
“Christen liess er verbrennen, und seine Berater zwang er zum Selbstmord: Neros Grausamkeit ist sprichwörtlich. Neros Herrschaft ist geprägt von Schauergeschichten. Sie erzählen von Mord, Intrigen und einem Herrscher, dessen Handeln nur als Ausdruck von Geisteskrankheit erklärt werden kann. NZZ
Neros erste fünf Amtsjahre galten in Rom als goldene Zeit. Seine Justizreform mitsamt Antikorruptionskampagne ist bemerkenswert. Vor allem beim Volk war der junge Kaiser ungemein beliebt. Auf seine Veranlassung gehen öffentliche Küchen und kostenlose staatliche Grundversorgung mit Getreide für Bedürftige zurück; kein Bürger Roms musste hungern. Nero ließ Kaufhäuser bauen und er bot dem Volk unterhaltsame Shows, wie in Trier Gladiatorenausrüstungen, Darstellungen von Wagenrennen und anderen populären Lustbarkeiten auf pompejanischen Fresken belegen. Wobei anzumerken ist, dass unter Nero Gladiatorenkämpfe bis zum blutigen Tod nicht gestattet waren. Er ermutigte Angehörige des Ritter- und Senatorenstandes, sich an kulturellen und sportlichen Wettstreiten zu beteiligen. Was beim Volk sehr gut, bei der Aristokratie ziemlich übel aufgenommen wurde.
Anno 37 nach Christus geboren, wurde er als 17-jähriger, ziemlich verträumter Jüngling Kaiser des römischen Weltreiches. Nur 14 Jahre nach seiner Inthronisation im Jahre 54 starb er im Juli 68 von eigener Hand. Seine bis in unsere Tage währende Berühmtheit verdankt Nero dem schlechtesten Leumund von allen römischen Herrschern. Er gilt als beispielloser Unhold, als irrer Tyrann, Muttermeuchler, Gattinnenmörder, Brandstifter, Christenmassakrierer, hemmungsloser Verschwender und entsetzlicher Kunstdilettant….. Gewiss, er ließ seine Mutter, seinen Stiefbruder, seine Tante ermorden, tötete vermutlich zwei Ehefrauen, befahl seinem Lehrer Seneca den Selbstmord und eröffnete das düstere Kapitel der römischen Christenverfolgung. Im Falle Agrippina erhellt eine in Trier ausgestellte Chronologie von Münzprägungen, dass diese Frau – die ihren zweiten Mann und Neros Adoptivvater Kaiser Claudius vergiftete – anfangs fast als mächtiger galt denn Kaiser Nero selbst. Der Mutter diesen Status radikal zu nehmen, war für ihn politisch ebenso wichtig wie später dem Volk einen Sündenbock für den Brand Roms zu servieren. Für Letzteres bot sich die damals noch kleine und als recht obskur empfundene Sekte der Christen an. Mit Religion hatte das herzlich wenig zu tun; es ging um Machtpolitik. Und innerfamiliäre Morde in Herrscherhäusern gehörten seit jeher und noch bis in die Neuzeit zum verbreiteten Regelfall.” https://pecht.info/klassik/texte/2016/20160622.
(Auch Tacitus berichtet über den Brand Roms und bestätigt, dass es Jesus gab)
Doch weder durch menschliche Hilfe, weder durch kaiserliche Spendungen, noch durch Sühnungen der Götter ließ sich der Schimpf bannen, daß man glaubte, es sei die Feuersbrunst geboten worden. Um daher dies Gerede zu vernichten, gab Nero denen, die, durch Schandtaten verhaßt, das Volk Christen nannte, die Schuld und belegte sie mit den ausgesuchtesten Strafen. Der, von welchem dieser Name ausgegangen, Christus, war, als Tiberius regierte, vom Prokurator Pontius Pilatus hingerichtet worden, und der für den Augenblick unterdrückte verderbliche Aberglaube brach nicht nur in Judäa, dem Vaterlande dieses Unwesens, sondern auch in Rom, wo von allen Seiten alle nur denkbaren Greuel und Abscheulichkeiten zusammenfließen und Anhang finden, wieder aus.
Quelle: Cornelius Tacitus, Werke: Annalen, 2. Bd. (= Deutsche Hand- und Hausbibliothek 123).

“Man verhaftete zuerst Leute, die bekannten, dann auf ihre Anzeige hin eine riesige Menge. Sie wurden nicht gerade der Brandstiftung, wohl aber des allgemeinen Menschenhasses überführt. Die Todgeweihten benutzte man zum Schauspiel. Man steckte sie in Tierfelle und ließ sie von Hunden zerfleischen, man schlug sie ans Kreuz oder zündete sie an und ließ sie nach Einbruch der Dunkelheit als Fackeln brennen.[…] So regte sich das Mitleid – obwohl sie schuldig waren und die härtesten Strafen verdienten -, weil sie nicht dem Allgemeinwohl, sondern der Grausamkeit eines Einzelnen zum Opfer fielen.” (Tacitus)
Herodes, Nero, Richard III., Iwan der Schreckliche, Robespierre, Stalin, Mao, Pol Pot, Ceausescu und Hitler sind tot, aber Jesus und seine Botschaft lebt. Er ist der Sieger.
