Was ist Aberglaube?

Aberglaube im weitesten Sinn ist jede Art von Glauben, die nicht Gott als Glaubensinhalt hat.
Glauben heisst:
    Gott zum Herrn haben.
Aberglaube heisst:
    Herr über Gott sein wollen.
Aberglaube ist ein Symptom für versteckten oder offensichtlichen Mangel an Gottesglauben. Aberglaube ist somit letztlich Unglaube, da es auf dem Gebiet des Glaubens kein Sowohl-als-Auch, keine Lauheit (Offb 3,15 f.) gibt. Luther sagt sinngemäß:
Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott.
Das ist also Aberglaube im weitesten Sinn: auf das sein Vertrauen setzen, was uns von Gott abhält. Das können okkulte Praktiken, aber auch außer- und pseudochristliche Weltanschauungen, Götzen-, Menschenverehrung und Ichsucht sein. Im engeren Sinn bezieht sich Aberglaube auf gewisse abergläubische Praktiken, auf das Feld des Okkultismus. Zu den abergläubischen Praktiken gehören z.B. Astrologie (Sternenglaube), Spiritismus (Geisterglaube), Amulett- und Talismanglaube, Zahlenglaube (z.B. Angst vor der Zahl 13), Pendeln und Wünschelrutenlaufen (Radiästhesie), Besprechen von Kranken, Handliniendeutung (Handlesen), Kartenlegen, Zauberei, Hellsehen und Wahrsagen.
Warum greifen Menschen zu abergläubischen Praktiken?
Aberglaube kommt aus einer falschen Lebensgier und -angst. Man will mehr wissen und dadurch mehr erreichen, als man mit Hilfe der natürlichen Sinne kann. Und weil man Gott, der souverän ist, nicht auf Wunsch „ausquetschen“ kann, geht man zum Kartenleger, Astrologen, Hellseher oder Wunderheiler (vgl. Sauls Befragung der Totenbeschwörerin von Endor; 1. Sam 28). Dadurch, dass man Einblick in die Zukunft, Geisterwelt und vermeintliche eigene Bestimmung erhält, meint man, glücklicher zu werden. In Wirklichkeit tritt aber das Gegenteil ein. Wer ist z.B. glücklich, wenn er bei einer Wahrsagerin von seinem baldigen Tod erfährt — oder von einem nahenden Unglück — oder von seinen eigenen Schwächen? Das kann ja auch vorkommen und ist Saul (1. Sam 28) geschehen. Voraussagen müssen durchaus nicht immer Schönes und Positives enthalten. Wenn ein Wahrsager nur Positives „voraussagt“, kann man sicher sein, dass er betrügt. Wenn er aber Negatives voraussagt, dann kann das mitunter schreckliche Folgen haben. Es sind Fälle bekannt, in denen Menschen „offenbart“ wurde, sie würden zu der und der Zeit sterben. Und tatsächlich wurden sie krank und starben, aber sehr wahrscheinlich aus Angst, die sich vor dem näherrückenden Todestermin immer mehr verstärkt hatte. Durch die Wahrsagerei war eine negative Programmierung des ganzen Wesens eingetreten.(L. Gassmann) Beispiele dieses abartigen Götzendienstes:
Vierblättriges Kleeblatt    
Sternschnuppen    
Schornsteinfeger    
Die Zahl 13    
Schwarze Katze von links über den Weg    
Ein Hufeisen finden    
Wenn der Kuckuck ruft, die Geldbörse schütteln
Spinne am Morgen    
Schwalbennester im Haus    
Der Freitag    
Wenn die Uhr stehen bleibt
Wenn das Käuzchen ruft, gibt es ein Unglück
Die Zahl 7    
Salz borgen bringt Unglück    
Kein Messer mit der Schneide nach oben legen, das bringt Streit
Wenn man stolpert, wieder zurücklaufen
Wenn die Tür von selbst aufgeht
Wenn es der Braut auf den Schleier regnet    
Schäfchen zur Linken    
Einen Buckligen berühren

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