Kurz gesagt: Die Bibel berichtet von einer weltweiten Flut, aus der Noah, seine Familie und eine festgelegte Zahl von Tieren in der Arche gerettet wurden. Die Studiengemeinschaft Wort und Wissen, auf die sich dieser Artikel stützt, versteht Dinosaurier als geschaffene Tiere, die zeitlich in diesen biblischen Rahmen gehören. Wie genau Fossilien, Sintflut und das Aussterben der Dinosaurier zusammenhängen, wird dort allerdings nicht einheitlich beantwortet, und manche Fragen gelten ausdrücklich als offen.
Was berichtet die Bibel über die Sintflut?
Nach 1. Mose 6 war die Bosheit der Menschen groß geworden, und Gott beschloss, die Menschen zu vertilgen. Noah dagegen „fand Gnade vor dem Herrn“ (Quelle). Auf Gottes Anweisung baute er die Arche („Vor ein paar Jahren stand im Spiegel ein Artikel …“). Der Blogartikel „Der Regenbogen gehört nur Gott“ fasst zusammen: Gott schickte laut der Bibel eine weltweite Wasserflut, die alle Landlebewesen vernichtete, und rettete acht Menschen sowie eine festgelegte Zahl von Tieren in der Arche. Der Regenbogen ist das Zeichen dafür, dass Gott die Erde nicht mehr durch eine Flut zerstören wird (1. Mose 8,21 und 9,11–15).
Wie passen Dinosaurier in dieses Bild?
Die Studiengemeinschaft Wort und Wissen (FAQ auf genesisnet) hält fest: Die deutlich getrennten Grundtypen der Dinosaurier sprechen aus paläontologischer Sicht gegen eine Evolution. Zugleich nennt sie eine Schwierigkeit für das Schöpfungsmodell: Dinosaurier finden sich in älteren Schichten als heute lebende Säugetiere. Als möglichen Ansatz nennt sie, dass in einer Wiederbesiedlungsphase nach der Sintflut die Lebensräume für Dinosaurier besonders groß gewesen sein könnten, während die für Säugetiere noch kaum entwickelt waren. Die FAQ sagt selbst, dass dabei wichtige Fragen unbeantwortet bleiben.
Das Arbeitsheft „Dinosaurier – faszinierende Geschöpfe“ unterscheidet zwischen beobachtbaren Fakten und deren Deutung. Es sieht in der Sintflut die Erklärung für große Fossillagerstätten, in denen Tiere schnell eingebettet wurden, und rechnet mit weiteren örtlichen Katastrophen nach der Flut. Dinosaurier hätten nach der Flut noch eine Zeit lang gelebt und seien später ausgestorben.
Passten Dinosaurier und alle anderen Tiere in die Arche?
Laut Genesisnet hatte die Arche ein Volumen von etwa 41.000 m³. Noah musste nicht von jeder heutigen Art ein Paar mitnehmen, sondern vermutlich von jedem biologischen Grundtyp. Der Beitrag „Passten alle Tiere in die Arche Noah?“ von Fred Hartmann und Reinhard Junker (1990) rechnet so:
- Die Arche mit 300 × 50 × 30 Ellen misst bei der kleinsten bekannten Elle (45 cm) 135 m × 22,5 m × 13,5 m, mit rund 40.000 m³ Ladevolumen und 9.000 m² Ladefläche. Auch der Blogartikel von Theo Lehmann nennt diese Größenordnung.
- Bei etwa 21.100 Wirbeltierarten und dem Grundtyp-Konzept sinkt die Zahl der Tiere erheblich. Selbst mit ausgestorbenen Grundtypen kommen die Autoren auf höchstens etwa 10.800 Tiere. Große Tiere konnten als Jungtiere mitgenommen werden.
- Der Platzbedarf liegt bei rund 7.500 m³, also unter 20 Prozent des Archenraums. Winterschlaf könnte den Futterbedarf stark gesenkt haben.
Die Autoren folgern, dass die Glaubwürdigkeit des Archenberichts nicht an Platzproblemen scheitert, räumen aber ein, dass viele andere Fragen offen bleiben. Für Dinosaurier nennt auch die FAQ junge, kleinere Tiere, da sie sich in relativ wenige Grundtypen einteilen lassen.
Wie lässt sich die Sintflut geologisch einordnen?
Hier gibt es innerhalb von Wort und Wissen unterschiedliche Akzente. Das Arbeitsheft führt Fossilien stark auf die Sintflut zurück. Die Thesen „Biblische Urgeschichte, Sintflut und Geologie“ sind zurückhaltender. Sie kritisieren Modelle, die nahezu alle fossilhaltigen Gesteine ins Sintflutjahr legen, und halten es für möglich, dass fossilführende Gesteine auch vor oder nach dem Sintflutjahr entstanden sind. Makroevolution lehnen sie ab, weil sie biblisch-heilsgeschichtlichen Zusammenhängen widerspreche.
Reinhard Junker nennt in einer Rezension zweier christlicher Kinderbücher über Dinosaurier die direkte Verbindung zwischen Sintflut und Aussterben der Dinosaurier „sehr fragwürdig“. Einen indirekten Zusammenhang hält er für möglich und merkt an, dass bisher weder die Evolutions- noch die Schöpfungsforschung eine überzeugende Erklärung für das Aussterben habe.
Häufige Anschlussfragen
Gab es nach Wort und Wissen Dinosaurier nach der Sintflut?
Das Arbeitsheft bejaht das und verweist auf Nester in mehreren Schichten. Es sieht auch Hinweise auf ein gleichzeitiges Leben von Menschen und Dinosauriern. Junker kritisiert in der Rezension allerdings die unbegründete Behauptung überlappender Mensch- und Dinosaurierspuren in den besprochenen Büchern.
Ist die Frage damit geklärt?
Nein. Die genannten Veröffentlichungen sagen selbst, dass Fragen offen bleiben. Belegt ist in den Quellen vor allem, dass die Raumfrage der Arche rechnerisch lösbar ist.
