Niklas – Gott bringt Veränderung

Mein Name ist Niklas. Ich bin 24 Jahre alt und habe schon immer geglaubt, dass es Gott oder irgendein Höheres Wesen gibt. Aber ich hätte es nie für möglich gehalten, dass Gott einen Unterschied in meinem Leben machen könnte – wenn ich ihn nur lasse.

Heile Welt…

Als Jugendlicher merkte ich immer deutlicher, dass ich eigentlich nicht glücklich und zufrieden war.

Und das obwohl um mich herum eigentlich alles gut lief. Ich hatte eine heile Familie und ein paar gute Freunde. In meiner Freizeit habe ich viel Sport gemacht, mit Kumpels Xbox gespielt, bin ins Kino gegangen… was man halt so macht. Mit guten Schulnoten oder coolen Sprüchen habe ich versucht vor mir und anderen besser dazustehen, um mein Selbstwertgefühl aufzupolieren. Aber die Leere blieb. Doch die Lösung für dieses Problem suchte ich nicht in der Kirche, denn die „Christen“, die ich kannte, waren genauso wie andere nette Menschen, die mit Kirche nichts am Hut hatten. Sie schienen die gleichen Probleme wie ich zu haben und lachten über die gleichen dreckigen Witze. „Christ“ sein oder nicht schien mir keine Auswirkungen auf den Alltag zu haben. Letztlich wollte ich von Kirche, wie ich sie kannte, nichts mehr wissen.

In meiner Suche nach dem Glück begann ich, meine Hoffnung in Beziehungen zu setzen. Ich dachte mir, „Wenn ich eine Freundin hätte, dann wäre ich endlich glücklich…“. Mit 15 hatte ich dann meine erste Beziehung. Ich wähnte mich dem Ziel nahe, endlich zufrieden zu sein, doch musste voller Enttäuschung feststellen, dass meine Rechnung nicht aufgegangen war. Das ganze hielt ca. sechs Monate. Das große Glück hatte ich in dieser Zeit nicht jedoch gefunden. Obwohl wir überhaupt nicht im Streit auseinandergingen, war ich innerlich doch verletzt und wurde mit der Zeit immer verbitterter, was sich in einer gehörigen Portion Zynismus niederschlug. Unbewusst machte ich sie dafür verantwortlich, nicht gut genug gewesen zu sein, um mich glücklich zu machen. Leider lernte ich nicht viel daraus, sondern dachte mir nur, „Dann muss ich halte ‘ne andere finden… .“

In dieser Zeit stellte ich auch fest, dass das Sprichwort „Die Zeit heilt alle Wunden“ totaler Quatsch ist. Das einzige, was mit der Zeit nachließ, war meine Erinnerung an sie. Aber wenn ich dann doch mal an die Zeit mit ihr zurückdachte, kam der gleiche Groll und Zorn in mir hoch, den ich schon kurz nach der Trennung gespürt hatte. Ich hoffte, dass vielleicht der Auslandsaufenthalt, den ich schon seit längerem geplant hatte, daran etwas ändern würde.

Auf zu neuen Ufern

Um etwas Neues kennenzulernen, hatte ich mich entschieden, die 11. Klasse an einer amerikanischen High School zu verbringen und zehn Monate in der USA bei einer Gastfamilie zu leben. Ich hatte außerdem gehört, dass es in Amerika Rockmusik im Gottesdienst gäbe. Das machte mich neugierig, auch wenn ich von Kirche in Deutschland die Schnauze voll hatte. Daher war ich dann auch ganz froh zu hören, dass meine Gastfamilie regelmäßige Kirchgänger waren. So begleitete ich sie in den Gottesdienst. Der erste Eindruck war dann auch sehr positiv: An der Decke hing ein Beamer, um die Liedtexte an die Wand zu projizieren. Weiter vorne im Gottesdienstssaal waren Schlagzeug, Keyboard und Gitarre zu sehen. Ich dachte: „Wow, hier bin ich richtig.“ Doch noch vielmehr faszinierten mich die Menschen dort. Das Krasse war: Die Leute schienen gerne im Gottesdienst zu sein! Das war mir sehr fremd. Ich erinnerte mich noch an meine Konfirmandenzeit und die damit verbundenen Pflichtgottesdienste. Für mich war das eher ein Absitzen. Hier war das anders. Schnell lernte ich diese Menschen als sehr warmherzig kennen. Mit der Zeit stellte ich fest, dass das nicht bloß die lockere amerikanische Art war, die ich auch in der High School kennenlernte, sondern, dass da noch mehr war. Hier lernte ich zum ersten Mal Menschen kennen, deren Glaube bis in den Alltag hineinzureichen und ganz klar einen Unterschied zu machen schien. Zusätzlich zum Gottesdienst hatte ich begonnen regelmäßig zu der Jugendgruppe der Gemeinde zu gehen. Dort wurde Basketball gespielt, man hat gemeinsam gegessen und einfach Zeit zusammen gehabt. Es gab dort auch immer eine Art Kurzpredigt. Davon bekam ich allerdings nicht viel mit. Ich war nicht auf einer spirituellen Suche. Ich mochte einfach die Menschen und genoss die Atmosphäre.

Gott lässt sich bitten

Nachdem ich einige Monate in den USA verbracht hatte, geschah es, dass wir wieder einmal gegen Ende der Jugendgruppe in den Gottesdienstsaal gingen, um Lieder zu singen. An diesem Abend hatte ich plötzlich den Gedanken, dass hinter diesem ganzen Gemeindebetrieb vielleicht doch mehr stecken könnte – mehr als nur just for fun. Doch dieser Gedanke war mir unangenehm. Ich fand das zwar alles faszinierend, doch das Thema Gott wollte ich so nah nicht an mich heranlassen. So versuchte ich diesen Gedanken zu ignorieren, was mir auch einigermaßen gelang. Doch eine Woche später, wieder während des Singens in der Jugendgruppe, war der Gedanke wieder da -“Vielleicht sollte ich mich doch mal mit Gott auseinandersetzten?!“. Aber ich wollte nicht. Eine Woche später passierte das gleiche. Als es dann zum vierten Mal hintereinander geschah, konnte ich den Gedanken an Gott nicht länger verdrängen. Ich entschloss mich, mit einem der Jugendleiter zu reden. Ich erzählte ihm, dass ich ja schon immer an Gott geglaubt hatte, aber nicht so konkret. Später beteten wir noch zusammen. Ich betete: „Gott, bitte vergib, dass ich mich nie für Dich interessiert habe und bitte komm doch in mein Leben. Amen.“

Erst einige Monate später würde ich begreifen, dass mein größtes Problem nicht mein leeres Herz gewesen war, sondern meine Schuld, die mich von Gott trennte. Zu diesem Zeitpunkt war mir nur bewusst, dass ich Gott brauchte, wenn sich in meinem Leben etwas ändern sollte.

Ich sollte nicht enttäuscht werden.

Ich sollte nicht enttäuscht werden. Es begann sich tatsächlich etwas zu verändern! So war ich am nächsten Morgen plötzlich total fröhlich. Natürlich war ich auch vorher immer wieder fröhlich gewesen, aber hier war es sechs Uhr morgens und ich musste zur High School – eigentlich kein Grund freudig durch die Wohnung zu springen. Einige Monate später fand ich heraus, dass Jesus genau das – Zufriedenheit, die nicht von äußeren Umständen abhängt – allen verspricht, die zu ihm kommen (nachzulesen in Kapitel 4 des Johannes-Evangeliums).

Darüber hinaus stellte ich nach einiger Zeit fest, dass ich beim Gedanken an meine Ex-Freundin, nicht mehr so zornig wurde, sondern begann, mir wieder Gutes für sie zu wünschen. Mir wurde bewusst, wie egoistisch ich mich ihr gegenüber verhalten hatte. Auch meinem Umfeld in Deutschland fiel später sehr deutlich auf, dass auch die zynischen Sprüche immer seltener wurden. In Psalm 147,3 steht Er [Gott] heilt die, deren Herzen gebrochen sind, und verbindet ihre schmerzenden Wunden. Das habe ich erlebt.

Das erstaunliche dabei ist, dass ich mich nicht abmühte, damit sich etwas änderte, sondern ich machte einfach die Beobachtung, dass sich bereits etwas verändert hatte. In der Bibel heißt es sogar, dass man ein ganz neues Geschöpf wird, wenn man sich Jesus Christus anvertraut (2. Kor. 5,17).

Ausgelöscht

Kurz nachdem ich das oben erwähnte Gebet gesprochen hatte, fing ich auch an, einmal in der Woche zu einem Bibelkreis zu gehen. So habe ich dann auch irgendwann verstanden, weshalb Jesus auf die Erde kam und was es mit dem Kreuz auf sich hat. Ich begriff, dass Jesus dort für meinen Sündenschuld bezahlt hatte und dass er bereit ist, jedem zu vergeben, der sein Vertrauen auf das Opfer von Jesus setzt, und nicht auf seine eigene Leistung. Als er mir vergab, löschte er meine Schuld aus. Dadurch war der Weg zu ihm frei und die Trennung überwunden.

Zurück in Deutschland

Zurück in Deutschland habe ich schnell andere „lebendige“ Christen kennengelernt und gehe nun seit einigen Jahren in eine kleine freie Gemeinde. Auch wenn es in den letzten Jahren nicht nur Höhen gab, habe ich den Schritt zu Jesus nie bereut. Das Leben mit Jesus ist zwar oft herausfordernd, aber so viel reichhaltiger als zuvor. Ich habe festgestellt, dass seine Pläne für mein Leben die allerbesten sind. Das gilt auch dann, wenn er mir durch die Bibel, durch Menschen oder Umstände zeigt, wo ich Dinge loslassen soll. Er weiß, was gut für mich ist.

Die Beziehung zu Jesus macht das Leben lebenswert und vertreibt die Leere in unseren Herzen. In seiner Nähe können unsere kaputten Herzen Stück für Stück heile werden. Die Vergebung von Jesus macht mich frei.

Ich wünsche Dir, dass auch du das erlebst.

Schreib mir, wenn du möchtest.

Niklas

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