Der Mensch will hoch hinaus …

… das ist nichts neues, aber doch ist es immer wieder erstaunlich, solche Bemühungen zu beobachten.


Ein Ende bedeutet immer den Anfang von etwas anderem. So ist auch die Zeit nach dem 11. September 2001 eine neue Zeit, eine neue Ära, nicht nur im weltpolitischen Sinne, nein, auch ganz praktisch. Ground Zero will wieder bebaut werden. Höher, schöner, pompöser – das höchste Gebäude soll in New York errichtet werden, als Wahrzeichen für … – ja, wofür eigentlich?


Seit einigen Tagen ist es nun entschieden: Der Berliner Architekt Daniel Libeskind hat den Architektur-Wettbewerb gewonnen. In der Endrunde behauptete er sich gegen ein New Yorker Architektenteam, das ebenfalls ein futuristisch anmutendes Superhochhaus ins Rennen gebracht hat. Libeskinds Entwürfe haben die Mitglieder der Auswahlkommision überzeugt. Ab Mai wird der Berliner in New York tätig sein und schon in vier Jahren soll das neue Gebäude anstelle der Twin Towers das neue Wahrzeichen des Big Apple sein. 1776 Fuß (= 530,2m) soll der Wolkenkratzer hoch sein (in Anspielung auf das Jahr der Unabhängigkeit der USA). Spielerische Architektur wechselt ab mit Funktionalität, öffentlichen Plätzen und ein Museum des 11. September soll die jetzige Wunde heilen.


Bisher sind die Petronas Towers im malaysischen Kuala Lumpur die welthöchsten Gebäude. Das wird sich mit der Umsetzung des Planes für Manhattan ändern. Die Amerikaner geben sich gewohnt superlativ.


Doch kaum wurde bekannt, dass dieser gigantische 530,2 Meter hohe Neubau entstehen soll, kontern die schwerreichen Öl-Araber in Dubai mit einem 560 Meter hohen Wolkenkratzer, der von einer australischen Firma auf einer künstlichen Insel errichtet werden soll.


Wem oder was nützen diese Megagebäude? Wollen die Menschen sich selbst ein Denkmal setzen? Ist dies gar eine olympische Disziplin: Wer baut das höchste Hochhaus? Erinnert das nicht ein bisschen an unsere kleine Welt, in der wir unbedingt ein Auto mit mehr Leistung und Luxus brauchen als unser Nachbar?


Der Mensch möchte nach wie vor hoch hinaus. Er möchte den Zeichen der Zeit trotzen. Wir wollen nicht einsehen, dass alles, was wir schaffen, vergänglich ist. Wie vergänglich hat der 11. September 2001 gezeigt. Der Mensch hat nichts daraus gelernt. Eigentlich hätte er seine Lektion schon vor langer Zeit lernen müssen. In der Bibel, ziemlich am Anfang, steht die Geschichte des Turmbaus zu Babel (1. Mose 11), sehr zu empfehlen zu diesem Thema.


Ein letztes noch: „Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber seine Seele verliert? Oder was kann der Mensch als Lösegeld für seine Seele geben?“ (Matthäus 16,26) sprach Jesus zu seinen Jüngern.

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