The Book Of Eli

Am Donnerstag (18.02.2010) startete in den deutschsprachigen Kinos der Film „The Book Of Eli“. Mit dem Film meldet sich das Regie-Brüderpaar Albert und Allen Hughes zurück, um die es lange Zeit still war. Für die Hauptrollen konnten sie die Stars Denzel Washington und Gary Oldman gewinnen.

 

Der Film spielt in einer verwüsteten Welt und ist in blassen Farben gehalten. Nur noch wenige Menschen sind nach einem großen Krieg, über den es nur Andeutungen in den Dialogen gibt, auf der zerstörten Erde anzutreffen. Es ist ein postapokalyptisches Szenario gepaart mit religiöser Romantik. Ein Mann mit einem Buch schießt sich den Weg frei Richtung Westen. Eine göttliche Stimme beauftragte ihn zuvor das Buch zu bewahren und versprach ihm Schutz auf dem Weg zum Ziel. Immer wenn sich ihm welche in den Weg stellen gibt es ein blutiges Gemetzel, trotzdem ist er gleichzeitig sehr moralisch. Der Film ist sehr nebulös und vieles wird im Unklaren gelassen.

 

Der Kern des Films, das Buch, das Eli  besitzt, die Bibel, wird von seinem Inhalt her kaum behandelt. Es werden dafür die gängigen Klischees über die Bibel bedient. Der Verfolger von Eli will das Buch haben, weil es seiner Meinung nach eine mächtige Waffe ist. Nach dem Krieg, der zu dieser zerstörten Welt führte, wurden alle Bibeln verbrannt. Manche sagen sogar, dass der Krieg durch sie ausgelöst wurde. Nur noch Eli besitzt ein Exemplar. Sie soll eine Waffe sein, die direkt auf das Herz und den Verstand der Schwachen und Verzweifelten zielt. Mit ihr könne man die Menschen kontrollieren und sie würden tun, was man ihnen sagt. So behauptet es Elis Verfolger Carnegie. Carnegie interessiert es nur, den moralischen Wert dieses Buches zu missbrauchen und es ist für ihn eine Art Vertröster für das Volk, um es zu Höchstleistungen zu bringen. Zweifelsohne wird hier wieder einmal auf die dunklen Kapitel der Kirchengeschichte angespielt, wo der Glaube politisch missbraucht wurde. Die Bibel wird in diesem Film als nicht mehr als eines von vielen moralischen, religiösen Büchern dargestellt. Verdeutlichend ist die Szene, als der schlussendliche Empfänger des biblischen Textes ihn in ein Regal stellt zu anderen Büchern der Weltreligionen. Doch mit so offensichtlichen positiven Auswirkungen auf die Menschheit wie die Bibel sie hatte, können die anderen religiösen Bücher nicht dienen. Wir genießen heute die Würde des Menschen, die Menschenrechte, unseren Rechtsstaat, die Abschaffung der Sklaverei und unzählige Hilfsorganisationen, bis hin zu Krankenhäusern als Früchte der biblischen Botschaft, doch wir verleugnen den Ursprung.

 

Die Verzerrung der biblischen Botschaft im Film wird besonders dadurch deutlich dass die Hauptperson der Bibel, Jesus Christus, gar nicht erwähnt wird. Er würde auch nicht zu dem Vorurteil passen, welches sagt, dass die Bibel die Menschheit unterdrücken würde. Er war kein Herrscher oder Kriegstreiber, er hat nie in den Metropolen der Welt gepredigt, sondern zog durch die steinige Landschaft der römischen Provinz Judäa. Trotzdem prägte er die Menschheitsgeschichte wie kein anderer Mensch. Seine Worte: „Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.“1 und „Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen! Und ich werde euch Ruhe geben.“2 hallen durch die Jahrhunderte und verändern bis heute die Leben vieler Menschen. Seine Sünden vergeben zu bekommen und seinen Schöpfer kennen zu lernen, darum geht es in dem Buch. Die positive Auswirkung auf die Gesellschaft ist nur ein Nebeneffekt.

 

Mit unbeantworteten Fragen, religiösen Inhalten und Weltuntergangsstimmung bedient der Film das Verlangen des Publikums. Doch die Bibel lässt er weiterhin im Regal verstauben. Es geht nicht wirklich um das Buch das Eli besitzt und um seine Hauptaussage.

 


Daniel Y.

 


Quellen:

1 Die Bibel – Markus 10,45

2 Die Bibel – Matthäus 11,28

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