Kurz gesagt: Ja. Matthäus und Lukas berichten übereinstimmend, dass Maria als Jungfrau durch den Heiligen Geist schwanger wurde, ohne Zutun eines Mannes. Damit erfüllte sich die Ankündigung aus Jesaja 7,14. Die Jungfrauengeburt ist keine Nebensache: Sie erklärt, wie Jesus zugleich wahrer Gott und wahrer Mensch und dabei ohne Sünde sein konnte.
Was berichtet die Bibel?
Etwa 700 Jahre vor Jesu Geburt kündigte der Prophet Jesaja an: „Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel“ (Jesaja 7,14; „Jesus wurde von einer Jungfrau geboren!“).
Das Neue Testament berichtet die Erfüllung:
- Matthäus schreibt, dass Maria schon schwanger war „von dem Heiligen Geist“, bevor sie mit Josef zusammenkam (Matthäus 1,18). Ein Engel erklärte Josef, dass das Kind vom Heiligen Geist ist (Matthäus 1,20), und Matthäus sieht darin Jesajas Ankündigung erfüllt (Matthäus 1,23; „Muss man daran glauben, dass Jesus Christus von einer Jungfrau geboren wurde?“).
- Lukas erzählt, wie der Engel Gabriel zu Maria kam. Auf ihre Frage, wie das geschehen solle, antwortete er: „Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten“ (Lukas 1,35). Und: „Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich“ (Lukas 1,37; Quelle).
Die Bibel stellt die Jungfrauengeburt als historische Tatsache dar. Die Kirche hat sie von Anfang an geglaubt; schon Ignatius schrieb Anfang des zweiten Jahrhunderts darüber (Quelle).
Was spricht noch dafür?
Der Neutestamentler Klaus Berger weist auf weitere Beobachtungen hin („Drei Viertel aller Amerikaner glauben an Jungfrauengeburt. Wir auch.“):
- Nirgends im Neuen Testament wird Josef wirklich als Vater Jesu bezeichnet.
- In Markus 6,3 heißt Jesus „Sohn der Maria“ – für damalige Verhältnisse ganz ungewöhnlich.
- In Johannes 6,42 wird die Meinung, Jesus sei Josefs Sohn, als Missverständnis dargestellt.
Warum ist die Jungfrauengeburt so wichtig?
- Jesus ist wahrer Gott und wahrer Mensch. Er hatte eine irdische Mutter, aber keinen irdischen Vater. Wäre er ganz normal gezeugt worden, hätte er nicht zugleich ganz Gott sein können. Dann hätten Menschen einen Menschen zu Gott erhoben (Quelle).
- Der ewige Sohn kam in die Welt. Jesus war kein neu geschaffener Mensch wie wir, sondern der ewige Sohn Gottes, der schon „im Anfang“ bei Gott war (Johannes 1,1). Seine Geburt verlangte göttliches Eingreifen (Quelle).
- Jesus war ohne Sünde. Als vollkommenes Opfer musste er selbst vollkommen sein. Weil die ganze Menschheit von Sünde befleckt ist, war ein wunderbarer Eintritt in die Welt nötig (Quelle).
- Die Erlösung ist ganz Gottes Werk. Die übernatürliche Geburt zeigt, dass die Rettung das gnädige Handeln Gottes ist (Quelle).
- Der Anspruch auf Davids Thron. Nach Jeremia 22,28–30 konnte kein Nachkomme des Königs Jojachin König werden. Josef stammte aus dieser Linie (Matthäus 1,12). Als leiblicher Sohn Josefs hätte Jesus den Thron Davids nicht rechtmäßig erben können (Quelle).
Muss ein Christ daran glauben?
Ein Mensch kann zu Jesus finden, ohne diese Lehre gleich zu kennen – ein Neubekehrter lernt vieles erst nach und nach. Aber ein Christ kann sie nicht aus Überzeugung ablehnen, schreibt Albert Mohler. Wir können nicht die Bibel als Gottes Wort ansehen und zugleich ihre klaren Aussagen in Frage stellen. Die Jungfrauengeburt ist ein unverzichtbarer Teil dessen, was die Bibel über Person und Werk Jesu sagt (Quelle). Auch Theologen wie Karl Barth und Adolf Schlatter haben sie für entscheidend gehalten. Im Kern geht es um die Frage, ob ich Gott dieses Wunder zutraue (Quelle).
Häufige Anschlussfragen
Heißt es bei Jesaja nicht nur „junge Frau“?
Wer sagt, Jesus sei nur von einer „jungen Frau“ geboren, sagt damit auch, dass er einen leiblichen Vater hatte. Matthäus und Lukas sprechen aber eindeutig von einer Jungfrauengeburt (Quelle).
Was hat die Jungfrauengeburt mit meiner Rettung zu tun?
Der Erlöser, der stellvertretend für unsere Sünden starb, wurde vom Heiligen Geist gezeugt und von einer Jungfrau geboren. Rettung finden wir allein im Glauben an seinen versöhnenden Opfertod (Quelle).
