Shelley – Out of Porno

Ich wurde 1968 geboren und wuchs als ältestes von drei Kindern im Süden Kaliforniens auf. Von Anfang an hatte ich einen starken Willen und eine charismatische Persönlichkeit. Die ersten 8 Jahre meines Lebens besuchte meine Familie eine christliche Gemeinde, in der ich viel über Gott und Jesus lernte.

Als ich 9 Jahre alt war, zogen wir um und verließen die Gemeinde und die Freunde. Meine Eltern gingen fortan in keine Gemeinde mehr und die ganze Familie driftete von Gott weg.

Formal wurden christliche Werte in unsere Familie gelehrt, doch es gab keine echte Verbindung zwischen uns, Gott und unseren Eltern. Wir verbrachten viel unserer gemeinsamen Zeit vor dem Fernseher. Ich kann mich immer noch an die meisten Serien der 70er und 80er Jahre erinnern. Eigentlich erzog mich das Fernsehen, und ich begann, ein falsches und schädliches Denken zu entwickeln.

Dabei war ich hochkreativ und schrieb bereits in jungen Jahren Kurzgeschichten und Gedichte. Doch meine Eltern bemühten sich nie, mich in außerschulischen Aktivitäten zu fördern, und so langweilte ich mich die meiste Zeit.

Speziell war ich auch in der Hinsicht, dass ich schon früh zu masturbieren begann und sexuelle Regungen zeigte. Mit 9 Jahren wurde ich von einem Mädchen und ihrem Bruder ins Sexualleben eingeweiht und hatte danach noch mehrere sexuelle Begegnungen bis zu meinem 18. Lebensjahr. Sex bedeutete für mich Liebe, denn es war schön, sich von jemandem begehrt zu fühlen, doch gleichzeitig fühlte ich mich dreckig.

Als Teenager suchte ich nach Liebe bei Jungen und im Alkohol. Jene Jahre waren gezeichnet von konstantem Geschrei zwischen meinen Eltern und mir. Meine Mutter war ständig sauer auf mich, und mein Vater schien zu beschäftigt zu sein, um eine Beziehung mit mir zu haben. Ich kann mich nicht erinnern, in dieser Zeit jemals die Worte „Ich liebe dich“ gehört zu haben. Meine Eltern waren keine schlechten Leute, aber wegen des Mangels an Zuneigung und Aufmerksamkeit in meinem Leben, geriet ich zu einem rebellischen Teenager, der sich aufspielte, um Aufmerksamkeit zu gewinnen. Mein Lebensstil hieß: Abhängen in Nachtclubs, Party und Drogen.

Meine Eltern wußten um meine Alkoholprobleme, aber nicht, was sie mit mir tun sollten. Sie versuchten es mit Familienseelsorge, aber mein Vater war leider zu beschäftigt und kam nur ein einziges Mal. Also sah ich mich nach einer neuen Familie um und fand „Liebe“ in zwielichtigen Kreisen, in regelmäßigen Besäufnissen und im Kiffen. Meine Eltern machten einiges durch wegen meiner Eskapaden, und baten mich – mit mir völlig überfordert – auszuziehen. Da war ich erst 18 Jahre alt.

Ich landete im San Fernando Valley mit einem erst kürzlich getroffenen Typen. Er sagte, ich könnte bei ihm bleiben, aber er hatte nichts zu essen zu Hause und ich kein Geld; da begann ich zu verstehen, was es heißt, wirklich hungrig zu sein. Ein „netter“ Mann sah meine Not und bot mir seine Hilfe an. Alles, was ich zu tun hatte, war, Sex mit einem seiner Freunde zu haben. Also verkaufte ich mich selbst für 35 Dollar und geriet in die Prostitution.

Irgendwann hatte ich das Arbeiten auf der Straße satt und traf eine Dame, die mich in die „glamouröse“ Seite der Prostitution einführte. Zuerst schien es ein schillerndes Leben voll von Geld, Diamanten und Geschenken, aber nach einigen Jahren erwies es sich als reine Sklaverei. Ich musste bizarre Sexualpraktiken mit wildfremden Männern durchführen und begann es bald zu hassen. Die Kunden ließen teilweise die Kondome absichtlich reißen oder stellten mir nach. Einer versuchte sogar, mich mit seinem Truck totzufahren. Ständig musste ich lügen, um gefährlichen Situationen auszuweichen. Es wurde alles immer schlimmer und ich sah keinen Ausweg. Jesus klopfte ständig an mein Herz, doch ich ignorierte Ihn. Ich malte mir aus, dass Gott sich sowieso einen Dreck um mich scherte, und ich selbst schauen müsste, wie ich durchkam.

Dieser Teufelskreis des Arbeitens als Prostituierte und Striptänzerin in Südkalifornien dauerte acht Jahre. In dieser Zeit wurde ich drei Mal von Kunden schwanger. Es machte mich ziemlich fertig, und jedes Mal schwirrten mir tausend Fragen im Kopf herum.

Wie konnte ich das zulassen? Wie würde ich für das Baby sorgen? Sollte ich abtreiben? Wohin konnte ich mich wenden? Bei zwei der Schwangerschaften wußte ich noch nicht einmal, wer der Vater war. Da erinnerte ich mich an Jesus und flehte Ihn an „Bitte hilf mir“. Gott tröstete mich und da ich wusste, dass ich auf gar keinen Fall ein Leben auslöschen konnte, behielt ich das Kind. (Die anderen zwei Schwangerschaften waren Fehlgeburten.) Tiffany ist heute 20 Jahre alt. Sie ist Halb-Asiatin und sehr schön.

Nach einigen Jahren als alleinstehende Mutter in der Prostitution, begann ich richtig viel zu trinken und geriet tief in die Alkoholsucht. Tiffany wuchs vernachlässigt auf; als sie älter wurde, wurde sie sich der fremden Männer bewusst, die mich immer „besuchen“ kamen und war sehr böse auf mich. Ich versteckte sie immer im Schlafzimmer, während ich die Kunden „bediente“.

Bald begann ich mich selbst als totale Versagerin zu sehen. Ich verlor alles Selbstwertgefühl und hasste mich dafür, so eine schlechte Mutter zu sein. Um zu funktionieren, hatte ich immer eine große Flasche „Jack Daniel´s“ zur Hand. Manchmal saß ich einfach in einer Ecke, mit meiner Flasche, und schrie zu Jesus „Bitte hilf mir!“, doch Er schien nicht da zu sein. Trotzdem fühlte ich stets einen seltsamen „Schutz“ um mich herum.

In dem Horrortrip, den ich lebte, geriet ich irgendwann ich in die Pornofilm-Industrie. Ich sah darin eine Möglichkeit, schnell an Geld zu kommen, außerdem war es legaler als Prostitution. Ich begann, professionelle Pornofilme mit bekannten Pornostars zu drehen. Immer wenn ich vor der Kamera stand, kam etwas über mich; es war, wie wenn der Teufel zu mir sprach: „Siehst du, Shelley, ich werde dich berühmt machen, und dann DANN wird jeder dich lieben.“ Eine finstere Macht befähigte mich, auf Hochtouren zu arbeiten, nur um hinterher umso tiefer zu fallen und fast an der Schande und Erniedrigung zu zerbrechen. Nur durch Drogen und Alkohol hielt ich es überhaupt aus. Es war, als müsste ich der Welt und jedem, der mich jemals verletzt hatte, etwas beweisen. Doch für den Eintritt in die „Familie“ der Porno-Industrie zahlte ich mit meinen Gefühlen, meinem Herzen und meiner Weiblichkeit. Die Frau und Persönlichkeit in mir starb am Porno-Set.

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