Kurz gesagt: Nach der Bibel ist das menschliche Herz seit dem Sündenfall nicht gut, sondern von Jugend an zum Bösen geneigt. Das Böse kommt nicht in erster Linie von außen, von Umwelt oder Gesellschaft, sondern von innen, aus dem Herzen. Aus eigener Kraft kommt der Mensch davon nicht los. Aber Gott schenkt durch Jesus Christus Vergebung und ein neues Herz.
Zwei Meinungen: Wolf oder gutes Wesen?
Der römische Dichter Plautus schrieb vor über 2200 Jahren: „Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf.“ Rund 2000 Jahre später behauptete der Philosoph Jean-Jacques Rousseau das Gegenteil: Der Mensch sei von Natur aus gut. Schuld am Bösen seien nur äußere Einflüsse wie Umwelt und Gesellschaft („Der Mensch: gut oder böse?“). Diese Sicht prägt bis heute viele Menschen.
Was sagt die Bibel?
Die Bibel gibt eine klare und unbequeme Antwort: „Das Dichten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf“ (1. Mose 8,21). Das sind harte Worte, aber sie treffen den Kern. Jeder ist von klein auf selbstsüchtig. Daraus entstehen Lüge, Betrug, Lieblosigkeit, Hass und Gewalt (Quelle).
Jesus selbst sagt, dass das Böse von innen kommt, aus dem Herzen des Menschen: böse Gedanken, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Neid und Hochmut (Markus 7,21–23). Auch Paulus schreibt, dass das unverständige Herz der Menschen verfinstert ist (Römer 1,21). Der Artikel „Was ist das Böse?“ fasst zusammen: Das wird heute nicht gern gehört, aber vom Sündenfall her ist unser Herz nicht rein.
Woher kommt das Böse?
Nicht von Gott. Die Bibel sagt: „daß Gott Licht ist“ (1. Johannes 1,5) und „Gott ist die Liebe“ (1. Johannes 4,16). Das Böse, die Sünde, kam durch den Menschen in die Welt (Römer 5,12). Gott hat es zugelassen, als der Mensch sich von ihm abwandte und ungehorsam wurde (Quelle).
Ein Gleichnis, das Leo Tolstoi zugeschrieben wird, bringt es auf den Punkt: Tiere streiten, ob das Böse vom Hunger, von der Liebe, vom Willen oder von der Angst kommt. Der Einsiedler antwortet: Wir selbst sind es, die so viel Böses verursachen (Quelle).
Das Böse ist dabei nichts Eigenständiges. Mit C. S. Lewis gesagt ist es „ein Schmarotzer“: verdorbenes Gutes, so wie Dunkelheit die Abwesenheit von Licht ist („Wenn es Gott gibt, warum gibt es dann das Böse?“).
Warum hat Gott keine Menschen geschaffen, die nichts Böses tun?
Gott schuf den Menschen frei. Wer wirklich frei ist, hat eine echte Wahl – und dazu gehört die Möglichkeit, Böses zu tun. Menschen zu schaffen, die das Gute wählen müssen, hieße Roboter zu schaffen („Warum kann Gott nicht Menschen erschaffen, die nichts Böses tun?“). Freiheit war das Mittel, durch das die Sünde in die Welt kam.
Kann der Mensch sich selbst bessern?
Nein. So oft wir uns vornehmen, freundlicher, geduldiger und großzügiger zu sein – aus unserem Egoismus kommen wir allein nicht heraus. Wir brauchen ein neues Herz (Quelle). Und weil jedes Herz böse ist, kann kein Mensch von sich aus Gemeinschaft mit dem heiligen Gott haben.
Doch Gott liebt jeden Menschen so sehr, dass er das Problem selbst löst (Quelle):
- Gott wurde in Jesus Christus Mensch. Jesus hatte ein gutes Herz voller Liebe und zeigte, wie Gott ist.
- Er starb unschuldig an der Stelle schuldiger Menschen.
- Drei Tage später hat Gott ihn von den Toten auferweckt.
- Wer Jesus um Vergebung bittet, bekommt volle Vergebung und ein neues Herz.
„Ist jemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden“ (2. Korinther 5,17).
Häufige Anschlussfragen
Woran merkt man das neue Herz?
Mit Jesus beginnt ein Leben mit neuen Gedanken, Gefühlen und Handlungen. Wer Jesus vertraut, bekommt den Heiligen Geist. Bitterkeit, Zorn und böses Reden sollen Freundlichkeit, Mitgefühl und Vergebung weichen (Epheser 4,30–32). Ein Bauer sagte nach seiner Bekehrung: „Als ich mich bekehrte, merkten das die Kühe im Stall!“ (Quelle).
Hat Gott das Böse geschaffen?
Nein. Gott ist Licht und Liebe. Das Böse ist durch den Ungehorsam des Menschen entstanden; Gott hat es zugelassen, aber es kommt nicht von ihm (Quelle).
