Kurz gesagt: Ja. Neben den Berichten des Neuen Testaments erwähnen auch nichtchristliche Schriftsteller des 1. und 2. Jahrhunderts Jesus und seine Kreuzigung – darunter der römische Historiker Tacitus, der jüdische Geschichtsschreiber Flavius Josephus, Sueton, Plinius der Jüngere und der Babylonische Talmud. Die Briefe des Paulus entstanden nur etwa 20 Jahre nach Jesu Tod, als noch viele Augenzeugen lebten.
Warum gibt es nicht noch mehr Berichte?
Heute würde jedes Ereignis um Jesus genau dokumentiert. Doch welche Bedeutung hatte für römische Historiker ein Wanderprediger in Palästina? Die Römer kreuzigten Tausende Juden. Erst als sich die Christen im Reich ausbreiteten, nahmen Historiker sie zur Kenntnis („Lebte Jesus wirklich?“). Hinzu kommt: Im Jahr 70 zerstörten die Römer Jerusalem und große Teile Israels. Viele Zeugnisse und Augenzeugen gingen dabei verloren („Ja, es existieren historische Beweise für den Herrn Jesus“).
Was sagen die biblischen Quellen?
Die Briefe des Apostels Paulus entstanden um das Jahr 50, also etwa 20 Jahre nach dem Tod Jesu. Damals lebten noch Menschen, die Jesus selbst erlebt hatten. Gegner hätten widersprochen, wenn Falsches verbreitet worden wäre. Zum Vergleich: Die ersten Biografien Alexanders des Großen wurden rund 400 Jahre nach seinem Tod geschrieben – und gelten trotzdem als glaubwürdig („Hat Jesus wirklich gelebt?“).
Welche Quellen außerhalb der Bibel gibt es?
- Tacitus, römischer Historiker: „Christus war unter des Tiberius Führung vom Procurator Pontius Pilatus hingerichtet worden“ (Annalen XV,44).
- Flavius Josephus, jüdischer Geschichtsschreiber: Er nennt Jakobus den Bruder Jesu, „der Christus genannt wird“. Eine weitere Stelle über Jesus bei Josephus ist in ihrem Wortlaut umstritten.
- Sueton, römischer Kaiserbiograf: Er berichtet von Unruhen unter den Juden in Rom wegen eines „Chrestos“.
- Plinius der Jüngere: Er beschreibt frühe christliche Gottesdienste, in denen Christus wie ein Gott verehrt wurde.
- Lukian von Samosata, griechischer Satiriker: Er spottet über die Christen, die „den in Palästina gekreuzigten Menschen“ verehren.
- Mara Bar-Serapion, Syrer: Sein Brief erwähnt die Hinrichtung von Sokrates, Pythagoras und Christus.
- Thallus, Historiker: Er versucht, die Finsternis bei der Kreuzigung natürlich zu erklären – und setzt damit die Kreuzigung voraus.
- Babylonischer Talmud: Er bestätigt die Hinrichtung Jesu am Vorabend des Passafestes.
Quellen: „Lebte Jesus wirklich?“, „Hat Jesus wirklich gelebt?“, „Ja, es existieren historische Beweise für den Herrn Jesus“. Wäre Jesus keine historische Person gewesen, hätten die jüdischen Schriften dies mit Sicherheit richtiggestellt.
Haben die Jünger Jesus erfunden?
Ausgerechnet einen gekreuzigten Messias hätte niemand erfunden. Die Kreuzigung war die schändlichste Todesart, die die Römer für Sklaven und Schwerverbrecher verwendeten. Paulus wusste das: „Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden“ (1. Korinther 1,18). Die ersten Christen waren fast alle Juden, die einen politischen Befreier erwarteten, keinen Gekreuzigten („Ist Jesus eine Erfindung der Evangelienschreiber?“). Und: Tausende Christen, darunter die Apostel, waren bereit, für Jesus zu sterben. Niemand stirbt für eine Lüge, die er selbst erfunden hat (Quelle).
Häufige Anschlussfragen
Ist damit alles im Neuen Testament bewiesen?
Nein. Man kann nicht zu hundert Prozent beweisen, dass alles genau so geschehen ist. Aber es gibt historische Belege dafür, dass ein Jesus, der Christus genannt wurde, gelebt hat und am Kreuz hingerichtet wurde (Quelle).
Was ist wichtiger als die historischen Belege?
Wichtiger als historische Angaben über Jesus sind die Erfahrungen, die Menschen heute mit ihm machen können (Quelle).
