Kurz gesagt: Die Bibel bezeichnet gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen als Sünde, weil Gott die Ehe und die Sexualität für einen Mann und eine Frau geschaffen hat. Zugleich liebt Gott jeden Menschen, auch Homosexuelle, und bietet allen Vergebung und ein neues Leben durch Jesus Christus an. Homosexualität ist dabei keine „größere“ Sünde als andere: Alle Menschen sind auf Gottes Gnade angewiesen.
Welche Bibelstellen sprechen über Homosexualität?
Der Artikel „Was sagt die Bibel über Homosexualität?“ nennt vor allem 1. Mose 19,1–13, 3. Mose 18,22 und 20,13, Römer 1,26–27 und 1. Korinther 6,9. Grundlage ist die Schöpfung: Gott hat die Ehe und die sexuelle Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau gestiftet, und Jesus selbst beruft sich in Matthäus 19,4–5 darauf. Nach Römer 1 ist Homosexualität eine der Folgen davon, dass Menschen sich von Gott abwenden (Quelle). Gianni Cascato betont: „Das auszusprechen ist kein Hass, sondern Treue zur Schrift“ (Quelle).
Neigung und Handlung: ein wichtiger Unterschied
Soulsaver.de unterscheidet zwischen homosexuellem Verhalten und homosexuellen Neigungen. Das Verhalten ist Sünde. Die Bibel sagt aber nie, dass es Sünde ist, versucht zu werden. Der Kampf mit der Versuchung kann zur Sünde führen, ist aber selbst keine Sünde (Quelle). Der Artikel sieht die gleichgeschlechtliche Anziehung allerdings als Ausdruck der gefallenen Natur, die alle Menschen betrifft (Römer 3,23).
Ein weiterer Artikel hält fest: Niemand entscheidet sich dafür, sich zum eigenen Geschlecht hingezogen zu fühlen. Entscheiden kann man aber, wie man mit diesen Gefühlen umgeht („Was ist Homosexualität?“). Das gilt für jeden Christen in jeder Versuchung: „Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen“ (Galater 5,16; Quelle).
Gott liebt jeden Menschen
Gottes Liebe hängt nicht davon ab, wie gut wir sind. „Darum preiset Gott seine Liebe gegen uns, daß Christus für uns gestorben ist, da wir noch Sünder waren“ (Römer 5,8). Gott liebt uns, um uns zu retten. Seine Liebe ist eine Einladung zur Veränderung, keine Bestätigung der Sünde, und er möchte, dass alle zur Umkehr kommen (2. Petrus 3,9; Quelle).
Alle Menschen sind Geschöpfe Gottes. Kinder Gottes werden sie aber durch den Glauben an Christus: „Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, die an seinen Namen glauben“ (Johannes 1,12; Galater 3,26; Quelle).
Veränderung ist möglich
Paulus zählt in 1. Korinther 6 viele Sünden auf, auch die Homosexualität, und schreibt dann: „Und solche sind euer etliche gewesen; aber ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerecht geworden durch den Namen des HERRN Jesu und durch den Geist unsers Gottes“ (1. Korinther 6,11). Keine Sünde ist zu groß für die reinigende Kraft Jesu. Wer gereinigt ist, wird nicht mehr durch die Sünde bestimmt (Quelle). Gott verspricht allen, die an Jesus glauben, die Kraft zum Sieg über die Sünde (2. Korinther 5,17; Philipper 4,13).
Ein Mann berichtet auf soulsaver.de, wie er nach seiner Hinwendung zu Jesus und mit seelsorgerlicher Begleitung eine solche Veränderung erlebt hat und später geheiratet hat (Lebensbericht).
Wie sollen Christen Homosexuellen begegnen?
- Willkommen heißen, ohne die Sünde gutzuheißen. Jeder darf kommen und Gottes Wort hören (Quelle).
- Die Wahrheit in Liebe sagen. Nach Epheser 4,15 sollen Christen weder beleidigen noch verurteilen, aber auch nicht verschweigen, was Gott gesagt hat (Quelle).
- Auf verletzende Sprüche verzichten. Ein Artikel warnt ausdrücklich vor oberflächlichen Parolen wie „Gott schuf Adam und Eva, nicht Adam und Stefan“. Ihre Böswilligkeit widerspricht der Schrift (Quelle).
- Zuhören. Wenn ein Freund sagt, er sei homosexuell, ist das noch kein Beweis für sexuelle Handlungen. Das Gespräch hilft, ihn besser zu verstehen (Quelle).
Häufige Anschlussfragen
Ist Homosexualität schlimmer als andere Sünden?
Nein. Die Bibel beschreibt sie nicht als „größere“ Sünde. Ohne Christus ist jeder verloren, und Gottes Vergebung steht dem Homosexuellen ebenso offen wie dem Ehebrecher, Lügner oder Dieb (Quelle).
Kann ein Christ homosexuell empfinden?
Die Versuchung selbst ist keine Sünde (Quelle). Jesus ruft aber alle Nachfolger, auch in ihrer Sexualität: „Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir“ (Matthäus 16,24).
