An Karneval wird die Not der Welt karamellisiert und oberflächlich weggsoffen. Wir haben da eine Alternative.

Die Christen sind eine echte Alternativ- und Gegenwelt zum profanen Gute Laune- und Ich bin gut drauf-Wahnsinn, der uns von morgens bis abends im Internet, in den Medien, im Supermarkt und im Fasching umgibt. Die billigen Events der Spaß-Gesellschaft 4.0 können nicht an die ewige Freude in und durch Gott im Jetzt und der  Ewigkeit anstinken. Eine passende Geschichte: Ein Tourist fragt den Christen, der ihn ins Gästezimmer führt, angesichts der bescheidenen Einrichtung erstaunt: „Wo habt ihr eure Möbel?“ Darauf der Christ: „Wo haben Sie die Ihren?“ Der Tourist: „Ich bin ja nur auf der Durchreise!“ Der Christ: „Wir auch!“

“Es gibt eine Sehnsucht in uns, die selbst in den größten Glücksmomenten da ist. Auch wenn wir alles haben, wollen wir immer noch mehr; wir wollen, dass diese Momente nie aufhören. Tief in uns ist ein unstillbarer Durst nach Glück und Liebe. Gott hat uns so geschaffen, nicht um uns zu quälen, sondern weil er uns tatsächlich so viel Liebe schenken möchte. Die Erfüllung dieser tiefen Sehnsucht finden wir in keiner noch so großen Freude dieser Welt. Wir finden sie in Gott. Er ist die Fülle, die unsere Sehnsucht stillt und uns wunschlos glücklich machen möchte, schon in diesem Leben.

Der „Freuden Ewigkeit“ ist nicht nur einem Jenseits vorbehalten, sondern will jetzt schon unter uns da sein und in unser zeitliches Leben hineinstrahlen, um es ganz zu durchdringen. Alle wirkliche Freude kommt von Gott; Freude außerhalb und ohne Gott ist nicht denkbar. Freude ist so ­etwas wie die Grundmelodie unseres christlichen Glaubens, die die Sehnsucht nach der ursprüng­lichen Einheit mit Gott im verloren gegangenen Paradies in unserem Herzen wachhält. Unsere menschliche Sehnsucht verweist also letztlich auf Gott selbst.

Der Materialismus, eine der Irrlehren unserer Zeit, verspricht anstelle der christlichen Hoffnung hier irdisches Wohlergehen oder einen künftigen Glückszustand der Gesellschaft. Doch die Welt täuscht sich, wenn sie glaubt, sie könne auch ohne Gott glücklich sein. „Meinen Frieden gebe ich euch!“ hören wir aus dem Munde Jesu. Das hebräische Wort Schalom ist der Inbegriff von Ganzheit, Lebensfülle, Gerechtigkeit und Heil an Leib und Seele. Jesus sagt uns Beschwernisse und Unannehmlichkeiten in seiner Nachfolge voraus, aber er verheißt uns seinen Frieden, der „höher ist als unsere Vernunft“. Ob wir reich sind oder arm, ob die Welt uns zustimmt oder ob sie uns bekämpft, ob wir gesund sind oder krank – all das kann uns diesen Frieden und die Freude nicht rauben, wenn auch doch erschüttern. Dietrich Bonhoeffer sagt: „Bei Gott wohnt die Freude, und von ihm kommt sie herab und ergreift Geist, Seele und Leib, und wo diese Freude einen Menschen gefasst hat, dort greift sie um sich, dort reißt sie mit, dort sprengt sie verschlossene Türen. Es gibt eine Freude, die von Schmerz, Not und Angst des Herzens gar nichts weiß; sie hat keinen Bestand, sie kann nur für Augenblicke betäuben. Die Freude Gottes ist durch die Armut der Krippe und die Not des Kreuzes gegangen; darum ist sie unüberwindlich, unwiderleglich. Sie leugnet nicht die Not, wo sie da ist, aber sie findet mitten in ihr, gerade in ihr, Gott; sie bestreitet nicht die ernste Sünde, aber sie findet gerade so die Vergebung; sie sieht dem Tod ins Auge, aber sie findet gerade in ihm das Leben. Um diese Freude, die überwunden hat, geht es. Sie allein ist glaubwürdig, sie allein hilft und heilt.“ ojc.de

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