Kurz gesagt: Das Abendmahl, in der Bibel „Brotbrechen“ oder Mahl des Herrn genannt, ist eine Gedächtnisfeier, die Jesus selbst eingesetzt hat. Brot und Kelch sind Zeichen für seinen Leib und sein Blut und erinnern an sein stellvertretendes Opfer am Kreuz. Wer daran teilnimmt, verkündigt den Tod des Herrn, bis er wiederkommt. Es ist eine Feier der Gemeinde, die die Einheit aller Gläubigen im Leib Christi ausdrückt (Andreas Kuhs auf rogerliebi.ch, „Wann, wie und mit wem sollen wir das Abendmahl einnehmen?“).
Woher kommt der Name?
Die Bibel spricht vom „Brechen des Brotes“ oder vom Mahl des Herrn (Apostelgeschichte 20,7; 1. Korinther 11,20). Das griechische Wort für „Mahl“ meinte die Hauptmahlzeit des Tages, die wegen der Hitze meist am Abend gegessen wurde. Daher kommt „Abendmahl“. Gefeiert werden muss es deshalb aber nicht am Abend (Andreas Kuhs, rogerliebi.ch).
Wer hat das Abendmahl eingesetzt?
Jesus selbst, während des Passahfestes in der Nacht, in der er verraten wurde (Matthäus 26,26–30; Markus 14,22–26; Lukas 22,14–20). Er nahm Elemente des Passahmahls, gab ihnen aber eine neue Bedeutung. Das Abendmahl ist also kein jüdisches Fest, sondern etwas Neues. Dass es auch für die Gemeinde heute gilt, zeigt vor allem der 1. Korintherbrief. Paulus schreibt dort, er habe seine Anweisungen direkt vom Herrn empfangen (1. Korinther 11,23–26). Roger Liebi weist darauf hin, dass dies der einzige Brief ist, der das Abendmahl ausführlich behandelt, nämlich in 1. Korinther 10,14–22 und 11,20–34 (Roger Liebi, „Einführung in den 1. Korintherbrief“).
Was bedeutet das Abendmahl?
Nach dem Artikel auf rogerliebi.ch hat das Brotbrechen mehrere Bedeutungen:
- Gedächtnis: Jesus fordert auf, das Mahl zu seinem Gedächtnis zu halten (1. Korinther 11,24–25). Sein Opfer soll nie vergessen werden.
- Zeichen seines Opfers: Brot und Kelch stehen für den Leib und das Blut Christi. Sie weisen auf seinen Gehorsam bis zum Tod am Kreuz (Philipper 2,8) und auf sein stellvertretendes Sühneopfer hin.
- Verkündigung: Wer isst und trinkt, verkündigt den Tod des Herrn, bis er kommt (1. Korinther 11,26). Man blickt dankbar zurück und erwartet zugleich seine Wiederkunft.
- Gemeinschaft: mit dem Herrn und untereinander. Weil alle an dem einen Brot teilhaben, sind die vielen Gläubigen ein Leib (1. Korinther 10,16–17).
- Sein Tisch: Paulus spricht vom Tisch des Herrn (1. Korinther 10,21). Jesus ist der Gastgeber, nicht wir.
- Anbetung: Darum verbinden Gemeinden das Brotbrechen oft mit Liedern und Gebeten des Dankes.
Wer darf teilnehmen?
Weil das Brot den Leib Christi darstellt, gehören dazu nur Menschen, die durch Umkehr zum persönlichen Glauben an Christus gekommen und von neuem geboren sind. Ungläubige haben daran keinen Anteil. Der Artikel verweist dazu auf 2. Korinther 6,14: Licht und Finsternis haben keine Gemeinschaft. Kommt jemand Neues in die Gemeinde, nimmt man sich Zeit zum Kennenlernen, bevor er am Brotbrechen teilnimmt (Quelle).
Wann und wo wird es gefeiert?
Die ersten Christen brachen das Brot zunächst täglich in den Häusern (Apostelgeschichte 2,42). Später feierte man es als örtliche Gemeinde am ersten Tag der Woche, dem Sonntag. Paulus blieb deshalb in Troas eigens bis zum Sonntag (Apostelgeschichte 20,6–7). Nach dem Artikel gehört das Mahl des Herrn in die örtliche Gemeinde als Mitte des Gottesdienstes, nicht in einen unverbindlichen Hauskreis.
Häufige Anschlussfragen
Was heißt „unwürdig“ essen?
Paulus mahnt: Jeder prüfe sich selbst (1. Korinther 11,27–32). In Korinth gab es Spaltungen, manche betranken sich, andere gingen leer aus. Selbstprüfung bedeutet, unter der Woche das eigene Herz von Gott erforschen zu lassen und Sünde zu bekennen. Das Gericht, von dem Paulus spricht, stellt das Heil des Gläubigen nicht infrage. Es ist Erziehung durch den Herrn, damit wir nicht mit der Welt verurteilt werden (Quelle).
Bringt das Abendmahl Segen oder Heilung?
Nein. Es soll keine guten Gefühle, keine Heilungskraft und keinen besonderen Segen vermitteln, sondern den Herrn Jesus in den Mittelpunkt stellen.
Wein oder Traubensaft, ein Kelch oder mehrere?
Das nennt der Artikel zweitrangige Fragen. Entscheidend ist, dass die Gemeinde mit Ehrfurcht vor dem Erlösungswerk Jesu zusammenkommt.
