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Kurz gesagt: Aktive Sterbehilfe ist aus biblischer Sicht letztlich Hilfe zur Selbsttötung. Wer sie verlangt, will sein Leben aus eigener Entscheidung beenden, und wer sie leistet, tötet willentlich. Leben zu geben und zu nehmen steht allein Gott als Schöpfer zu. Leidende und Sterbende brauchen darum keine Sterbehilfe, sondern Sterbebegleitung: Zeit, Nähe und Hilfe.
Aktive und passive Sterbehilfe
Der Artikel „Aktive Sterbehilfe: Was sagt die Bibel dazu?“ unterscheidet zwei Formen. Passive Sterbehilfe meint den Abbruch der Behandlung bei einem Todkranken. Aktive Sterbehilfe meint das aktive Töten, zum Beispiel durch eine Giftspritze. Um diese aktive Form geht es in der heutigen Diskussion vor allem, und gegen sie richtet sich der Artikel.
Was sagt die Bibel zum Töten?
Die Bibel spricht im Alten und im Neuen Testament sehr deutlich über Menschen, die mit Absicht töten. Im Alten Testament wurde das mit dem Tod bestraft (2. Mose 21,12). Die Offenbarung nennt den ewigen Tod als Folge (Offenbarung 21,8; Quelle).
Dazu kommt ein zweiter Gedanke: Nach Kolosser 1,16 hat Jesus alles nicht nur geschaffen, sondern für sich geschaffen. Auch unser biologisches Leben besteht durch ihn, den Erhalter aller Menschen (1. Timotheus 4,10). Wer sich das eigene Leben nimmt, greift in die Rechte des Schöpfers ein. Nur er hat die Autorität, Leben zu geben und zu nehmen (Quelle).
Biblische Beispiele
Die Bibel berichtet von mehreren Menschen, die sich das Leben nahmen. Bei keinem von ihnen findet sich ein Hinweis auf einen persönlichen Glauben an Gott (Quelle):
- Abimelech (Richter 9,54)
- Saul (1. Samuel 31,4)
- Ahitophel (2. Samuel 17,23)
- Simri (1. Könige 16,18–19)
- Judas (Matthäus 27,5)
Abimelech und Saul baten andere, sie zu töten. Darin sieht der Artikel eine Bitte um Sterbehilfe, die Gottes Wort ächtet.
Barmherzigkeit statt Verurteilung
Auch wenn die Bibel Selbsttötung und aktive Sterbehilfe als Sünde verurteilt, heißt das nicht, dass jeder, der sich das Leben nimmt oder um Sterbehilfe bittet, ungläubig ist. Unter großen körperlichen oder seelischen Leiden handeln auch Christen manchmal unbiblisch. Manche Menschen leiden wegen bestimmter Krankheiten schrecklich. Auch Hiob wollte sein Leben aufgeben. Solche Menschen brauchen unsere Hilfe (Quelle).
Sterbebegleitung statt Sterbehilfe
Statt nur über Sterbehilfe zu diskutieren, sollen Christen sich selbst fragen (Quelle):
- Alte Menschen: Nehmen wir uns Zeit, sie zu betreuen, zu ermutigen und einfach still bei ihnen zu sitzen? Sind wir bereit, unsere Eltern, wenn möglich, aufzunehmen und zu pflegen?
- Sterbende: In den letzten Augenblicken ist Begleitung nötig, damit der Sterbende weiß: Ich bin nicht allein.
- Kinder und Jugendliche: Haben wir den Mut, ihnen mit Zeit, Rat und helfender Hand beizustehen und uns in ihre Not hineinzuhören?
- Menschen ohne Glauben: „Predige das Wort, halte an, es sei zu rechter Zeit oder zur Unzeit“ (2. Timotheus 4,2). Dazu gehören Worte und Taten.
Häufige Anschlussfragen
Ist der Abbruch einer Behandlung auch verboten?
Der Artikel unterscheidet ausdrücklich zwischen passiver Sterbehilfe, also dem Abbruch der Behandlung bei Todkranken, und dem aktiven Töten. Seine Kritik richtet sich gegen das aktive Töten. Eine ausführliche Bewertung der passiven Sterbehilfe enthält er nicht (Quelle).
Was, wenn jemand unerträglich leidet?
Dann braucht er Nähe und Hilfe statt Verurteilung. Das Beispiel Hiobs zeigt, dass auch Gläubige an diesen Punkt kommen können (Quelle).
