Islamistische Terroristen haben im Norden von Mosambik mindestens elf Christen ermordet. Das teilte Bruder Boaventura, ein örtlicher Missionar der Ordensgemeinschaft der „Armen Brüder Christi“, dem katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ mit. Nach seinen Angaben ereignete sich das Massaker am 15. September im Dorf Naquitengue südlich der Hafenstadt Mocimboa de Praia (Provinz Cabo Delgado). Dschihadistische Kämpfer hätten alle Bewohner zusammengetrieben und anschließend Christen von Muslimen getrennt. „Sie eröffneten das Feuer auf die Christen und töteten sie“, berichtete der Missionar. Eine lokale Terrorgruppe, die sich als Ableger der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) bezeichnet, bekannte sich zu der Tat und gab die Zahl der Toten mit elf an. Die Opferzahl könne jedoch auch höher sein, so der Missionar. Es gebe auch Schwerverletzte. Laut „Kirche in Not“ wird der Norden von Mosambik seit 2017 von dschihadistischen Angriffen heimgesucht. Sie träfen die gesamte Bevölkerung – Muslime wie Christen. Wie Augenzeugen berichteten, gehen die Dschihadisten immer gezielter gegen Christen vor. Die islamistische Gruppe „al-Sunnah Wa Jama‘ah“ habe zum Beispiel dazu aufgerufen, christliche Symbole in der Region zu beseitigen. Nach Angaben des katholischen Bischofs Antonio Juliasse Ferreira Sandramo wurden seit Beginn der Angriffe rund eine Million Menschen aus ihrer Heimat vertrieben und mindestens 5.000 getötet. In einer Botschaft an die Teilnehmer des Weltjugendtags Anfang August in Lissabon hatte der Bischof gesagt: „In Cabo Delgado tobt ein Krieg, über den die Welt nicht spricht. Eure Solidarität trägt dazu bei, das unmittelbare Leid dieses Volkes inmitten seiner großen Not zu lindern.“ Von den 32,3 Millionen Einwohnern Mosambiks sind 54 Prozent Christen und 17,5 Prozent Muslime. 28 Prozent gehören zu ethno-religiösen Gruppen. Idea.de

