Sex vor der Ehe und unverheiratet zusammenleben: Was sagt die Bibel?

Kurz gesagt: Die Bibel sieht Sexualität als gutes Geschenk Gottes, das in den geschützten Rahmen der lebenslangen Ehe von Mann und Frau gehört. Sex vor der Ehe und unverheiratetes Zusammenleben nennt sie Unzucht (Hurerei). Eine Ehe beginnt nicht mit der Absicht zu heiraten, sondern mit der offiziellen, öffentlichen Eheschließung. Wer anders lebt, ist eingeladen umzukehren, und bei Jesus findet er Vergebung.

Ist die Bibel gegen Sex?

Nein. Die Bibel hat eine sehr positive Sicht auf Sexualität. Von Anfang an gilt sie als Gabe Gottes, und im Alten Testament beschäftigt sich ein ganzes Buch mit der Schönheit der Liebe („Was ist falsch an Sex vor der Ehe?“). Grundlage ist 1. Mose 2,24: „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und an seinem Weibe hangen, und sie werden sein ein Fleisch.“ Das „Ein-Fleisch-Sein“ meint die leibliche Gemeinschaft, umfasst aber den ganzen Menschen mit Seele und Geist (Quelle). Die eheliche Sexualität dient auch nicht nur dazu, Kinder zu bekommen (1. Korinther 7,5; Sprüche 5,18–19; Prediger 9,9). Die Bibel grenzt sich von Prüderie ebenso ab wie von Wollust (Quelle).

Warum gehört Sex in die Ehe?

  • Gott hat die Ehe gestiftet. Sie ist keine menschliche Erfindung, sondern seine gute Idee (1. Mose 2,18), angelegt auf das ganze Leben (Matthäus 19,6; Quelle).
  • Die Ehe ist ein Bild für Christus und die Gemeinde. Darum ist sie auf Dauer angelegt (Epheser 5,25.32; Quelle).
  • Gott schützt sein Geschenk. Der Schöpfer weiß am besten, was gut für uns ist, denn die Sexualität ist seine Erfindung. Der Rahmen der Ehe soll dieses wertvolle Geschenk schützen. Es geht dabei nicht darum, anderen den Spaß zu verderben (Quelle).

Was meint die Bibel mit „Unzucht“?

Das Neue Testament verwendet dafür das griechische Wort porneia. Es bezeichnet jede Befriedigung des Geschlechtstriebes außerhalb der Ehe, ausdrücklich auch voreheliche sexuelle Gemeinschaft (5. Mose 22,28; 1. Korinther 6,18; 1. Thessalonicher 4,3). „Die Ehe soll ehrlich gehalten werden bei allen und das Ehebett unbefleckt; die Hurer aber und die Ehebrecher wird Gott richten“ (Hebräer 13,4). Daraus folgert der Artikel „Dürfen Christen unverheiratet zusammen leben?“: Das Zusammenleben unverheirateter Paare ist wie vor- oder außerehelicher Geschlechtsverkehr Hurerei. Nach 1. Korinther 6,9–10 schließt es vom Reich Gottes aus, es sei denn, die Betroffenen kehren um.

Ab wann ist ein Paar verheiratet?

Nach Quelle 58540 beginnt eine Ehe weder mit der Absicht, zusammenzubleiben, noch mit dem ersten Intimverkehr:

  1. Jakob hatte vor der Hochzeit keinen sexuellen Kontakt mit Rahel. Die Ehe galt ab dem öffentlichen Hochzeitsfest (1. Mose 29,21).
  2. Wer in Israel mit einer jungen Frau geschlafen hatte, musste sie heiraten (5. Mose 22,28–29). Intime Beziehungen waren vor der Eheschließung also nicht erlaubt.
  3. Eine Ehe gilt auch vor Gott dann als geschlossen, wenn Mann und Frau das in ihrer Gesellschaft übliche offizielle Ritual vollzogen haben. In unserem Kulturkreis ist das das Standesamt. Wichtig ist, dass das Umfeld eindeutig weiß: Diese beiden gehören verbindlich zusammen.

Wir leben schon zusammen. Was nun?

Viele fragen: „Muss ich aufhören, mit meinem Freund oder meiner Freundin zu schlafen, wenn ich Christ werde?“ Dahinter steht oft die Frage, ob man aufgeben muss, was einen glücklich macht. Jesus spricht viel über wahres Leben, und er verspricht, gerade dann da zu sein, wenn es hart auf hart kommt (Quelle). Der Weg heißt Umkehr (Quelle). Und Jesus lädt ein: „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken“ (Matthäus 11,28). Bei ihm gibt es Vergebung aller Schuld (Quelle).

Häufige Anschlussfragen

Und wenn wir sowieso heiraten wollen?

Auch dann nicht. Die Absicht, den Lebensweg gemeinsam zu gehen, ist nach der Bibel noch keine Ehe. Beispiele wie Jakob und Rahel zeigen, dass die Ehe mit der öffentlichen Hochzeit beginnt (Quelle).

Was macht eine Ehe stark?

Nach Gottes Idee soll in der Ehe der Charakter Jesu sichtbar werden: Treue, echte Liebe, Hingabe und Vergebung. Männer sollen ihre Frauen lieben, wie Christus die Gemeinde geliebt und sich für sie hingegeben hat (Epheser 5,25; Quelle).

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