Als Student am Kellogg Community College in Michigan bereitete ich mich auf das Jura-Studium vor – denn ich wollte Politiker werden. In der gesamten Studentenschaft fiel eine Gruppe aus dem Rahmen, weil sie ganz anders lebte. Diese zog meine Aufmerksamkeit auf sich. Statt nur für Geld, Erfolg oder Ruhm zu leben, liebten diese Studenten glaubhaft und offensichtlich einander. Ich kam aus einer kaputten Familie und wurde von dem Knecht auf unserem Hof, Wayne Bailey, sieben Jahre lang Woche für Woche sexuell missbraucht. Daher suchte ich verzweifelt genau jene Art von Liebe, die diese Gruppe so authentisch zu erfahren und auszuleben schien. Ihre Liebe zu allenMenschen innerhalb und außerhalb ihrer Gruppe kam mir eigenartig vor, und doch sehnte ich mich verzweifelt danach.
Aber ich war auch ein unsicherer Zweifler mit großerKlappe. Ich wollte nicht, dass sie etwas von den Verletzungen und den Schmerzen erfuhren, die tief in meinem Herzen steckten. Auch sollten sie nicht erkennen, wie sehr ich nach dem Sinn und Ziel meines Lebens suchte. In der Hoffnung, dies alles verbergen zu können, freundete ich mich mit ihnen an. Eines Tages, als wir um einen runden Tisch im Studenten-Wohnheim saßen, fragte ich ein Mädchen aus dieser Gruppe, warum sie so anders sei als die übrigenStudenten und Professoren auf dem Campus. Ich versuchte, so zu tun, als läge mir nicht viel an dieser Frage, obwohl ich die Antwort wirklich gern gewusst hätte. Mit einem kleinen Lächeln erwiderte sie meinen Blick und sagte zwei Worte, von denen ich niemals angenommen hätte, dass sie auf einem Hochschulgelände in eine Antwort gepasst hätten.
Sie sagte einfach: »Jesus Christus.«Sofort schoss ich zurück: »Erzähl mir doch nichts von diesem religiösen Quatsch! Ich habe die Nase voll von Religion, Kirche und Bibel.« Das Mädchen war sehr überzeugt, denn sie antwortete darauf sofort: »Mein Herr, ich habe nichts von Religion gesagt. Ich sprach von der Person Jesus Christus.« Ich hatte nicht die Absicht, unhöflich zu sein, deshalb entschuldigte ich mich für meine heftigeReaktion. Aber ich hielt Christen einfach für »Loser«, und von Religion wollte ich grundsätzlich nichts mehr wissen. Wie sollte einer, der vor zweitausend Jahren starb, irgendwelche Bedeutung für mein Leben heute haben? Zu meiner Überraschung forderte mich die Gruppe heraus, doch einmal ganz intellektuell die Ansprüche Christi zu prüfen. Tatsächlich muteten sie mir zu, die historischen Beweise für die Bibel und auch für die Göttlichkeit Christi und dessen Auferstehung zu untersuchen.
Ehrlich gesagt hielt ich das für einen Witz! Und ich war entschlossen, sie von ihrem Irrtum zu überführen. So verließ ich das College und gab mein Geld, das ich mir durchs Jobben nebenbei verdient hatte, dafür aus, durch die Vereinigten Staaten, England und den Nahen Osten zu reisen, um Beweise für die Widerlegung des Christentums zu sammeln. Heute kann vieles von diesen Beweisen in Büchern, in örtlichen Büchereien und im Internet gefunden werden. Doch in den 1950er-Jahren konnte man sie aus erster Hand nur in großen Bibliotheken und Universitäten überall auf der Welt verstreut finden. Ich war ausgezogen, das Christentum intellektuell lächerlich zumachen – aber was ich fand, stellte mein Leben auf den Kopf. So saß ich eines Freitagnachmittags ganz allein in einer Londoner Bibliothek und war müde von meinen monatelangen Untersuchungen. Plötzlich hörte ich etwas – wie eine Stimme, die zu mir sprach. Ich höre gewöhnlich keineStimmen. So war dies für mich etwas Erschreckendes, was mich völlig aus der Fassung brachte. Die Stimme sagte:»Josh, du hast gar keinen Grund unter den Füßen.« Ich unterdrückte diesen Gedanken sofort, denn immerhin warm ein Ziel, das Christentum zu widerlegen – und nicht, es zu glauben. Interessanterweise hörte ich von jenem Augenblick an fast jeden Tag dieselbe Stimme – nur lauter und immer lauter! Je länger ich die Beweise untersuchte, umso mehr kam ich zu dem gegenteiligen Ergebnis dessen, was ich zu erreichen beabsichtigte. Mein Ziel war, das Christentum zu widerlegen – aber meine Forschungen führten mich zu dem Schluss, dass ich der Bibel vertrauen konnte, dass Jesus Gott ist und dass er am dritten Tag von den Toten auferstand.Aber obwohl ich wusste, dass alles stimmte, wollte ich anfangs nicht mein Leben Jesus übergeben und ihm nachfolgen. Ich fürchtete mich davor, was die Leute von mir denken würden und was es mich kosten könnte, ein Gläubiger zu werden! Doch jetzt – nach fünf Jahrzehnten in der Nachfolge Christi – kann ich von ganzem Herzen sagen, dass es die beste Entscheidung meines Lebens war. Meine Aufmerksamkeit wurde zunächst durch die Beweise geweckt. Doch es war die Liebe Gottes, die sich indem Leben jener College-Studenten widerspiegelte und die ich am Anfang meiner Reise wahrgenommen hatte, die am Ende mein Herz überwand. Tatsächlich: ER lebt! ist ein Buch, an dem mein Sohn Sean und ich gemeinsam gearbeitet haben. Wenn Sie Christ sind, wird dieses Buch Sie mit einigen Beweisen ausstatten, durch die Sie sehen, dass Ihr Glaube wohlbegründet ist. Wenn Sie mit uns übereinstimmen, könnten Sie sich dann vorstellen, dieses Buch mit einem Freund durch zuarbeiten, der noch kein Christ ist? Falls Sie noch zweifeln, bitten wir Sie nur um eins: Lesen Sie dieses Buch mit offenem Herzen. Wenn Jesus wirklich von den Toten auferstand und damit bestätigt, dass er Gott ist (Römer 1,4), dann gibt es nichts Wichtigeres im Leben, als ihm nachzufolgen. Wenn Jesus nicht von den Toten auferstanden ist, dann haben Sie nichts zu verlieren – es ist dann alles nur ein schlechter Scherz. Niemand hat die Welt mehr verändert als Jesus Christus. Und er ist auch heute noch dabei, Leben zu verändern.Lassen Sie uns nun miteinander die Beweise für die Auferstehung betrachten – und was sie für Ihr Leben bedeuten.
Quelle: Josh McDowell
