler, die sich von Rockys exotischer Aufmachung
nicht täuschen liessen… Lies sein Buch:" Rocky – der Mann mit der Maske"  www.soulbooks.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.