Schneiden, Ritzen, Stechen – was ist das mit der Selbstverletzung?

Erschreckend hoch ist die Zahl der meist weiblichen Selbstverletzer. Manche reden von ca. 800.000 Mädchen, die sich selber Schmerzen zufügen. Fachleute sagen, dass diese Leute definitiv seelisch krank sind. Tief drin in der Seele liegen meist gleich mehrere Nöte und Probleme. Erworben wurden diese emotionalen oder körperlichen Verletzungen in der Kindheit oder während der Pubertät. Es kann sich um Vernachlässigung, Trennungstraumata, körperliche Gewalt oder auch um sexuellen Missbrauch handeln. Beziehungsnöte und andere schlimme Erfahrungen können ebenfalls zu selbstverletzendem Verhalten führen.


Eine junge Frau erzählt: „Ich schnitt mir den Unterarm auf. Es tat ziemlich weh. Es blutete wie verrückt. Plötzlich – meine Seelenschmerzen waren weg! Der innere Schmerz war in den Arm gewandert. Das Blut aus meinem Arm befreite mich vom seelischen Druck. Die nach innen geweinten Tränen flossen als Blut aus meinem Arm – rote Tränen. Schneiden ist immer noch besser, als sich im Affekt umzubringen. Mit diesem Schnitt konnte ich meinen Schmerz kontrolliert nach außen leiten.“


So geht es sicherlich vielen, die sich schneiden, kratzen, zwicken, klemmen, beißen, die Haare ausreißen, verbrennen oder verbrühen, ihren Kopf an Wände oder harte Gegenstände knallen, giftige oder gefährliche Sachen schlucken und manche krassen Aktionen bringen; Arme, Beine, Bauch und Kopf – sogar das Gesicht wird nicht geschont. Manche verletzen sich auch im Brust- und Genitalbereich. In einer normalen Familie lernt man als Kind mit Wut, Enttäuschung und Zorn umzugehen. Man orientiert sich an seinen Eltern. Doch wo gibt’s denn so was noch?


Im Lauf des Lebens bekommt man dann so seine Schläge ab und wird von negativen Feelings überlastet. Schlechte Gefühle kommen hoch. Du kennst dich nicht mehr und verletzt entweder aggromäßig andere oder dich selber. Und die Depris sind irgendwie weg. Auch Schuld scheint kleiner zu werden. Sogar Selbstmordgedanken treten in den Hintergrund. Du hast dich ja irgendwie selber bestraft. Du hast dein Blut gegeben. Du hast dich bestraft. Alles scheint klar. Aber so wird es immer schlimmer. Du kommst da nicht mehr raus. Wie soll das enden?


Wenn dir von außen Hilfe angeboten wird, dann nimm nur fachliche Hilfe an. Wenn du Gott kennst, dann bekommst du von ihm die Kraft, den Menschen, die dir diese inneren Wunden zugefügt haben, zu verzeihen. Das geht oft nicht so schnell. Aber bedenke, zuerst musst du deiner Not ins Angesicht schauen, um sie deutlich im Gebet vor den allmächtigen Gott zu bringen. Er hat versprochen auf alle unsere Gebete zu hören, wenn sie ernst sind. Er hat uns auch Hilfe und Vergebung versprochen. In einer christlichen Gemeinde findest du sicherlich jemand, der dir im Gebet beisteht.


Bedenke: Jesus hat unsere Schuld auf sich genommen. Er hat die totalen Verletzungen und seelischen Qualen erlitten. Er versteht dich und ist dir darin nahe. Er hat am Kreuz seinen Peinigern vergeben. Darin hat er gesiegt. Das ist Gottes Power, die auch dir hilft, deine Nöte in seine liebenden und blutenden Hände zu legen. Weil er am Kreuz blutete kannst du frei werden von deinen Selbstverletzungswünschen und -zwängen.


Gott sagt: „[…] ich bin der HERR, der dich heilt.“ (2. Mose 15,26)

Kommentare

  1. rumpelstielzchen

    danke für die gebete

    vielen lieben dank für sie gebete. ich habe mich getraut mit jemanden über meine probleme zu reden. und ich wurde weder ausgelacht, noch für verrückt gehalten, oder sonst iergendwas. die person hat mich verstanden und ernst genommen. und will auch weiter für mich da sein. ich glaube ich bin auf dem weg der besserung. das wollte ich nur mal sagen. ich hatte gestern auch das erste mal seit langem nicht mehr so stark das bedürfniss mich zu verletzen. ich glaube jetzt wirkt gott in mir. :-)aber bitte bete weiter für mich, denn ich weiß, das ich noch einen langen und schweren weg vor mir habe, falls gott kein wunder geschehen lässt.

  2. ali

    ich kann euch immer nur ermuntern, den weg aus dieser lebenshaltung zu suchen.
    leider bin ich weit von euch weg. aber der herr ist euch nahe und er kann euch zu menschen führen,die sich mit euch persönlich unterhalten können. dass ist unheimlich nötig.
    ali

  3. Veri

    Hol Dir Hilfe

    Hallo!
    Du steckst nicht alleine in diesem Sumpf!!! Ihc kenne ein paar junge Menschen, die sich ebenfalls sebst verletzten- aus diversen Gründen!
    Ich möchte Dir sagen, ich wünsche Dir ganz viel Kraft und mut einen Schritt vorwärts zu gehen ; ich finde es ein wenig verantwortungslos, dass man Dir hier nur immer sgat, wie sehr Gott Dich liebt. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass diese gewissheit im Inneren verankertsein kann und man immer versucht sich daran festzuhalten und daraus kraft zu schöpfen, jedoch alleine kann man den Berg nicht bezwingen. Auch nicht wenn GOTT uns noch so sehr hilft. Such Dir psychologische Hilfe! Jemand der etwas von seinem fach versteht undd er Dir verushcen kann zu helfen und Dir Tipps zugeben.  Deine Glaube wird Dir dabei eine große Stütze sein. GOTT ist auch in der schwersten Zeit für Dich da – oftmals durch andere Menschen um Dich herum! Nimm diese Hilfe in Anspruch! Ich wünsche ir alles Gute und Gottes segen!

  4. ali

    ich kann deine zeilen nur betroffen zur kenntnis nehmen. aber ich hoffe dennoch, dass du alle innere not mit der hilfe gottes und der hilfe von menschen aufarbeiten kannst.
    versuch es immer wieder und bring deine not zum herrn. er nimmt dich ernst und er nimmt dich an. er ist dir viel näher als ich es sein kann.
    gott segne dich. er liebt dich
    ali  
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    In dieser Rubrik finden Sie Artikel aus der Arbeit der Katholischen Beratungsstellen für Eltern, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Erzbistum Köln.

      “Seelenkratzer” – Selbstverletzendes Verhalten bei Jugendlichen

      

    Nadine (14 Jahre) ist ein Mädchen das sich schneidet. Lange Jahre hatte sie ein (traumatisches) Ereignis verdrängt. Dann wächst der innere Druck durch eine aktuelle belastende Situation so stark, wird unerträglich, “sie hat das Gefühl zu platzen.” In dieser Situation schneidet sie sich in der Küche aus versehen an einem Messer. “Zuerst bin ich total erschrocken, weil es so stark geblutet hat, aber ich habe gemerkt, dass es mir Erleichterung verschafft, dass die Spannung nachlässt. Deshalb schneide ich immer wieder”, erzählt sie und zeigt dabei ihre Unterarme. “Bin ich jetzt verrückt?” Das Messer nehme ich auch mit zur Schule, “für den Notfall”. Sie weiß, danach geht es ihr erst einmal besser.

    Bei 10% der Jugendlichen die im Berichtsjahr beraten wurden, war der Anmeldegrund Schnippeln, Ritzen und Kratzen. In der Regel sind es Mädchen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren.

    Besorgte Eltern, Freundinnen und Pädagogen in der Schule und im Freizeitbereich, stehen diesem Phänomen meist hilflos, schockiert gegenüber. “Wieso verletzen sich diese Mädchen selbst?” Früher haben sie sich den Kopf kahl geschoren, tätowiert. Ist Ritzen heute der neue Modetrend?”

    “Man sollte das alles nicht so ernst nehmen, die wollen doch nur auf sich aufmerksam machen”, auch diese Stimmen bekommen die Beraterinnen und Berater zu hören. Unsere Hilfe brauchen vor allem die Jugendlichen, deren selbstverletzendes Verhalten nicht gesehen wird, aber die körperlichen Verletzungen kaum zu übersehen sind. Oft wissen nicht einmal die nächsten Angehörigen von den “verborgenen” Problemen.

    Was bedeutet es, wenn Jugendliche sich Hautschnitte auf ihren Armen oder Beinen zufügen, wenn sie sich ritzen, schneiden, mit Nadeln stechen? Wollen sie ihre Umgebung schockieren oder sich interessant machen oder handelt es sich dabei nur um eine Mutprobe (Aufnahmeritual)?

    Untersuchungen weisen darauf hin, dass Jugendliche mit diesen Verletzungstendenzen versuchen, eine tiefe seelische Verzweiflung durch Schädigung ihres Körpers zu kompensieren. Sie suchen Erleichterung von seelischen Schmerzen, indem sie sich körperlichen Schmerz zufügen. Jede Verwundung ist zugleich ein Schrei um Hilfe, ein Appell um Beachtung. Selbstverletzung dient der Beruhigung, der Abfuhr von Wut, der Unterbrechung depressiver Leeregefühle. In der Regel kann man sagen, je heftiger die Selbstverletzung, desto schlimmer der seelische Schmerz und das Erlebte. Betroffene erzählen uns in der Beratung, dass, wenn sie mit starken Emotionen oder erdrückenden Situationen konfrontiert sind, sie die Selbstverletzung als Bewältigungsmittel wählen, weil es ihnen eine schnelle Erleichterung von der Angst und der Anspannung bringt.

    Die Mädchen und jungen Frauen die sich selbst verletzen, neigen dazu, niedergeschlagen zu sein. Sie sind oft sehr unruhig und sensibel für Ablehnung. Selbstverletzung hilft ihnen, wenn auch nur kurzfristig, sich von intensiven Gefühlseindrücken und Empfindungen, wie Ärger und Wut, Traurigkeit, Einsamkeit, Scham, Schuld zu befreien.

    Was erfahren wir in der Beratung über die Ursachen?

    Körperliche und sexuelle Gewalterfahrung, seelische Vernachlässigung, schwierige Fa-milienverhältnisse, Entzug elterlicher Liebe, Trennungs- und Scheidungsdramen sind die Hauptgründe für das selbstverletzende Verhalten. Nicht selten mussten diese Kinder allzu früh selbstständig werden oder gar in eine Elternrolle schlüpfen wie zum Beispiel bei einer psychisch kranken Mutter. Ein schlimmes Ereignis kann zu seelischem Chaos führen. Bekommt man dann nicht die richtige Unterstützung, Fürsorge und mentale Stabilität der Eltern, muss das Kind alleine damit fertig werden. Oftmals kommt es dabei zu Gefühlen von Vernachlässigung und Wertlosigkeit. Oft auch werden die Ereignisse verdrängt, scheinbar vergessen. Auslösefaktoren für die Selbstverletzungen können dann schulisches Versagen, eine zu hohe Leistungsanforderung oder der Verlust einer wichtigen Person sein.

    Selbstverletzendes Verhalten löst bei den Angehörigen, Freunden der Betroffenen vielfältige Reaktionen und Gefühle wie Angst, Schuld, Hilflosigkeit, Wut und manchmal auch Ekel aus.

    Was raten wir?

    Die meisten betroffenen Jugendlichen wünschen sich mehr Beachtung, Zeit, Anteilnahme und Anerkennung von den Elte dass diese sich für ihre Sorgen interessieren, ihnen mit Verständnis, Vertrauen und Unter-stützung begegnen. Andrerseits fühlen sich die Eltern, Erzieher oder sonstige wichtige Bezugspersonen durch das selbstverletzende Verhalten der Jugendlichen in die Enge ge-trieben, enttäuscht, überfordert oder hilflos.

    In solchen Fällen können Erziehungsberatungsstellen Rat und Hilfe für die Betroffenen geben.

    Für Eltern, Erzieher oder andere Bezugspersonen ist innerhalb der Beratung zunächst Aufklärung über das selbstverletzende Verhalten angezeigt. Ihr Kind ist weder krank noch verrückt. Reaktionen der Eltern wie Panik, Vorwürfe oder Drohungen helfen in diesen Fällen nicht, sondern können das selbstverletzende Verhalten noch ver-schlimmern. In einem zweiten Schritt ist der Beziehungsaufbau zum Jugendlichen ein zentraler Leitgedanke unserer Beratung. Ziel ist es, durch eine Verbesserung der familiären Beziehung, Entlastung für alle Beteiligten zu schaffen. Dabei Bedarf es Geduld und Stetigkeit in der Zuwendung, um das Gleichgewicht in der Beziehung zwischen den Betroffenen Jugendlichen und seiner/ihrer Bezugsperson aufzubauen bzw. wieder herzustellen. Eine sichere und stabile Beziehung in der Gegenwart stellt eine wichtige Voraussetzung dar, um Geschehnisse aus der Vergangenheit erfolgreich zu verarbeiten. Bei fortwährenden Selbstverletzungen ist therapeutische Hilfe dringend erforderlich.

    Nach unserer Erfahrung stellt die Beratungsarbeit in Fällen von selbstverletzenden Verhalten eine effektive und wertvolle Hilfe für alle Betroffenen dar.

    “Es ist wie eine Sucht, die man mit Hilfe von Beratung, viel Liebe und Zeit beheben kann.” (Zitat einer Betroffenen)

    Dieser Artikel wurde von der Beratungsstelle in Hermeskeil ( Bistum Trier) zur Verfügung gestellt.

    Weitere Informationen im Internet unter: http://www.lebensberatung.info

      

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  5. rumpelstielzchen

    ich habs schon wieder getan

    ich habe es schon wieder getan. es ist einfach passiert, in mir war ein solcher selbsthass, dass ich nicht anders konnte. ich möchte ja gerne mit jemanden reden, aber was soll ich sagen? hallo, ich wollte dir nur sagen ich verletzte mich selber, kannst du mir vielleicht weiter helfen? gestern, war ich in einem jugendgottesdienst, und da überkahm es mich das zweite mal an diesem tag. ich habe ein völlig abstoßendes gefühl mir selber gebenüber empfunde. und ich galube wenn ich zu diesem zeitpunkt zu hause gewesen wäre, dann hätte ich mir den ganzen arm aufgeschnitzt. ich weiß nicht was ich tun soll. ich will ja beten, aber ich habes es verlärnt, nein ich habe keinen glauben mehr darin, dass gebet etwas verändern kann. so sehr ich es mir wünsche. iergendwie ist das was ich tue, zurzeit die beste methode für mich.

  6. ali

    zuerst solltest du mal kraäftig uns anhaltend beten, dann solltest du dich mal mit einer person deines vertrauens darüber austauschen. gott kann dir einen solchen menschen in deinem umfeld zeigen. vertrau ihm.
    mit der hilfe gottes  wirst du diese not besiegen. ich halte dich nicht für verrückt. ausserdem haben ca. 800 000 kids in deutschland dieses problem.
    gott wird dir helfen.
    ali
    lies doch mal diesen artikel
      

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    Kratzen, Kneifen, Ritzen
      von Yvonne Dreblow

      

      Frage von YS  
       Habt ihr eine Erklärung für Menschen, die sich selbst Quälen? Sie kneifen oder Kratzen sich und Schaden so sich selbst. Warum tun sie so etwas sich selbst an?  
          

    Diese Frage habe ich mir ausgesucht, weil ich genau das, was in ihr beschrieben ist, schon zwei Mal in meinem Leben getan habe: ich habe mir einen Arm mit einer Rasierklinge aufgeschnitten. Aus diesem Grund befasste ich mich intensiv mit Ritzen und anderen Selbstverletzungserscheinungen. Sicherlich ist diese Antwort keine psychologische Dissertation dazu; ich hoffe aber, dass man sie vor allem in ihrem seelsorgerlichen Aspekt nachvollziehen kann.

    Was steckt hinter Selbstverletzung?

    Menschen, die sich selbst verletzen, sind definitiv seelisch krank. Ihr Verhalten umfasst das Verletzen des eigenen Körpers und Herbeiführen      
       Menschen, die sich selbst verletzen, möchten meist unkontrollierbaren seelischen Schmerz in kontrollierten körperlichen umleiten.    
            
    von Schmerzen, das nicht wie beispielsweise bei sadomasochistischen Praktiken sexuelle Lust stimuliert. Motive sind häufig Selbsthass, Selbstbestrafung oder seelischer (=unkontrollierbarer) Schmerz, der durch körperlichen (=kontrollierten) Schmerz übertönt werden soll. Schnitte oder Verbrennungen, aber auch manche Essstörungen, sind Folgen dieser versuchten Kompensation.

    Selbstverletzung ist meist ein Symptom tiefer liegender Probleme. Auch Menschen, die emotional oder körperlich missbraucht wurden, können zur Selbstverletzung neigen.

    Wie zeigt sich Selbstverletzung?

    Häufige Erscheinungsformen sind:

    Schneiden, Ritzen, Stechen

    Kratzen

    Zwicken, Klemmen

    Beißen

    Offenhalten/Aufkratzen von Wunden&Wundschorf (Pickeln, Mückenstichen…)

    Aufkratzen der Haut

    Ausreißen von Haaren, auch Wimpern oder Augenbrauen

    Verbrennungen und Verbrühungen

    Verätzungen mit Säuren oder Laugen,

    Quetschungen von Körperteilen

    Heftiges Schlagen des Kopfes und anderer Körperteilen an Wände etc.

    Abschnürungen, um Durchblutungsstörungen hervorzurufen

    Schlucken von giftigen Substanzen

    Zu den ‘bevorzugten’ Körperteilen für Selbstverletzungen gehören:

    Arme, vor allem Unterarme und Handgelenke

    Beine, vor allem Oberschenkel

    Bauch

    Kopf / Gesicht

    Brust und Genitalbereich

    Frauen scheinen sich wesentlich häufiger selbst zu verletzen als Männer.

    Wo liegen die Ursachen?

    Nach meiner seelsorgerlichen Erfahrung liegen die Gründe für Selbstverletzungen meist in der Kindheit oder Pubertät.      
       Die Ursachem für Selbstverletzung liegen oft in der Kindheit oder Pubertät: ein emotionales Defizit oder Missbrauch    
            
    Viele Kinder wurden emotional nicht ausreichend von ihren Eltern aufgefangen, manche gar von einem oder beiden Elternteilen körperlich misshandelt. Auch sexueller Missbrauch kann zur späteren Selbstverletzung führen.

    Emotional gestörte Kinder können als Erwachsene oft sehr schlecht mit ihren Gefühlen umgehen, denn sie haben es nie gelernt. Dies gilt auch und vor allem für missbrauchte Kinder.

    Warum ich geritzt habe

    Vielleicht erzähle ich mein persönliches Beispiel, um zu erläutern was aus einem solchen emotionalen Defizit folgen kann:

    Als ich mich zu ersten mal geritzt habe, war eine tiefe Verletzung durch einen Freund Anlass dazu. Ich hatte ihm mein Herz geöffnet, war sozusagen voller Gefühle für ihn und er tat nichts besseres, als darauf herumzutrampeln. Eine seiner Verletzung ging so tief in mein Herz, dass ich den seelischen Schmerz nicht mehr aushalten konnte. Um mich nicht umzubringen, musste ich diesem inneren Schmerz irgendwie Luft machen – ihn nach außen tragen. Ich glaubte, den Schmerz dann besser kontrollieren zu können.

    So schnitt ich mir den Unterarm auf. Es tat ziemlich weh und blutete auch enorm – aber es tat mir unendlich gut. Statt meiner Seele schmerzte nun mein Arm, das Leiden war umgeleitet. Mein Blut zu sehen, hatte etwas Befreiendes – als ob meine seelischen, nichtgeweinten Tränen mit diesem Blut nach außen abflossen. Es war eine gute Erfahrung für mich, die mich vielleicht noch viel länger begleitet hätte, wenn ich nicht schon damals Christ gewesen wäre. Irgendwie hielt Gott mich davon ab. Später, als mein Glaube wesentlich tiefer war und ich Seelsorge bekam, lernte ich, meinen Schmerz zu Gott zu bringen anstatt ihn an mir selbst umzuleiten.

    Das zweite Mal, als ich mir den Arm aufschnitt, war der Grund keine Verletzung meiner Gefühle sondern eine Verletzung meiner Scham. Eine Bibelstelle habe ich vor dieser Erfahrung nicht richtig verstehen können: Noah verfluchte seinen Sohn Ham, weil der ihn nackt gesehen und dies seinen Brüdern weitergesagt hatte (1.Mose 9,18-28). Ich denke, Noah ging es in jenem Moment wie mir damals; meine Schamgrenze war deutlich verletzt worden. Auch dies kann emotional so tief gehen, dass man nur noch einen Weg sieht (wenn man einen anderen nicht sehen will), mit der Verletzung fertig zu werden: sie auf den Körper umlenken. Dabei hat das austretende Blut einen reinigenden Charakter.      
       Ich durfte lernen, Gott meinen Schmerz zu bringen, der in Jesus alles nötige Blut fließen ließ und meiner Seele Gutes tun will!    
            

    Heute weiß ich, dass Gott mich schützt. In Jesus hat er bereits alles Blut fließen lassen, dass es braucht, um meiner Seele Gutes zu tun; dass er mit ihm alle meine seelischen Schmerzen verbunden hat, als er starb, damit ich heute leben kann. Für mich sind das keine Phrasen – ich lebe von dieser Wahrheit! Deshalb muss ich mich nämlich nicht mehr selbst körperlich verletzen, wenn meine Seele es nicht mehr aushalten kann vor Schmerz. Ich habe gelernt, mich bei Gott zu stärken, wenn es mir schlecht geht.

    Weitere Gründe für Selbstverletzung

    Ein weiterer Grund, der Menschen zu Selbstverletzern macht, kann sein, dass man als Kind nicht gelernt hat, mit Zorn oder Wut umzugehen. Diese Gefühle sind sehr stark und drängen nach außen, deshalb verletzt man – je nach Wesensart – entweder andere oder sich selbst. Auch Selbstbestrafung führt unweigerlich zu Selbstverletzung – entweder seelisch (man verdammt sich ständig für eine Schuld und kann sich nicht vergeben) oder körperlich (man tut sich weh zur Strafe).

    So ist also die Selbstverletzung ein Ventil für seelische Verletzungen, die nicht mehr kontrollierbar erscheinen und überstark sind. Man möchte sich auf diese Weise selbst helfen und für sich sorgen      
       Selbstverletzung möchte verlorene Kontrolle wiederherstellen, positiv stimulieren und negative Gefühle übertönen.    
            
    – auch wenn es krankhaftes Verhalten zur Folge hat. Wer sich körperlich weh tut, stimuliert sich selbst – vor allem seelisch – und kann damit auch gut Depressionen entgegenwirken oder belastenden Schuldgefühlen entkom-men.

    Letztlich möchte man durch Selbstverletzung eine Selbstkontrolle gewinnen, die man vorher zu verlieren glaubte. Es läuft bei vielen Betroffenen darauf hinaus, dass sie sich durch Selbstverletzung vor Selbstmord schützen.

    Wie kann Selbstverletzung ein Ende finden?

    Nun haben wir einen kleinen Einblick gewonnen, warum Menschen sich selbst verletzen. Die Frage nach den Ursachen ist psychologisch sicher nicht erschöpfend beantwortet, dazu fehlt mir einiges an Fachwissen und es würde auch den redaktionellen Rahmen bei Nikodemus.Net sprengen.

    Ich kann nicht erläutern, wie Psychologen diese seelische Erkrankung therapieren, möchte aber einige wertvolle Erfahrungen aus der Seelsorge weitergeben:

    (a) Kindheit

    Es muss (gerade im christlichen Bereich) endlich erlaubt sein, emotionale Defizite in der Kindheit zu benennen, ohne zu glauben, dass man damit seine Eltern entehrt (2.Mose 20,12 missverstehend). Dabei geht es nicht um Schuldzuweisungen an sie, sondern um das heilsame Aufdecken von Mängeln, die man als Kind erleiden musste. Ob Kinder emotional vernachlässigt, körperlich misshandelt oder sexuell missbraucht wurden, muss vor Gott betrachtet werden (dürfen)!

    (b) Den Tatsachen ins Gesicht sehen

    Es tut weh, aber der erste Schritt zur Heilung ist das Aufdecken des eigenen Defizits gegenüber der bisher oft geübten Verdrängung. Erst wenn man den Tatsachen der Vergangenheit ins Gesicht sieht, kann ein sich selbst verletztender Mensch Hilfe erfahren und um Kraft bitten, den Eltern (bzw. den ihn verletzenden Personen generell) zu vergeben. Natürlich ist dieser Prozess umso mühsamer, je schwerwiegender die Verletzung war (z.B. ist sexueller Missbrauch natürlich wesentlich schwerer zu verkraften als ein geringes Defizit an Geborgenheit und Annahme)

    (c) Selbstvergebung & eine neue Perspektive

    Oftmals muss sich an die Vergebung für andere eine Selbstvergebung anschließen. Und schließlich ist es wichtig, dass der Selbstverletzer sich angewöhnt, weg von sich selbst und hin auf Jesus zu sehen: “Egal, wie es mir geht – meine Hilfe ist bei Jesus”.

    Alle diese Schritte muten an wie Trainingseinheiten, die größten Heilungschancen bestehen deshalb bei begleitender Seelsorge.

    Was hat Jesus damit zu tun?

    Jesus ist für Christen DIE Hilfe, durch die sie aus selbstzerstörerischen Verhaltensmustern herausfinden können. Je näher man Jesus kennen lernt, desto mehr begreift man, an welchen Stellen man sein rettendes Handeln am Kreuz nicht annimmt (gerade Selbstverletzung macht dies sehr deutlich):

          
       Jesus rettete uns nicht nur in den Himmel, sondern möchte auch aus Selbstzerstörung befreien, uns heilen und reinigen    
            
    Jesus hat all unseren Schmerz ertragen und mit seinem Blut dafür bezahlt. Dadurch können wir Heilung finden – selbst für die verletztesten Seelen – und dazu Befreiung und Reinigung. Wir müssen uns nicht mehr selbst helfen – denn Jesus hat uns bereits geholfen. Auch wenn wir meinen, uns gehe die Kontrolle verloren, kann uns dies nicht erschüttern, denn Gott hält uns doch in seiner liebenden Hand.

    Fazit

    Alle diese Wahrheiten muss man aber erst einmal in sich aufnehmen und wirken lassen, dann wird diese Wahrheit (Johannes 8,32)      
       Heilung durch Jesus setzt an den Ursachen der Selbstzerstörung an und möchte davon frei machen    
            
    auf Dauer frei machen können von allen Selbstverletzungswünschen. Die Heilung durch Jesus im Inneren befreit von den Ursachen, die zu Selbstverletzungsmustern geführt haben.

    Ich persönlich habe es erlebt und kann diesen hoffnungsvollen Ausblick allen weiter geben, die ebenfalls betroffen sind: Kein Mensch muss sich selbst verletzen, wenn er sich bei Jesus birgt!

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      Yvonne Dreblow

    Yvonne Dreblow ist gelernte Bürokauffrau, lebt solo in Berlin und arbeitet derzeit ehrenamtlich als in ihrer Gemeinde mit; sie gehört zu den “charismatischen” Baptisten. Sie liebt Fragen, die sie nicht gleich aus dem Stegreif beantworten kann, bei denen sie erst richtig nachforschen muss und somit selbst dazu lernt. Ihre Spezialstrecken sind außerdem Themen rund um “Vater, Jesus und Heiliger Geist”, “Okkultismus, Satan und Dämonen” sowie der Bereich “Esoterik” und “New Age”.
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    Schriftzeichen
    1.Mose 9,18-28
    2.Mose 20,12
    Johannes 8,32

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    Schlagwörter
    Defizit
    Eltern
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    Gefühl
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    Kann der Teufel Gedanken lesen?

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  7. rumpelstielzchen

    die denken doch nur das ich verrückt bin

    die leute würden doch nur denken, dass ich verrückt bin. ich habe mal einer person meines vertrauens gesagt bzw. gezeigt was ich mache, und sie hat mcih nur gefragt, wie sehr man sich hassen muss um so etwas zu tun. außerdem ist gott viel zu weit weg. ich wei0 nicht wie er mir helfen soll

  8. ali

    du weisst selber, dass dieses tun nicht normal ist. es gibt sicherlich andere wege, deine nöte und deine inneren schmerzen zu verarbeiten. gibt es in deiner nähe niemanden, der mit dir redet und dich seelsorgerlich betreuen kann? mit dem du auch beten kannst? ich kenne eine junge frau, die wird wegen diesem problem und anderen nöten intensiv betreut. sie macht diese ritzerei nicht mehr.
    nimm doch den kampf mit der hilfe gottes auf. lass dir von gott jemand zeigen, der dich aus den inneren nöten herausführt.
    ich mache dir keinerlei vorwürfe. ich will dir nur einen besseren weg zeigen.
    gott möge dich innerlich befreien.
    ali

  9. rumpelstielzchen

    mir geht es garnicht um die schmerzen

    mir geht es garnicht um die schmerzen. ich ritze aus verschiedenen gründen. wenn es mir ganz mieß geht dann merke ich die schmerzen noch nicht mal. aber iergendwo muss man doch seine probleme und sorgen loswerden, bzw rauslassen, auch wenn es nur für einen kurzen augenblick ist, aber was ist schon für die ewigkeit? nichts

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