Darum leben wir in der totalen Lügenwelt.

Der gott­lose Mensch ist der ori­en­tie­rungs­lose Mensch; es gibt dann kei­nen höchs­ten Gesetz­ge­ber mehr. Im Buche „Die Brü­der Kara­ma­sow“ von Dos­to­jew­ski läßt der Dich­ter den Iwan spre­chen: „Wenn es kei­nen Gott gibt, ist alles erlaubt.“ Tat­säch­lich, so ist es. Denn wenn es kei­nen Gott gibt, gibt es kein unver­brüch­li­ches Sit­ten­ge­setz mehr. Wenn es kei­nen Gott gibt, dann ent­schei­det eben der Nut­zen oder der Erfolg, aber nicht mehr das Gesetz Got­tes über gut und böse. Wenn es kei­nen Gott gibt, dann ver­steht der Mensch sich selbst nicht und die Welt nicht, dann ver­fällt er der Selbst­sucht, der Lüge und dem Hass; er wird wahr­haft ori­en­tie­rungs­los. Dann ent­schei­det die Mehr­heit, die Mehr­heit in allen Fäl­len und die Mehr­heit in allen Sachen. Die Mehr­heit hat immer recht, auch wenn sie gegen Got­tes Wil­len steht. Mehr­hei­ten ent­schei­den, nicht die Wahr­heit. Wer den Got­tes­glau­ben auf­gibt, der ver­liert die Ori­en­tie­rung. Nie­mand hat das hell­sich­ti­ger gese­hen als der Phi­lo­soph Fried­rich Nietz­sche. „Wohin ist Gott? Wir haben ihn getö­tet. Wir alle sind seine Mör­der. Wie ver­moch­ten wir das Meer aus­zu­trin­ken? Wer gab uns den Schwamm, um den gan­zen Hori­zont weg­zu­wi­schen? Was taten wir, als wir die Erde von ihrer Sonne los­ket­te­ten! Wohin bewegt sie sich nun? Wohin bewe­gen wir uns? Fort von allen Son­nen. Stür­zen wir nicht fort­wäh­rend und rück­wärts, seit­wärts, vor­wärts, nach allen Sei­ten? Gibt es noch ein Oben und ein Unten? Irren wir nicht durch ein unend­li­ches Nichts? Haucht uns nicht der leere Raum an? Ist es nicht käl­ter gewor­den? Kommt nicht immer­fort die Nacht und mehr Nacht? Gott ist tot, und wir haben ihn getö­tet.“ G.May

„Das Schicksal des Wahrheitsgedankens und das des Gottesgedankens sind identisch. Wird der Gottesgedanke abgelehnt, so zerfällt auch der Wahrheitsgedanke, weshalb sich eine Wissenschaft, die atheistisch wird, ihr Ende bereitet.“ – Adolf Schlatter

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