Hat Gott das Böse erschaffen?

Kurz gesagt: Nein. Das Böse ist kein eigenes Ding, das Gott erschaffen hätte. Wie Kälte die Abwesenheit von Wärme ist und Finsternis die Abwesenheit von Licht, so ist das Böse das, was geschieht, wenn Gott und seine Liebe fehlen. Möglich wurde es, weil Gott den Menschen frei geschaffen hat – durch diese Freiheit ist die Sünde in die Welt gekommen.

Die Geschichte von Kälte und Finsternis

Auf soulsaver.de wird eine bekannte Geschichte erzählt: Ein Lehrer will beweisen, dass der christliche Glaube unvernünftig ist. Wenn Gott alles geschaffen hat, sagt er, dann hat er auch das Böse geschaffen. Ein Schüler fragt zurück: Gibt es Kälte? Gibt es Finsternis? Physikalisch ist Kälte nur die Abwesenheit von Wärme und Finsternis die Abwesenheit von Licht. Ebenso, sagt der Schüler, ist das Böse die Abwesenheit Gottes. „Gott hat das Böse nicht erschaffen“ („Schwere Frage: Hat Gott das Böse erschaffen?“).

Warum hat Gott eine Welt geschaffen, in der Böses möglich ist?

Gott kann alles tun, was in sich möglich ist – aber nichts Widersinniges wie einen quadratischen Kreis. C. S. Lewis schreibt: „Du darfst Ihm Wunder zuschreiben, aber nicht Widersinn.“ Ein Mensch, der nicht frei ist, ist kein Mensch. Und zur freien Wahl gehört, dass man wählen kann. Nur wenn der Mensch Böses tun kann, hat es überhaupt Sinn, Gutes zu tun („Warum kann Gott nicht Menschen erschaffen, die nichts Böses tun?“).

Wesen zu schaffen, die das Gute wählen müssen, hieße Roboter zu schaffen. Freiheit war das Instrument, durch das die Sünde in unsere Welt gelangt ist („Warum gebietet Gott dem Bösen nicht Einhalt?“).

Woher kommt das Böse dann?

Die Bibel schreibt den Ursprung des Bösen dem Teufel zu. Adam und Eva erlagen seiner Versuchung und waren Gott ungehorsam (1. Mose 3). Seitdem trägt die ganze Menschheit diese Folgen („Warum lässt Gott Leid zu?“, „Was heißt das, dass Jesus für unsere Sünden gestorben ist?“).

Wird das Böse für immer bleiben?

Nein. G. K. Chesterton verglich die Schöpfung mit einem Schauspiel, das nach Gottes Plan vollkommen sein sollte, aber von den menschlichen Darstellern verdorben wurde. Doch Gott hat sich selbst in unser Leid hineinbegeben. Am Kreuz wirkte sich das Böse am schlimmsten aus und wurde zugleich überwunden. Mit der Auferstehung hat Gott zugesagt, dass er das Böse eines Tages endgültig besiegt: „und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein“ (Offenbarung 21,4; Quelle).

Häufige Anschlussfragen

Warum greift Gott nicht sofort ein?

Wenn Gott jedem Bösen sofort Einhalt gebieten würde, dann auch jedem bösen Gedanken in uns selbst. Niemand wünscht sich, dass Gott ihn ständig hindert (Quelle).

Was hat Jesus mit dem Bösen zu tun?

Gott schickte seinen Sohn auf die Erde. Jesus starb unschuldig am Kreuz und nahm stellvertretend die Schuld und das Elend der Menschen auf sich. Wer ihn in sein Leben aufnimmt, kann seine Schuld bei ihm abgeben (Quelle).

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