der Artikel über den Satanismus in Turin ist bestürzend. Dort gab Don Bosco im 19. Jh. den Jugendlichen eine Perspektive trotz vieler Widrigkeiten, die von oben her kamen. Zu jener Zeit war die katholische Kirche, in der Don Bosco selbstverständlich war, noch weiter vom Kreuz entfernt als heute.
Schade eigentlich. Aber auch dort wird der Satanismus verstummen wie überall in der Welt (Phil 3, 18-19).
nicht nur dort, auch bei uns:
Hintergründe eines Mordes an einem 15jährigen in Nordthüringen
Klaus Rösler
Immer wieder hat Cornelia Beyer Alpträume. Seit über einem Jahr. Sie sieht
ihren Sohn Sandro die Straße zum Berg Göldner bei Sondershausen in
Nordthüringen hoch laufen. Er dreht sich um und ruft seiner Mutter einen
Abschiedsgruß zu. Im Traum will die Mutter dem Sohn nachrennen, ihn
zurückhalten. Doch sie kommt nicht von der Stelle. Dann wacht sie auf –
schweißgebadet. Sie hat Sandro wieder nicht retten können.
Denn Sandro Beyer ist tot. Der 15jährige wurde am 29. April 1993 von drei
damals 17jährigen Schülern ermordet. Sie bezeichnen sich selbst als
Satanisten, d.h. sie verehren den Teufel als Gott. Ihre Kenntnisse über Satan
gewinnen sie aus okkulten Schriften, aber auch aus der Bibel. Sie tun das
Gegenteil von dem, was die Bibel von den Christen fordert. Bei ihnen heißt
das 5. Gebot schlicht: “Töte.” Vor Gericht erklären die drei, dass die Tat
mit ihrem “Glauben” nichts zu tun habe. Richter Jürgen Schuppner sieht das in
seiner Urteilsbegründung Mitte Februar anders: “Wenn Sie immer noch glauben,
dass der Mord mit dem Satanskult nichts zu tun hatte, dann ist das ein
verhängnisvoller Irrtum. Wir sind davon überzeugt, dass die Tat ohne diesen
Hintergrund nicht möglich gewesen wäre.” Die zwei Haupttäter, Sebastian
Schauseil und Hendrik Möbus, werden wegen gemeinschaftlich geplanten Mordes,
Freiheitsberaubung und Nötigung zu einer achtjährigen Haftstrafe verurteilt,
der als Mitläufer geltende Andreas Kirchner muss für sechs Jahre hinter
Gitter. Die Staatsanwaltschaft hatte jeweils zehn Jahre gefordert. Die drei
Täter kommen aus der gutbürgerlichen Mittelschicht der 23.000-Einwohner-Stadt
am Südrand des Harzes. Dem Satanismus haben sie sich nicht aus
materieller Not zugewandt, sondern weil sie sich von der breiten Masse
abheben wollten. Arbeitslosigkeit oder Geldmangel haben sie nie
kennen gelernt. Die Eltern sind als Gymnasiallehrer, Erzieher und
Landtagsabgeordnete tätig. Pfarrer Jürgen Hauskeller von der evangelischen St.
Matthias-Gemeinde in Sondershausen kannte sowohl die Täter als auch das
Opfer. Sandro war oft im Gottesdienst, sein Stiefvater spielte im
Posauenchor. Hendrik Möbus ging zur Christenlehre. Der Mord hat den Alltag
des Pfarrers verändert. Er ist zum engagierten Kämpfer gegen den Satanismus
geworden. Zusammen mit Cornelia Beyer und 15 Bürgern aus Sondershausen hat er
den Verein “Sekteninfo” gegründet. Der Verein will vor dem Satanismus und
anderen Sekten warnen und zugleich Anlaufstelle für jugendliche Aussteiger
sein. Denn für Frau Beyer und den Theologen ist klar, dass noch nicht die
ganze Wahrheit über den Mord ans Licht gekommen ist. Vor allem die
satanischen Praktiken der Täter und ihres Freundeskreises seien weitgehend im
Dunkeln geblieben. Hauskeller geht davon aus, dass einige Schüler noch
Informationen verschweigen, “aus Angst vor den Tätern”. Denn bei guter
Führung brauchen die Mörder nur vier Jahre abzusitzen.
Wenn der Tod von Sandro überhaupt einen Sinn gehabt habe, so der Pfarrer,
dann den, dass Eltern und Erzieher bei den ersten Anzeichen von satanistischen
Praktiken nicht mehr achselzuckend zur Tagesordnung übergehen, sondern das
Gespräch mit den Jugendlichen suchen. “Über eineinhalb Jahre lang haben wir
doch gewusst, daß es in Sondershausen eine Gruppe von Satanisten gibt”, meint
Hauskeller. Man habe sie als Spinner belächelt, auch dann noch, als es
Gerüchte über Schwarze Messen und Tieropfer gegeben habe. Selbst die
Ankündigung eines Mordes in der Schülerzeitung “Kurz und gut” des
Professor-Irmisch- Gymnasiums habe man nicht ernst genommen. Dort hatte
Hendrik Möbus, der sich nach einer Gestalt in einem Roman des
US-Horror-Schriftstellers Steven King “Randall Flagg” nannte, erklärt: “Wir
wünschen den Tod. Und zwar aller Lebewesen.” Schon damals hatte Hendrik sein
späteres Opfer gewarnt: “Sandro B.
gehört definitiv nicht zu uns, auch wenn er so etwas in der Art behaupten
mag. Falls irgendwer auf den Gedanken kommen sollte, uns besuchen zu wollen,
so sei er gewarnt: Im tiefen Wald hört dich niemand schreien …” Hendrik
äußerte sich gegenüber der Schülerzeitung auch über seinen Glauben und sein
Verhältnis zu den Christen: “Unser Glaube ist eine Verbindung von uralten
indianischen Ritualen mit skandinavischer Mystik, angereichert mit dunklem
Voodoo-Kult und das alles durchsetzt mit der brutalen Genialität von Luzifers
Antireligion.” Vor überzeugten Christen hatte der Schüler Respekt: “Wir
akzeptieren einzig sie als unsere Gegner in der ewigen Schlacht zwischen
Gut und Böse …” Auch der als Anführer der Gruppe geltende Sebastian
Schauseil machte aus seinen Überzeugungen keinen Hehl. Auf einem regionalen
evangelischen Kirchentag 1992 in Erfurt erklärte er in der Arbeitsgruppe
“Jugendreligionen und Sekten”: “Wir sind überzeugte Satanisten und beten
Luzifer an. Eine Katze oder einen Hund zu opfern, macht uns gar nichts aus.”
Auf Nachfrage räumte er ein, dass auch Menschenopfer möglich seien. In einem
Gespräch mit dem Vorsitzenden des Sondershausener CVJM, Torsten Krannich,
erklärte Schauseil, er halte sich für eine Art Reinkarnation und stamme
aus der Hölle. Er sei der Oberste Priester der Sondershausener Satanisten.
Regelmäßig gehe die Gruppe auf den Friedhof oder in einen Steinbruch, um dort
Messen zu feiern. Dabei bete man zu Satan und spreche einen satanischen Segen
über der Stadt aus. Es komme auch zu Opferhandlungen, bei denen Menschenblut
getrunken werde. Dazu Krannich: “Auf unser erstauntes Fragen, woher sie das
nehmen, zeigte Sebastian uns seine Arme, die von oben bis unten mit
Schnittwunden bedeckt waren.” Schauseil wiederholte seine Bereitschaft,
grundsätzlich einen Menschen zu opfern. Man habe bisher jedoch darauf
verzichtet, “weil Sondershausen
zu klein ist”. In ihrer Freizeit spielten Schauseil und Möbus in der von ihnen
gegründeten Black-Metal-Band “Absurd”. Titel der ersten selbst aufgenommenen
Kassette: “Death from the Forest” (Tod aus dem Wald). Textauszug aus dem Song
“Werwolf”: “Ihr könnt meinem Blutdurst nicht entrinnen. Ich stille meine Gier
mit Menschenfleisch.” Diese wilde Phantasie wird blutige Wirklichkeit. Wer war
das Opfer? Cornelia Beyer kämpft auch ein Jahr nach dem Mord mit
den Tränen, wenn sie über Sandro spricht. Ohne ihn sei ihr Leben leer
geworden. Sie sieht ihren Lebenssinn nur noch im Kampf gegen den Satanismus.
Sandro war kein einfaches Kind, sagt sie. Er stammt aus erster Ehe.
Vom Vater lässt sie sich noch vor der Geburt scheiden. In der Schule kommt
Sandro sehr gut mit. Sein Notendurchschnitt liegt bei 1,2. Im “Betragen” habe
er allerdings immer Probleme gehabt. Er geht keiner Prügelei aus dem Weg. Die
Mutter versucht, Sandro im christlichen Glauben zu erziehen, so gut dies in
der DDR möglich ist. Aus Angst vor Nachteilen läßt sie ihn weder taufen
noch konfirmieren. Dennoch besucht er die Gottesdienste. Und er glaubt an
Gott. Doch genauso fasziniert ist er von der Satanistenszene: Wenn es Gott
gibt, dann gibt es auch den Teufel. Das ist ihm klar. Und den möchte er auch
kennenlernen. Zu dem Zeitpunkt lassen seine Leistungen in der Schule nach. Er
wendet sich erst vom Satanismus ab, als er mit den dort üblichen Tieropfern
konfrontiert wird. Das widert ihn an. Fortan ißt er kein Fleisch mehr. Und
er kämpft offensiv gegen die Gruppe. Er sammelt belastendes Material. Darüber
kommt es zum Streit. Denn in seinen Unterlagen hat Sandro eine Liste von
Horrorvideos, die die meist in schwarz gekleideten Satanisten in ihrer
Freizeit anschauten und auch auch an jüngere Schüler weiterverkauften. Wegen
seiner Unterlagen erhält Sandro sogar Drohbriefe, erinnert sich Cornelia
Beyer. Am Tag seines Todes will Sandro auf dem Berg Göldner am dortigen
Rondell eine Freundin treffen. Auch sie will sich angeblich aus der
Satanistenszene lossagen. Doch das Mädchen hat Sandro in eine Falle gelockt.
Nicht sie wartet am Rondell, sondern Sebastian, Hendrik und Andreas. Sie sind
entschlossen, Sandro umzubringen. Freiwillig geht Sandro zum nahe liegenden
Bungalow der Familie Möbus mit, um mit den dreien zu reden. Doch das
Todesurteil gegen ihn ist bereits gefällt. Im Vernehmungsprotokoll gibt
Sebastian Schau-
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seil an, daß bereits seit zwei Jahren für ihn festgestanden habe, “dass ich
irgendwann mal irgend jemanden umbringen würde, einfach aus dem Muss heraus”.
Etwa ein halbes Jahr vor der Tat habe ihm eine Stimme laut und deutlich
gesagt: “Töte Beyer.” Der junge Mann räumt gegenüber dem Vernehmungsbeamten
ein, dass dies “spinnerisch” klinge, aber trotzdem sei es so gewesen.
Bei der Suche nach dem möglichen Opfer sei die Gruppe deshalb “völlig auf
diesen Jungen fixiert” gewesen. Man habe nur ihn aus der Welt schaffen
wollen. Im Haus fackeln die drei Gymnasiasten nicht lange: Sie versuchen,
Sandro das Genick zu brechen. Wie das geht, haben sie in einem Film über die
Hexenverfolgung gesehen. Doch das Vorhaben misslingt. Sandro trägt lediglich
Schürfwunden am Hals davon. Er fleht um sein Leben, er bittet Gott, nicht
sterben zu müssen. Er bietet seine gesamten Ersparnisse an. Sein Gesicht sei
von panischer Angst verzerrt gewesen, so Schauseil. Das habe ihn mit
Genugtuung erfüllt. Eigentlich habe er mit Sandro sogar Mitleid gehabt,
dennoch habe es kein Zurück gegeben: “Es war einfach in uns drin, es war wie
ein Zwang.” Die drei drücken Sandro zu Boden, einer setzt sich auf seinen
Körper, die anderen beiden legen ein Elektrokabel um seinen Hals und
ziehen zu. Die Leiche verstecken sie zunächst in einem Schuppen. Zwei Tage
später vergraben sie ihr Opfer. Doch die Polizei ist ihnen bereits auf der
Spur. In den Unterlagen von Sandro gab es Hinweise auf die drei Jungen.
Von der Reuelosigkeit und Gefühlskälte der Verhafteten sind die Beamten
erschüttert. Einzig Andreas Kirchner hat bisher versucht, über seinen Anwalt
Kontakt zur Familie Beyer aufzunehmen und sich für die Tat zu entschuldigen.
Cornelia Beyer hofft, über Andreas noch Genaueres über den Tathergang
aufdekken zu können. Die Täter hätten sich vor Gericht laufend in
Widersprüche verwickelt. Eventuell gebe es sogar eine Video-Aufzeichnung,
so ihre Vermutung. Denn eine Woche vor der Tat hätten die drei gegenüber
einer Freundin den Mord angekündigt und sie gebeten, das Ereignis auf Video
festzuhalten. Die junge Frau trägt vor Gericht durch ihre Zeugenaussage
maßgeblich dazu bei, dass die drei wegen Mordes und nicht nur wegen Totschlags
verurteilt werden.
Pfarrer Hauskeller kämpft dafür, “daß der Satanismus in Sondershausen keine
Chance mehr hat”. Er sieht es als Erfolg des von ihm mitbegründeten
“Sekteninfo” an, daß zu einer Informationsveranstaltung über die Gefahren des
Satanismus vor kurzem 300 Interessierte kamen. Gegenwärtig suche man gezielt
den Kontakt zu Religions- und Ethiklehrern. Handlungsbedarf sei immer noch
gegeben, obwohl die Satanistengruppe ihre Führer verloren habe. Ein Indiz
dafür, so Hauskeller, sei eine Schmiererei am Kriegerdenkmal von
Sondershausen zwei Wochen nach der Urteilsverkündung im Februar. Das Denkmal
wurde überzogen mit Satanszeichen wie umgedrehten Kreuzen, Pentagrammen und
der Zahl 666. Daneben lag eine tote Katze. Schlicht für eine Unverschämtheit
hält Hauskeller eine Anzeige in der Musikzeitschrift Zillo vom Juli/August
letzten Jahres. Darin heißt es: “Seid gegrüßt, Ihr in Lucifers Geist
Geeinten. Gedenkt meiner Brüder von Absurd, Flagg, Doom und Daniels.”
Zur Erinnerung: “Absurd” ist der Name der Black-Metal Band, “Flagg” der
Satansname von Möbus, hinter “Doom” verbirgt sich Sebastian Schauseil und
hinter “Daniels” Andreas Kirchner. Weiter heißt es in der Anzeige: “Ihre
mutige Tat ist ein Fanal, eine Fackel ins morsche Kirchengebälk. Und Dir, der
Du Dich ‘jüdischer
Grufti’ nennst, sei gesagt: Deine Schmähworte gegen meine Brüder sind nichts
als Staub auf dem Kothaufen unter dem Kreuze des Bastards I.N.R.I. Begegne
mir, und ich werde Dir zeigen, wie vergänglich Deine nichtige Existenz ist.”
Unterzeichnet ist der Text mit “Heil Absurd, heil Satan. Hellsturm.” Pfarrer
Hauskeller vermutet, dass mit dem “jüdischen Grufti” er selber gemeint ist.
Keinen Zweifel hat er über die Identität der Verfassers. “Hellsturm” sei der
Satansname von Ronald Möbus, des ältesten Bruders des Täters, eines
angehenden Juristen. Satanismus gibt es nicht nur in Sondershausen, so Pfarrer
Hans-Jürgen Ruppert, Leiter der Evangelischen Zentralstelle für
Weltanschauungsfragen (EZW) in Stuttgart. Allerdings habe die EZW über die
satanistische Bewegung kaum gesicherte Erkenntnisse. Die Gruppen feierten
ihre Rituale an geheimen
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Orten, Gäste würden nicht zugelassen. Mögliche Aussteiger würden massiv
bedroht. Viele Gruppen bekämpften die Kirche und ihre Überzeugungen. Ruppert:
“Sie stellen die allgemein gültigen Werte auf den Kopf.” Übergriffe, wie der
Mord an Sandro Beyer, seien jedoch auch unter Satanisten eine Ausnahme. Als
geistiger Vater des Satanismus gilt der Teufelsanbeter Aleister Crowley
(1875-1947). Grundlage seines Denken war der Leitsatz: “Tu, was du willst,
soll sein das ganze Gesetz.” Crowley wirkte auch in Thüringen. In Weida bei
Gera ließ er sich 1925 durch seine Anhänger zum Weltheiland ausrufen.
Der in Essen ansässige Verein “Sekten Info”, vor zehn Jahren als erster
seiner Art in Deutschland gegründet, hat Hinweise, daß es immer mehr
Satanisten gibt. Vor allem Personen aus den sozialen Randgruppen seien
anfällig, doch, wie Sondershausen zeige, auch wohlsituierte Bürger. Die
Beratungseinrichtung wird von den beiden großen Kirchen, der Krupp-Stiftung
und der öffentlichen Hand getragen. Nach Angaben der Sekten-Info-Pädogogin
Sabine Riede (Essen) steigt die Zahl der Anfragen im Blick auf satanische
Verstrickungen dramatisch. Noch vor sieben Jahren, als sie mit ihrer
Tätigkeit begann, sei das Phänomen Satanismus praktisch unbekannt gewesen.
Inzwischen nehme es eine Spitzenstellung ein. Etwa die Hälfte der 1.800
Ratsuchenden jährlich wollten mehr über den Teufel oder okkulte Praktiken
wissen. Entweder seien sie selbst betroffen oder sie hätten einen Okkultisten
in ihrem Bekannten- oder Freundeskreis. Beliebteste Plätze zum Anwerben neuer
Mitglieder seien Heavy- oder Black-Metal-Konzerte. Immer wieder mischten sich
gezielt Satanisten unter die Besucher, um Nachwuchs zu rekrutieren. Frau
Riede plädiert für eine differenzierte Sicht über den Satanismus. So sei er
vom Okkultismus, wie etwa Pendeln, Gläser rücken und Karten legen,
grundsätzlich zu unterscheiden. Umfragen zufolge haben neun Prozent aller
Deutschen bereits an einer Geisterbefragung teilgenommen. “Doch nicht alle
werden automatisch zu Satanisten”, so Frau Riede.
Nach Angaben des Vorsitzenden des Arbeitskreises für evangelikale Theologie,
Pfarrer Rolf Hille (Tübingen), sind Satan und seine Dämonen der Bibel zufolge
“willentlich handelnde und intelligente Wesen, die Gott entgegenstehen”. Ihr
Ziel sei die bewusste Irreführung der Menschen. Christus sei jedoch Mensch
geworden, “damit er durch seinen Tod die Macht nehme dem, der Gewalt über den
Tod hatte, nämlich dem Teufel” (Hebräer 2,14). Hille: “Mit dem Sieg
Christi über den Satan ist dieser endgültig entrechtet”, wenn er auch
weiterhin wirke. Die Ermordung von Sandro hat das Familienleben der Beyers
verändert. Angst macht sich breit, etwa vor der Verharmlosung des Phänomens.
Cornelia Beyer: “Viele Eltern haben offensichtlich immer noch nicht
begriffen, in welcher gefährlichen Abhängigkeit sich ihre Kinder befinden.”
Ihr zweiter Sohn, Christian (11), hat Angst, daß er einem Rachefeldzug der
Satanisten zum Opfer fällt. Deshalb lässt Cornelia Beyer ihn nicht mehr allein
auf die Straße. Sie will sich auch gegen das Vergessen wehren. Nur noch
selten wird sie am Grab, das sie täglich besucht, auf den Mord angesprochen.
Noch immer fehlt dort ein Grabstein. Über die Inschrift ist sie sich noch
nicht ganz im klaren. Am liebsten sollte dort in etwa zu lesen sein: “Sandro
Beyer, 1977 – 1993. Von Satanisten ermordet.” “Doch da wird es sicherlich
irgendeinen Paragraphen geben, nach dem so etwas auf einem Friedhof nicht
möglich ist”, meint sie resignierend. Sie betet darum, daß der ganze
Satanistenspuk so schnell wie möglich in Sondershausen zum Ende kommt, aber
auch darum, daß sie zu vergeben lernt. Der christliche Glaube habe ihr
geholfen, keine Rachegedanken zu hegen. Und trotzdem ist sie sich nicht
sicher, wie sie sich verhalten würde, wenn Sebastian und Hendrik ihr
plötzlich gegenüberstehen, die mit dem Satanismus bislang nicht gebrochen
haben. Pfarrer Hauskeller pflichtet ihr bei: “Es muß überlegt werden, wie die
kranken Hirne und zerstören Seelen geheilt werden.” Die Mitläufer und
Sympathisanten seien eine Gefahr für andere und sich selbst.
Erst einmal möchte ich sagen, dass ich es gut find, dass ihr von Soulsaver auch versucht Rastas für Jesus zu gewinnen. Ich habe nämlich ein derartiges Projekt bis jetzt selten gesehen, wohingegen zur Errettung von Muslimen beispielsweise viel mehr getan wird. Zwar ist die Anzahl der Anhänger wohl auch eine andere, aber gerade in unserer westlichen Welt greifen Ideen der Rastafaris ja immer mehr um sich.
Ehrlich gesagt war ich mir bis jetzt nie sicher, was ich mit diesem Glauben anfangen sollte. Gerade wenn ich mir Songs von Gentleman angehört habe, fand ich die Inhalte doch oft sehr christlich. Aber ihr habt mir jetzt ein wenig die Augen geöffnet über die dunkle Seite dieser Religion. Außerdem ist Gentleman ja auch nicht direkt Rasta.
Allerdings würde eure Arbeit vielleicht noch mehr positiven Anklang finden, wenn ihr bestimmte Aussagen besser belegen oder sie ganz sein lassen würdet. Zum Beispiel die Aussage, dass „Jah“ von „Jai“ und nicht „Jahwe“ kommt, bringt einfach so als Statement gebracht rein gar nichts, da es nicht glaubwürdig ist. Da müsste man schon den Herleitungsweg mehr an Fakten belegen, wenn ein solcher existiert. Außerdem sehe ich bei euch oftmals Polemik angewendet, also einfach knallharte und geschickte Formulierung von Aussagen anstelle des Anführens von Fakten. Das ist allerdings nur Überreden, nicht Überzeugen, wobei letzteres so wie so nur unser Herr in letzter Instanz selber kann.
Allerdings ist die Polemik der Rastas auch nicht schlecht. Denn wenn sie Babylon mit den Weißen identifizieren, vergessen sie ganz, dass laut Bibel der erste König Babylons und gleichzeitig der erste Diktator der nachsintflutlichen Welt, namens „Nimrod“, ein Kuschit, also höchstwahrscheinlich schwarz war. Damit möchte ich aber auch ganz und gar nicht behaupten, dass Babylon mit den Schwarzen zu identifizieren ist, denn schon damals haben dazu Menschen ganz verschiedener Völker und Sippen beigetragen. Es ist doch viel mehr die Union der gottlosen Menschen, die sich heutzutage im Rahmen der Globalisierung auch wieder herauskristallisiert.
Naja, god bless y’all – und mögen noch viele Seelen errettet werden!
Naja, modern-barockes Lebensgefühl gepaart mit hippen, jungen Großstadtmenschen und dem Trend zum Indierock und schon ist die Moderebellion mit dem Totenkopf da (Karomusterschuhe sind jetzt auch wieder in). Aber der Trend wird genauso schnell verschwinden wie alle Moden und dann irgendwann wiederkommen und dann wieder verschwinden, wie es den Hipstern eben eingeflüstert wird, oft haben die ja gar keine andere Wahl weils überall den selben Schnitt und das selbe Muster und den selben Trend zu kaufen gibt.
In welcher Welt leben wir eigentlich? Was prägt unsere Gesellschaft? Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Was muss sich ändern? Wie können wir unsere Zeit analysieren?
Die Sozialwissenschaften helfen uns beim Antwort finden auf solche Fragen. In den vergangenen Jahren wurden wichtige und lesenswerte soziologische Studien über das Verhalten des modernen und postmodernen Menschen vorgelegt. Es gibt sogar neuerdings eine Wissenschaft der Zeitanalyse, “Trendforschung” genannt. Wichtige Bausteine der Trendforschung sind eigene Umfragen und statistische Erhebungen von Meinungsforschungsinstituten (forsa, emnid, Noelle-Neumann usw.). Es gibt einige Zeitschriften, die sich ausschliesslich mit neuen Modetrends beschäftigen. Wichtige Indikatoren für Veränderungen in unserer Gesellschaft sind Kunst, Musik, Wirtschaftsverhalten und vor allem die Medien und die Werbung.
Ein bunter Strauss von Ansichten
Die Wirklichkeit um uns herum ist bodenlos pluralistisch geworden.
Es gibt keinen allgemeinen Konsens mehr. Die totale Toleranz schwappt über in die totale Gleichgültigkeit! Jeder kann denken, was er will. Die Wirklichkeit um uns herum ist bodenlos pluralistisch geworden. Jeder kann überzeugt sein von dem, was er für richtig hält. Alles wird relativ, “anything goes”. Der Meinungspluralismus zeigt sich beispielhaft in einer “Unmenge” von literarischen Produkten. Gedeckt durch das Grundrecht der Meinungsfreiheit werden alle möglichen und unmöglichen Meinungen auf den Markt geworfen. Hörfunk und Fernsehen propagieren diese Überzeugungen.
Dank PC ist es heute leicht geworden, die eigene Meinung zu vermarkten. Pluralismus gibt es aber auch im gesamten Konsumbereich. Die Angebotspalette ist unüberschaubar geworden. Dutzende von Marken machen die Auswahl schwierig. Jeder grössere Supermarkt zeigt die Pluralität des Angebotes. Jede gesellschaftliche Gruppe schafft sich ihre eigene Welt und somit Trends. Die “In’s” und “Out’s” ändern sich ständig. Heute “Hui”, morgen “Pfui”. Das schnelle Abwechseln von Trends und Gegentrends führt zu einer ungemeinen Verunsicherung des Menschen. Er kann die Wirklichkeit nicht mehr zuordnen oder verarbeiten. Alles wird unruhig und verwirrend.
Man sucht Zuflucht beim Alten, auch in der Mode, weil man meint, dort eine Linie zu entdecken (z. B. Hosen mit weitem Schlag; Mode der 50er). Und doch offenbart die Zuflucht ins Antiquierte nur die dahinterliegende Verzweiflung des Menschen, dem die rote Linie des Lebens fehlt.
Wie ist dieser Trend des Pluralismus zu bewerten? Eins muss klar sein: “Pluralität” ist nicht “Pluralismus”. Pluralität kann gut sein. Wir brauchen keine Denkzwänge in unserer Gesellschaft. Es gibt eine gottgegebene Vielfalt, die wir nicht durch Gleichmacherei ersticken dürfen. Gott schafft Originale mit Originalität, keine billigen Kopien. Aber “Pluralismus” ist etwas anderes. Pluralismus gepaart mit Toleranz ist gefährlich, weil er die Wahrheitsfrage überdeckt. Pluralismus lehnt letzte Wahrheiten ab und führt zu Verwirrung und Orientierungslosigkeit. Es gibt unumstössliche Richtlinien für Glauben und Leben, wir finden in der Bibel eine Grundlage für alles Zusammenleben.
Individualismus
Der amerikanische Philosoph Philip Rieff schrieb in einem Buch Anfang der 90er Jahre: “Was die Modernität meines Erachtens am Meisten kennzeichnet ist die Überzeugung, dass der Mensch sich keiner Macht mehr unterordnen muss, ausser seiner eigenen.” Diese amerikanische Analyse kann man ohne weiteres auch auf die deutsche Situation übertragen. Die Bedeutung des Einzelnen steht heute im Mittelpunkt der Welt. Er bestimmt über sich selbst, er entscheidet für sich selbst, er verwirklicht sich selbst und er dreht sich ständig um sich selbst.
Der Siegeszug des Individualismus begann schon mit dem Humanismus und der Aufklärung. Die Renaissance stellte das menschliche Abbild in den Mittelpunkt der künstlerischen Ausdrucksweise. In der Aufklärung wurde der autonome und kritische Mensch sich seiner selbst bewusst. Er drückte damit Gott immer mehr aus dem Mittelpunkt allen Seins und setzte sich selbst auf den leergewordenen Thron. Der Mensch nahm nur noch das für wahr an, was ihm selbst als logisch und einsichtig erschien. Descartes Satz: “Ich denke, also bin ich”, war der erste philosophische Satz, der mit dem kleinen aber verhängnisvollen Wort “Ich” begann. Kants kategorischer Imperativ hatte ebenfalls das menschliche Ich zum Massstab. Aber erst unsere Generation trieb den Individualismus auf die Spitze.
Individualismus zeigt sich heute konkret in einer Zunahme der Single-Haushalte. Schon in über 40 % aller Haushalte lebt nur eine Person. Individualismus führt in die Einsamkeit, in die Anonymität des Einzelnen. Gemeinschaftsdefizite treten auf, Kommunikationsstörungen und Beziehungskonflikte sind an der Tagesordnung. Ist Individualismus denn so negativ? Ich sehe Positives und Negatives. Es gibt mE eine positive und gottgewollte “Individualität”: Der Einzelne wird nicht vom Kollektiv unterdrückt. Jeder ist individuell von Gott geschaffen. Gott hat mit jedem von uns seinen individuellen Plan. Aber die Kehrseite ist der negative “Individualismus”: Der Einzelne sieht sich als Gesamtwirklichkeit und ist nicht mehr bereit, übergeordnete Normen und Bestimmungen zu akzeptieren oder auf andere Rücksicht zu nehmen. Dieser Individualismus führt zum Egoismus, zur Rücksichtslosigkeit, zur totalen Selbstverwirklichung. Das persönliche Glück beherrscht alle meine Wünsche. Der Mensch nimmt sich selbst zu wichtig und verfehlt so seine gottgewollte Zielvorgabe. Der Mensch macht sich selbst zum kleinen Gott, zur letzten Instanz, und verlernt es, sich unterzuordnen.
Zerfall aller Normen
Die entscheidende Herausforderung der Neuzeit und die vielleicht sichtbarste Erscheinung des Individualismus ist der Zerfall der gemeinsamen Moral: Ein Politiker wirbt nackt auf einem Wahlkampfplakat für seine Partei. Man diskutiert über die Gleichstellung der Homosexualität und schafft gesetzliche Fakten. Man experimentiert mit Genen und fragt, wie weit man gehen kann. Andere werfen das Thema Euthanasie in die Waagschale. Weitere Stichworte: Abtreibung, Pille danach, wilde Ehe und vorehelicher Geschlechtsverkehr. Ein grosses Thema der Medien ist der Kindesmissbrauch. Betrug bei der Steuererklärung wird Kavaliersdelikt. Die Autobahn wird zum Überlebenstraining. Korruption wird zur Tagesordnung. Alles ist Ausdruck einer Krise der Ethik.
Diese Krise zeigt sich im Zerfall von Autorität und Pädagogik. Weil man Gott als Fundament aller Autorität verloren hat, sucht man die Autorität bei sich selbst. Eine Pädagogin schrieb 1993 im “Spiegel”: “Wie sehr sehnt sich unsere Jugend nach dem Satz: Heb das Ding auf, aber dalli! Wie sehnen sich unsere Kinder nach der Empörung in der Stimme, nach Entrüstung im Gesicht des Lehrers, nach dem lauten Ton, der die Grenze zieht zwischen dem Ewig-Beherrschtsein, das alles gleichermassen problematisiert und der Deutlichkeit.”5 Matthias Horx, der Trendforscher, weiss weiter zu berichten: “Man hört bei Kindern ab fünf immer wieder Töne der Autoritätssehnsucht. Viele Gewaltund Verwahrlosungsphänomene hängen längst nicht mehr mit autoritären, schlagenden, sondern mit schwachen, abwesenden, weichen, konturlosen Vätern und Müttern zusammen, die nicht mehr in der Lage sind, Normen und Gesetze zu setzen, Orientierung zu bieten.” Die Phase des Antiautoritären scheint vorüber zu sein. Autoritäre Kulte wie z. B. Rechtsradikalismus, Gurus, Fundamentalismus sind dagegen im Kommen, was auch Ausdruck einer Krise der Autorität ist.
Der Zerfall aller Normen zeigt sich auch im Zerfall der Familie. Millionen von Unverheirateten leben zusammen. Der Feminismus verunsichert die Männer und fordert einen Rollentausch. Männer haben heute ein starkes Anlehnungsbedürfnis und nehmen ihre Pflichten nicht mehr wahr. Familien leiden auch, weil Mütter unbedingt arbeiten wollen und Kinder in Kindertagesstätten abgeschoben werden. Die “Singlesierung” der Deutschen schreitet zudem weiter voran.
Und doch: Jeder Mensch sehnt sich nach Normen. Man sehnt sich nach Glück und Geborgenheit und hat es satt, beziehungslos zu leben. Aber man bleibt unfähig, Bindungen durchzuhalten, weil die Basis fehlt. Der Grund ist: Man hat Gott, die Mitte aller Ethik verloren. Der Mensch tappt nach eigenen Massstäben und ist auf sich selbst zurückgeworfen. Wie kann man aus dem ethischen Dilemma herauskommen? Die Lösung kann nur ein Zurück zu Gott, seinem Angebot und seinen Weisungen sein.
Materialismus und Technisierung
Materialismus ist die Religion unserer Zeit. Alles dreht sich ums Geld. Der Materialismus ist die Sucht nach immer mehr. Schon die Kinder und Teenies werden als Konsumenten umworben. Genuss ist die Lebensform des modernen Menschen. Man sehnt sich nach Wohlstand, der wenig kostet.
Zogen die Menschen früher in die Städte, um zu Wohlstand zu kommen, beobachten wir seit Jahren den gegenteiligen Trend: Die Flucht aufs Land ist angesagt. Die Beweglichkeit und Mobilität machen es möglich. Aber es gibt auch eine Kehrseite der Medaille: Wir haben immer mehr zu verarbeiten. Die Erlebniswelt hat sich durch die Mobilität des Menschen revolutioniert. Können wir alles noch verarbeiten? Längst treibt uns unsere Sehnsucht zur einsamen Insel ohne Telefon und Fax. Abschalten heisst die Devise.
Die Bibel warnt an vielen Stellen vor dem trügerischen Streben nach Reichtum. Gott wendet sich nicht gegen den Fortschritt, aber warnt den Menschen vor der Vergötterung des Sichtbaren. Geld und Besitz sind eine verführende Gefahr. Meine Antwort auf oben gestellte Frage ist: Die Stille vor Gott bewahrt mich vor der Hektik des Alltags und vor der Faszination des technischen Gigantismus. Das schafft Ruhe und innere Ausgeglichenheit. Lassen wir uns nicht von der Kommerzialisierung der Gesellschaft und dem Trend nach immer mehr anstecken! Lassen wir uns nicht von dem Glauben betören, alles sei machbar und nichts unmöglich. Aller Besitz und alle Technik sind gute Gaben Gottes, wenn wir sie im Griff haben und für die gute Sache Gottes einsetzen. Lernen wir neu, unseren Lebensstil zu hinterfragen und auf Dinge zu verzichten, die unser Herz gefangen nehmen und an die Stelle Gottes getreten sind.
Mediengigantomanie
Wir sind eine Mediengesellschaft geworden. Die Medien prägen uns Menschen mehr als wir für wahr halten wollen. Bücher, Zeitschriften, Radio, TV-Programme, Video, Kino, Computerspiele usw. beherrschen unsere Welt. Die Medien werden als die “vierte Macht im Staate” angesehen. Unterhaltung ist der oberste Wert der Freizeitgesellschaft. Der Kampf um die Einschaltquoten tobt. Die Qualität bleibt auf der Strecke. Die Einschaltquoten entscheiden, die Mehrheit hat recht.
Schon kleine Kinder sind Medienexperten. Sie sitzen mehr vor der Glotze als im Klassenzimmer. Der Computer im Kinderzimmer wird immer mehr Realität. Die totale Berieselung mit wichtigen und unwichtigen Dingen führt zu Passivität und Abstumpfung. Das Problem: Man kann nicht mehr Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden. Schon Neill Postman warnte, dass wir in einem Meer von TV-Banalitäten untergehen und auch noch meinen, diese Banalitäten wären das Eigentliche des Lebens. Ich meine, wir sollten Medien nicht verteufeln. Es gibt gute und schlechte Sendungen. Der Computer bringt uns viele Vorteile. Aber wir brauchen unbedingt mehr Medienaskese und vor allem eine gewissenhafte Medienpädagogik. Der Umgang mit den neuen Medien dürfte eine der entscheidendsten Herausforderungen in den nächsten Jahren sein.
Renaissance des Religiösen
Die Softwelle der Moderne verbindet sich mit einer zunehmenden Religiosität der Menschen. Leider führt diese Religiosität nicht zu den Kirchen. Kirche ist “out” – der persönliche Jesus des Einzelnen ist “in”. Es ist der selbstgemachte Qumran-Jesus oder der New-Age-Jesus: sanft, anhänglich, bestätigend. Die östlichen Religionen schwimmen auf der neuen religiösen Welle mit. Die allgemeine Krisenlage der Gesellschaft treibt die Menschen automatisch in die religiösen Kulte. Die Endzeitgefühle steigen – nicht nur bei Christen. Wie geht es weiter? Viele Menschen glauben wieder an Wunder. Engel sind “in”. Tausende hängen sich Kreuze um, auch wenn sie mit dem Christentum nichts am Hut haben.
Das Christentum hat Konkurrenz bekommen. Vorbei ist die Zeit der Monopole, auch im Bereich der Religion. Die Christen tun sich mit dieser neuen Sachlage noch schwer. Dabei kann man viel aus der Bibel lernen: Sowohl das Gottesvolk des Alten als auch das des Neuen Testamentes musste sich im religiösen Pluralismus behaupten. Und man tat es erfolgreich, denn der lebendige Gott erwies sich gegenüber allen Heilsangeboten der Konkurrenz als überlegen.
Fazit: Die Zeitanalyse unserer Gesellschaft bringt folgendes Bild ans Licht: Pluralismus, Toleranz, Egozentrik, Materialismus, Technisierung und neue Softwelle bestimmen unsere Zeit. Hetze, Unruhe und Sinnlosigkeit sind die folgerichtigen Resultate dieser Erscheinungen. Innere Aussteiger haben ebenso Hochkonjunktur wie lautstarke Nationalisten und Seelenfänger.
Man mag verzweifeln angesichts der Situation unserer Gesellschaft. Und doch ist Resignation nicht die Antwort der Christen, denn sie sind Hoffnungsträger in einer dunklen Welt. Sie haben die Antworten auf die letzten Fragen der Menschen und packen mit an, um die Situation zu verändern. Weltverneinung führt in ein fatales Gettodasein, Weltbejahung in die Umklammerung des Zeitgeistes. Zunächst müssen wir erkennen, welche Verantwortung und Chancen uns die Moderne bietet. Der nach dem verlorenen Paradies suchende Mensch braucht die Nachricht vom Heil in Jesus Christus. Er ist in gewisser Hinsicht wieder offen für Übernatürliches. Er lehnt Gott nicht ab. Wie erschütternd ist es, dass diese Menschen mehr von Sekten und Kulten des Ostens erreicht werden, als von den Christen in ihrer Umgebung.
Der moderne Mensch schätzt besonders echte Vorbilder. Der Wunsch nach Tiefgang und ganzheitlichen Konzepten sollte deshalb anspornen, durch die praktische Tat der Nächstenliebe und durch sichtbare Beispiele in Familie und Beruf auf den Glauben an Jesus Christus hinzuweisen. Ein bewusster Verzicht auf unnötige Konsumgüter, ein rechter Umgang mit Medien, ein gesundes Familienleben, eine stabile Ehe oder ein mutiges Nein zu Homosexualität und Abtreibung sind auffallende Positionen, die für sich selbst sprechen. Der moderne Mensch wird hellhörig, wenn er auf Menschen mit einem festen Standpunkt trifft. Gerade die neuen Tendenzen des Zurücks zu Familie und Autorität sind Indizien dafür, dass man sich nicht der christlichen Ethik zu schämen braucht.
Die Situation unserer westlichen Gesellschaft braucht wieder die festen Werte und Überzeugungen des Glaubens. Die Beziehung zu Jesus Christus erst ermöglicht uns ein sinnvolles und hoffnungsvolles Leben. Es mag kommen, was will. Wer Jesus Christus im Zentrum seines Lebens hat, der kann allen Trends gelassen entgegensehen.
Dr. Stephan Holthaus Reflexionen. IVCG Datum: 10.04.2002
Der Herr Jesus hat mich vor einem Jahr gerettet aus der Drogenabhängigkeit, hat mir einen Sinn für mein Leben geschenkt durch Seine Kreuzigung für UNS.
Früher dachte ich auch nicht an Gott, dacht nur an den Moment und in der Zukunft war alles Grau.
Doch durch Jesus Christus dem einzigen Weg für Menschen zu wahrer Freunde, Hoffnung, Errettung, Liebe habe ich erfahren dürfen das es einen SINN GIBT 😉
Nehmt Jesus in der Stille in einem Gebet in Eurer leben auf sagt Ihm Eure Schuld/Sünde und vertraut Seinem Wort der Bibel.
Die Summe aller Laster ist konstant.
Wer ein Laster (Sucht) aufgibt, wird einem anderem (einer anderen Sucht) um so stärker verfallen.
Ein Beispiel ist eine gute Bekannte von mir:
Schwer heroinabhängig, durch Theraphie vom Konsum runtergekommen. Allerdings hat sich mit dem Rückfahren des Opiatkonsums ihr Konsum an Tabak und Alkohol stark erhöht.
Ähnlich ist es mit der Sinnsuche. Wer den Sinn des Lebens darin sieht, sich täglich zuzukiffen (wobei, nichts gegen eine gepflegte Tüte ab und an, für die Rastas zB ist es ein Mittel, Gott etwas näher zu kommen), wird, wenn er das Laster aufgibt, sich einen anderen “Sinn” suchen. Und das kann durchaus übersteigerte Religiösität wie im vorliegendem Fall bedeuten.
Habt ihr Bock auf Religion? Nein? Warum denn eigentlich
nicht? Abgeschreckt? Zu abgehoben? Zu weltfremd? Zu fanatisch? Zu
schmalzig? Oder habt ihr Bock auf Religion? Was bedeutet Euch denn
Religion? Halt und Sicherheit? Gute Atmosphäre? Was fürs Herz? Oder
sogar Lebenssinn?
Wenn wir ehrlich sind, haben wir alle so
unsere Religion. Die Einen mehr, die Anderen weniger. Die Einen haben
offiziell die Kirche, Synagoge oder Meditationszentren, andere haben
ganz still und leise ihre Idole, Lebensmaximen und tägliche Rituale. So
schlimm ist das ja nicht. Manchmal doch ganz nützlich und helfend. Und
ich glaube auch, der strengste Atheist hat Religion. Ob ich nun Lenin
als das Non-plus-ultra der Menschheitsgeschichte ansehe oder Buddha
oder ein Wesen Namens Gott, Allah oder Manitou. Alle diese Wesen und
Personen bestimmen unser Leben irgendwie, mehr oder weniger.
Ist
das nicht ein Zeichen, daß da was dran ist an Gott, an Ewigkeit und all
diesen Dingen? Schon Salomo, der bekannte israelitische König hat
gesagt, wir tragen die Ewigkeit in unserem Herzen (Prediger 3,11). Doch
wie ist Gott wirklich? Wie bekommen wir Zugang zu dieser Ewigkeit, zu
Gemeinschaft mit Gott, zu ewigem Leben, wie die Bibel es nennt?
Religion
ist die Suche des Menschen und dessen Bild von diesen Dingen. Der Mench
ist nämlich ganz schön erfinderisch. Ob Gott oder Religionsstifter wie
Buddha darin die erste Geige spielen, ist eigentlich egal. Religionen,
so verschieden ihre Aussagen auch sind, haben eins gemeinsam – sie sind
Menschenbilder! Wunschgedanken. Möglichkeiten.
Evangelium – so
nennt die Bibel die Botschaft von Jesus Christus, ist anders. Das
Evangelium ist die Antwort Gottes von oben auf das Suchen der Menschen
von unten. Während der Mensch ein hoffnungsloses Unterfangen betreibt,
von unten nach oben zu kommen, beugt sich Gott in Jesus herunter zu uns
Menschen.
Religion ist sicherlich ein Grundbedürfnis des
Menschen (das merkt ihr bestimmt an der Werbung – achtet mal drauf –
oder an Filmen wie “Das fünfte Element”). Aber befriedigt uns unser
eigenes Bild von Gott? Oder wollen wir auch mal auf den hören, der als
“Sohn Gottes” Mensch geworden ist, um uns die Hand zu reichen in
unserem Leben?
Laßt uns das nächste mal ein wenig nachdenken
über den wirklichen Unterschied der Religionen zur biblischen Botschaft
von der Offenbarung Jesu Christi.
Erfunden oder gefunden?Der
Mensch hat ja ne ganze Menge erfunden. Das Rad, das Telefon, die
Dampfmaschine, den Computer – die Glühbirne, das Ziegelbrennen,
Fließbandproduktion, Automobile, Flugzeuge – Impfungen, Medikamente und
und und. Und er hat auch Möglichkeiten erfunden, die Sehnsucht der
Seele nach Gott, Ewigkeit und Paradies zu befriedigen. Und diese
reichen vom Leugnen des Ewigen und Jenseitigen über alle speziellen
Facetten des Religiösen bis hin zur allgemeinen Möglichkeit, “alle
kommen in den Himmel”. Aber hat er auch wirklich den Weg zu Gott
erfunden?
Auch Gott hat vieles erfunden. Das Herz mit seinen 100
000 Schlägen an einem Tag (über 2 Milliarden in 70 Jahren!), die
Erbsubstanz (beim Menschen ca. 3 Milliarden genetische Buchstaben), den
Buntspecht (der mit 25 km/h gegen den Baum klopft, ohne eine
Gehirnerschütterung zu bekommen), den Eselspinguin (mit einem cw-Wert,
der alle U-Boote oder Rennwagen in den Schatten stellt), das Blatt am
Baum als enormes Chemie- und Kraftwerk (Photosynthese zur Umsetzung von
Lichtenergie in chemische Energieträger) und vieles mehr. Die gesamte
Schöpfung ist erfüllt von Wunderbarem.
Der Mensch hat aber auch
ne ganze Menge entdeckt. Entdecken kann ich nur, was schon da ist.
Amerika, die Elektrizität, Röntgenstrahlen, Kernspaltung uvm. Entdecken
kann ich alle Erfindungen Gottes.
Das Evangelium ist auch eine
solche Erfindung Gottes. Denn der Weg zu Gott kann nicht erfunden
werden, er kann nur entdeckt und gefunden werden, denn erfunden hat
diesen Gott selber. Menschen haben allerlei, womit sie sich den Himmel
erkämpfen, erarbeiten und erleisten. Riten, Opfer, Abgaben, Handlungen
und Gesetze, Ethik und Moral, Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe
oder Kaste. Oder man wächst und entwickelt sich sowieso hinein in das
Paradies. Doch führen diese Erfindungen zum Ziel? Gottes Weg ist ein
anderer. Er macht uns deutlich, das wir es nicht leisten und
vollbringen können, als Menschen dem allmächtigen und heiligen Gott
wohlgefällig zu begegnen.
Das Evangelium beschreibt den Weg von
Gott zu den Menschen. Gott selbst beugt sich herunter, um in Jesus
Mensch zu werden. Dieser Jesus steht an deiner und meiner Stelle und
nimmt alles ab, was uns von Gott trennt. Jesus leistet alles, was uns
Gott wohlgefällig machen kann und was Gott genügt. Jesus nimmt auf
sich, was wir an Folgen der Gottesferne abbekommen hätten, er starb
stellvertretend für uns am Kreuz. Und damit nicht das Ende – sondern
der Anfang. So wie er auferstanden ist von den Toten, möchte er dieses
Auferstehungsleben auch dir und mir schenken. Dieses Geschenk, in der
Bibel wird es Gnade genannt, ist ausnahmslos für alle da. Doch in
Empfang nehmen müssen wir es selbst. Das ist das einzige, was wir zu
“leisten” haben.
Alis Sichtweise.
Was ich an Alis Sichtweise interessant finde ist, wie einfach er es sich macht.
Die Welt wird in schwarz und weiß unterteilt.
Gut und Böse, Gläubig und Ungläubig, Himmel und Hölle.
Das ist schön, das ist einfach, das zeugt aber auch von einem eingeschränkten Urteilsvermögen, bzw. dem Unwillen nachzudenken.
Er vergisst dass es auch Gelegenheitskonsumenten gibt, dass die Mehrheit der leute die Cannabis rauchen Gelegenheitskonsumenten sind.
Natürlich gibt es einen Teil von Leuten die damit nicht umgehen können, bzw. die ein höhreres Suchtpotential haben, denen muss sicher geholfen werden, das Zeug jedoch grundsätzlich zu verteufeln halte ich persönlich für Käse.
Schonmal von Internet gehört? Oder von Nahrung?
Das Internet kann süchtig machen, sollte man es deshalb grundsätzlich verbieten?
Essen kann (krankhaft) süchtig machen, sollte man es deshalb verbieten?
Oder Alkohol? Ich will auf keinen Fall sagen dass Cannabis harmloser als Alkohol ist, ich halte beides für gefährlich. Ein Großteil der Bevölkerung kann mit Alkohol umgehen, ein Teil jedoch hat Probleme damit, dasselbe ist mit Cannabis.
Oder sehen wir Religionen, eine Religion in Maßen ausgelebt ist gut, sie behindert den Menschen nicht, man kann gut mit ihr leben, behindert vor allem seine Mitmenschen nicht. Wenn sie jedoch ins Extrem ausartet, wie z.B. Islamische Terroristen oder Christliche Kreuzfahrer, dann kehrt sich der positive Effekt ins Gegenteil um.
Die Menge macht das Gift.
Lieber Ali, Du siehst wie kompliziert die Welt ist, auch Du solltest versuchen Sie zu entdecken und nicht alles was Du nicht verstehst oder nicht weißt sofort in Gut und Böse einteilen.
Die Welt ist zu kompliziert für nur zwei Sichtweisen.
Wir sollten nicht so binär denken…
ja, unsere welt ist sehr komplziert, geradezu unheimlich durcheinander.
weder in politik, in der wirtschaft, im sozialen leben , ja sogar in der innenwelt des menschen kennt sich keiner mehr aus.
wie gut, dass der herr durchblickt. er hat den überblick. er ist ja gott. das zu erkennen wäre auch gut für dich.
alkohol und drogen sind beide keine geeigneten lösungsmittel. beide sind keine lösung.
gott dagegen kennt sich aus und hat in seiner gnade den teufel, den durcheinanderbringer besiegt.
darum,jeder der jesus folgt, lebt fortan im licht gottes und hat die möglichkeiten des durchblicks.
darum mein rat an dich:
Ich finde, dass HP gar nicht so schlimm ist, SOLANGE man die Realität mit der Idealität NICHT verwechselt…
Denn jedesmal, wenn ich HP im Kino anschaue, dann kann Ich mich von der Realität ablösen und mit neuer Kraft in den Tag gehen…
Ich selbst war ein so genanntes Schmuddelkind, ein Ausgestossener. Jesus hat mich gewollt, angenommen, so wie ich war. Und ich musste nicht so bleiben, wie ich bin: Ängstlich, depressiv, seelisch kaputt, ohne Hoffnung, voller Sünde ….
Keiner will den Sohn? – Ich schon! Es mag mich viel kosten (die Freundschaften und Vergnügungen dieser Welt), aber auf alles, worauf ich verzichte, bekomme ich so viel zurück, hundert-, ja, tausendfach. Ich müsste dumm sein, eine solche “Kapitalanlage” aufzugeben. Vor allem Menschlich werde ich verändert.
Jesus? Ich kann Ihn wirklich nur weiterempfehlen. Und das tue ich. Es war, ist und bleibt die allerbeste Entscheidung meines Lebens!
Machen wir doch aus dieser Not eine Tugend: Schicken wir die Infanterie christlicher Missionare voran unter dem Schutz der Artellerie christlicher Beterinnen und Beter.
Jaja, der Teufel kann schon ziemlich hinterhältig sein. Er versucht die Menschen zu manipulieren da wo man es am wenigsten erwartet. Seit also wachsam!
Darum wachet; denn ihr wisset nicht, welche Stunde euer Herr kommen wird. (Vgl. Mt 24,42 + 24,44 Lk 12,39 + 12,40)
“Wer die Wahrheit sucht, sucht Gott, ob es ihm bewußt ist oder nicht.”
From wolke on Turin - Das Zentrum der schwarzen Magie
Go to comment2007/07/04 at 3:23 pm
From ali on Turin - Das Zentrum der schwarzen Magie
Go to comment2007/07/04 at 5:29 pm
From J-Klay on Das Paradies der RasTafari?
Go to comment2007/07/05 at 6:19 pm
From ali on Das Paradies der RasTafari?
Go to comment2007/07/05 at 6:28 pm
From Pater123 on Der Totenkopf-Trend
Go to comment2007/07/06 at 4:15 pm
From ali on Der Totenkopf-Trend
Go to comment2007/07/06 at 6:24 pm
From H on Rette dein Hirn - hör` auf zu kiffen!
Go to comment2007/07/07 at 2:34 am
From ali on Rette dein Hirn - hör` auf zu kiffen!
Go to comment2007/07/07 at 10:49 am
From on Metalheads need Salvation
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From Waldmeister on Claus - Es gibt echte Freiheit
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From ali on Claus - Es gibt echte Freiheit
Go to comment2007/07/10 at 12:39 pm
From Joachim Donner on Lustige Kifferstory – bitte langsam lesen
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From ali on Lustige Kifferstory – bitte langsam lesen
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From LovingAngel on Harry Potter
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From ali on Harry Potter
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From Markus Kenn on Keiner will den Sohn
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From ali on Keiner will den Sohn
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From Markus Kenn on Turin - Das Zentrum der schwarzen Magie
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From LovingAngel on Harry Potter
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From ali on Harry Potter
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