Kurz gesagt: Für die Errettung braucht man die Taufe nicht: In den Himmel kommt man allein durch den Glauben an Jesus Christus. Trotzdem ist die Taufe kein freiwilliges Extra. Jesus hat sie ausdrücklich angeordnet, und Gott will, dass jeder, der sich bekehrt hat, sich taufen lässt. Sie ist ein öffentliches Bekenntnis und ein Bild dafür, dass man mit Christus gestorben und zu einem neuen Leben auferstanden ist. So fasst es Roger Liebi, „Die biblische Lehre über die Bedeutung der Taufe“ zusammen.
Rettet die Taufe?
Jesus sagt in Markus 16,16 sinngemäß: Wer glaubt und getauft wird, wird gerettet; wer nicht glaubt, wird verdammt. Roger Liebi weist auf ein Detail hin: Zum Verlorengehen nennt Jesus nur den fehlenden Glauben, von der Taufe ist dort keine Rede. Die Rettung für den Himmel hängt also allein am Glauben, wie es auch Römer 3 und Galater 2 lehren. Die Auffassung, ohne Taufe komme man nicht in den Himmel, lehnt Liebi deshalb entschieden ab (Roger Liebi, Vortragsabschrift).
Und 1. Petrus 3,21, wo von der Taufe die Rede ist, die „rettet“? Petrus hatte denselben Christen schon gesagt, dass sie durch das kostbare Blut Christi erlöst sind (1. Petrus 1,18–19). In 3,21 steht das Wort nach Liebi in einer Zeitform, die ein fortdauerndes Geschehen ausdrückt. Gemeint ist eine Rettung im Alltag, aus Gefahren und Versuchungen. Außerdem nennt Petrus die Taufe ein „Gegenbild“ zur Arche Noahs. Liebis Schluss: „Die Taufe ist ein Bild.“ Durch das Wasser selbst geschieht nichts Magisches.
Warum soll ich mich dann taufen lassen?
- Jesus hat es befohlen. Der Auferstandene beauftragte seine Jünger, Menschen zu Jüngern zu machen, sie zu taufen und zu lehren (Matthäus 28,19–20).
- Die ersten Christen taten es sofort. Der Kämmerer aus Äthiopien wollte gleich getauft werden, als er von Jesus gehört hatte (Apostelgeschichte 8,36–38). Der Gefängniswärter in Philippi wurde noch in derselben Nacht getauft (Apostelgeschichte 16,33). Zu Saulus sagte Ananias: Was zögerst du? (Apostelgeschichte 22,16).
- Die Taufe gehört zur Nachfolge. Sie ist der Anfang eines Lebens als Jünger Jesu.
Was bedeutet die Taufe?
Roger Liebi nennt mehrere Bedeutungen (Quelle):
- Bekenntnis zum dreieinen Gott: getauft wird auf „den Namen“ (Einzahl) des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, denn es gibt nur einen Gott (Matthäus 28,19).
- Bekenntnis zu Jesus als dem Messias (Apostelgeschichte 2,38).
- Bild der Reinigung: Durch den Tod Jesu sind die Sünden abgewaschen (Apostelgeschichte 22,16).
- Begräbnis mit Christus: Das Untertauchen zeigt, dass sein Tod mir zugerechnet wird und mein altes Leben vorbei ist (Römer 6,3–4).
- Auferstehung zu neuem Leben: Das Herauskommen aus dem Wasser ist ein Bild dafür (Kolosser 2,12).
- Christus anziehen: Selbst die trockenen Kleider danach erinnern daran (Galater 3,27).
- Eine Abmachung mit Gott: Der Täufling bezeugt, dass er nur noch einen Weg gehen will, auf dem er ein gutes Gewissen vor Gott hat (1. Petrus 3,21).
Wer wird getauft, und wie?
In der Apostelgeschichte gilt immer dieselbe Reihenfolge: Erst nehmen Menschen das Wort an und kommen zum Glauben, dann werden sie getauft (Apostelgeschichte 2,41; 18,8). Das griechische Wort für Taufe bedeutet „eintauchen, untertauchen“, nicht besprengen. Getauft wird man von einem anderen Christen, sodass immer Zeugen dabei sind. Und die Taufe geschieht einmal, nicht wiederholt (Epheser 4,5).
Häufige Anschlussfragen
Ich wurde als Baby getauft. Muss ich mich noch einmal taufen lassen?
Liebi achtet den Glauben von Eltern, die ihr Kind bewusst im Glauben erziehen wollen. Eine Besprengung im Säuglingsalter ist für ihn aber nicht die Taufe, die das Neue Testament beschreibt. Wer sich nach seiner Bekehrung untertauchen lässt, ist darum kein „Wiedertäufer“, sondern wird zum ersten Mal biblisch getauft. Als Beispiel nennt er Apostelgeschichte 19,1–7 (Quelle).
Ist die Wassertaufe dasselbe wie die Taufe mit dem Heiligen Geist?
Nein. Die Taufe mit dem Heiligen Geist ist nach 1. Korinther 12,13 die Eingliederung in den Leib Christi. Sie geschieht bei jeder echten Bekehrung und ist kein ekstatisches Erlebnis (Roger Liebi).
