Kurz gesagt: Nach der Bibel sind Mann und Frau beide nach Gottes Bild geschaffen und damit gleich an Wert, aber mit verschiedenen Aufgaben. Die Frau wurde als Hilfe und Ergänzung des Mannes geschaffen, und der Mann trägt die Hauptverantwortung. Frauen hatten und haben viele wichtige Dienste, während das Lehren und Leiten in der Gemeindeversammlung nach der Auslegung von Roger Liebi Männern vorbehalten ist.
Gleich an Wert, verschieden in der Aufgabe
Roger Liebi legt in „Stellung und Dienst der Frau in der Bibel“ (Skript, Teil 1) dar, dass beide Geschlechter nach Gottes Bild geschaffen wurden: „Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie einen Mann und ein Weib“ (1. Mose 1,27). Die Frau begegne dem Mann „auf Augenhöhe“; das verurteile jede Verachtung von Frauen. Zugleich sei der Mann zuerst geschaffen, die Frau als Hilfe und Ergänzung (1. Mose 2,18), und der Mann trage die Hauptverantwortung (1. Korinther 11,9–10). Der Artikel „Jackie Kennedy, die traditionelle Rolle der Frau und das christliche Evangelium“ sieht es ähnlich: Das erste Buch Mose spreche davon, dass Gott die Frau als Gehilfin schuf.
Der Artikel „Eine Geschichte für junge Frauen“ betont, dass Gott Mann und Frau verschieden geschaffen hat, damit sie sich ergänzen und voneinander abhängig leben (1. Korinther 11,11–12), und nicht, damit sich ein Geschlecht besser vorkommt als das andere.
Was bedeutet das für Ehe und Familie?
Der Artikel „Jackie Kennedy …“ hält fest: Es gehe nicht darum, in vergangene Zeiten zurückzufallen oder dass Frauen keine eigene Meinung haben sollen. Das Ziel sei die Ehre Gottes. Er verweist auf Titus 2,5, wo unter anderem steht, dass Frauen ihre Männer und Kinder lieben, ihren Haushalt gut versorgen und sich ihren Männern unterordnen sollen, damit das Wort Gottes nicht in Verruf kommt. Eine traditionelle Rollenverteilung ohne ein von Christus verändertes Herz werde schnell „sinn- und freudlos“.
Welche Dienste hatten Frauen in der Bibel?
Liebi nennt viele Beispiele (Skript):
- Altes Testament: Mirjam führte den Gesang der Frauen (2. Mose 15,20), Debora war Richterin (Richter 4–5), Hulda war Prophetin (2. Könige 22,14), und die Töchter Zelophchads erhielten öffentlich Recht (4. Mose 27). Das Lob der tüchtigen Frau steht in Sprüche 31.
- Neues Testament: Frauen waren die ersten Zeuginnen der Auferstehung (Johannes 20). Lydia war die erste namentlich genannte Gläubige in Europa (Apostelgeschichte 16,14). Priscilla und Aquila erklärten Apollos den Weg Gottes genauer (Apostelgeschichte 18,26). Phöbe war Diakonin der Gemeinde in Kenchräa (Römer 16,1). Ältere Frauen sollen „Lehrerinnen des Guten“ sein (Titus 2,3).
Was gilt für Lehre und Leitung in der Gemeinde?
Liebi versteht 1. Korinther 14,34–38 und 1. Timotheus 2,8–15 so, dass Frauen in den offiziellen Gemeindezusammenkünften nicht lehren und nicht über den Mann herrschen sollen (1. Timotheus 2,12). Er begründet das mit der Schöpfungsordnung: Adam wurde zuerst gebildet, dann Eva (1. Timotheus 2,13), und die Frau wurde verführt (1. Timotheus 2,14). Das „Gesetz“ in 1. Korinther 14,34 verweist nach seiner Deutung auf 1. Mose 3,16, nicht auf das Gesetz vom Sinai, und habe deshalb allgemeine Bedeutung. Er beschreibt zugleich, dass 1. Korinther 11,1–16 keinen Rahmen wie „in der Gemeinde“ nennt. Darum bleibe Frauen viel Raum zum Dienen außerhalb der offiziellen Zusammenkünfte, etwa in Haus, Zeugnis, Gebet, Hauskreisen und Frauengruppen.
Häufige Anschlussfragen
Ist die Unterordnung der Frau eine Abwertung?
Nach Liebi nicht, denn beide sind nach Gottes Bild geschaffen und die Frau begegnet dem Mann auf Augenhöhe. Der Unterschied liegt in der Aufgabe, nicht im Wert.
Was sagt die Bibel zur Kleidung der Frau?
Laut „Eine Geschichte für junge Frauen“ gibt die Bibel keine Vorschriften zur Rocklänge, aber Richtlinien: bescheiden, schlicht, anständig und schamhaft (1. Timotheus 2,9–10; 1. Petrus 3,3–5). Der wahre Schmuck sei das Innere, ein sanfter und stiller Geist. Männer und Frauen sollen dabei Rücksicht aufeinander nehmen.
