Es hatte lange nicht geregnet. Die Ernte auf den Feldern drohte zu verdorren. Die Gemeinde wurde zu einem Bittgottesdienst um Regen eingeladen.
Die Not trieb viele zum Beten, und die Kirche fĂŒllte sich mittags um zwei Uhr in der glĂŒhenden Hitze
eines Sommersonntags.
Auch ein kleiner, fĂŒnfjĂ€hriger Junge kam und brachte seinen Regenschirm mit. ,,Was willst du mit dem Schirm?”, fragte ihn streng der KĂŒster
an der TĂŒr. ,,Es ist doch Bittgottesdienst fĂŒr den Regen”, sagte der Junge, ,,und wenn es dann auf dem Heimweg regnet, habâ ich den Schirm.”
Beten, das sind nicht nur Worte, sondern ist ein Handeln im Glauben. Gebete sind nicht nur Mundwerk, sie sind Handwerk der Christen in dieser
Welt. âChristen, die beten, sind lauter Helfer und Heilande der Welt, sie sind Beine, die die Welt tragen.
Wie ein Schuster einen Schuh macht und ein Schneider einen Rock, also soll ein Christ beten.
Eines Christen Handwerk ist das Beten.” (Martin Luther)
Und das glaubensvolle Beten mĂŒssen wir von den Kindern wieder lernen.
,,Betet aber im Glauben und zweifelt nicht. Denn wer da zweifelt, der ist gleich wie die Meereswoge, die vom Winde getrieben und bewegt wird. Ein
Zweifler ist unbestĂ€ndig in allen seinen Wegen.” (Jakobus 1, 6.8)
(aus: âEine gute Minuteâ, S. 117, von Axel KĂŒhner)
