Kurz gesagt: Die Bibel nennt kein Geburtsdatum Jesu. Sicher ist nach Matthäus und Lukas nur, dass Jesus unter König Herodes dem Großen geboren wurde, also vor dessen Tod im März 4 v. Chr. Der Autor Michael Hesemann datiert die Geburt in die erste Märzhälfte des Jahres 5 v. Chr., in den jüdischen Frühlingsmonat Nisan. Der 25. Dezember ist ein später festgelegter Feiertag, nicht der historische Geburtstag.
Was steht in der Bibel?
Die Evangelien berichten sehr genau über den Todestag Jesu und den Zeitpunkt seiner Auferstehung. Über seine Geburt geben sie dagegen kein Datum an. Den ersten Christen war der Geburtstag nicht wichtig: Sie feierten bei ihren Märtyrern nicht den Geburtstag, sondern den Todestag als „Geburt im Himmel“. So erklärt es Michael Hesemann im Artikel „Wann wurde Jesus wirklich geboren?“.
Welche Anhaltspunkte gibt es?
Hesemann nennt mehrere Hinweise (Quelle):
- König Herodes: Matthäus und Lukas stimmen darin überein, dass Jesus unter Herodes dem Großen geboren wurde. Herodes starb im März 4 v. Chr. Die Geburt muss also davor liegen.
- Die Hirten auf dem Feld: Von November bis Februar waren die Schafe noch in den Stallhöhlen. Diese Monate scheiden deshalb aus.
- Frühe Überlieferung: Clemens von Alexandrien (150–215) berichtet von Christen, die die Geburt auf Tage legten, die damals dem 9. April oder dem 9./10. März entsprachen – nicht dem 25. Dezember.
- Das Jahr: In Ägypten datierte man die Geburt in das 28. Jahr des Augustus. Rechnet man vom Beginn seiner Alleinherrschaft an, ergibt sich das Jahr 5 v. Chr.
Warum gerade der Monat Nisan?
Hesemann ist überzeugt, dass Jesus im Nisan geboren wurde. Dieser Monat begann im Jahr 5 v. Chr. am 9. März. Für die Juden war der Nisan der erste Monat des Jahres (2. Mose 12,2) und ein Zeichen der Erneuerung. In diesem Monat wurden auch die Passahlämmer geboren. Hesemann fragt deshalb: Welcher Monat wäre passender für die Geburt des Erlösers, der zum Opferlamm Gottes wurde? Außerdem verbindet er den Stern von Bethlehem mit einer Supernova, die damals am Himmel erschien (Quelle). Dies ist seine persönliche Deutung.
Woher kommt der 25. Dezember?
Erst seit der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts feierte man im Westen die Geburt Christi am 25. Dezember, im Osten am 6. Januar. Nach Hesemann geht das nicht auf einen Befehl Kaiser Konstantins zurück und hat auch nichts mit dem römischen Sonnengott zu tun. Diese Behauptung stamme erst aus dem 12. Jahrhundert. Er nennt einen anderen Ursprung: Um 200 setzte Tertullian den Todestag Jesu mit dem 25. März gleich. An diesem Tag feierten Christen auch die Verkündigung an Maria. Zählt man neun Monate dazu, kommt man auf den 25. Dezember (Quelle).
Darf man dann trotzdem Weihnachten feiern?
Ja. Im Artikel „Ich feiere gerne Weihnachten …“ heißt es: Es ist sinnvoll, Weihnachten zur Wintersonnenwende zu feiern, auch wenn Jesus historisch an einem anderen Tag geboren wurde. Denn Jesus sagt: „Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben“ (Johannes 8,12). Entscheidend ist nicht das Datum, sondern wer da geboren wurde.
Häufige Anschlussfragen
Wie wurde Jesus geboren?
Nach dem Zeugnis der Bibel wurde Jesus von einer Jungfrau geboren. Maria war „schwanger war von dem heiligen Geist“ (Matthäus 1,18), wie es Jesaja angekündigt hatte (Matthäus 1,23; Lukas 1,35). Albert Mohler betont: Die jungfräuliche Geburt erklärt, wie Christus zugleich Gott und Mensch sein konnte und warum er ohne Sünde war (Quelle).
Muss ein Christ an die Jungfrauengeburt glauben?
Ein Neubekehrter kennt diese Lehre vielleicht noch nicht. Aber ein Christ kann sie nach Mohler nicht aus Überzeugung ablehnen. Sie ist ein unverzichtbarer Teil dessen, was die Bibel über die Person und das Werk Jesu sagt („Muss man daran glauben, dass Jesus Christus von einer Jungfrau geboren wurde?“).
