Meist tun wir ja so als wäre Sex immer gut, wenn nur
zwei sich scheinbar lieben und ihn wollen. Als wäre
dieses Wollen allein ihre Sache. Als wüssten wir
nicht, wie verletzlich Kinder und auch Erwachsene
sind, und wie tief Traumatisierungen gehen. Als ob es
keine Ausnützung von Abhängigkeit in familiären
Beziehungen gäbe.Das Schreckenszenario aus Amstetten
beweißt wie weit Menschen in ihrer "freien Sexualität"
pervertieren können.Vater mit der Tochter,Inzest in
einer noch nie dagewesenen Dimension.Wir sollten
wissen, es gibt eine viel grundsätzlichere Dimension
in dieser Sache: Inzest zerstört familiäre Intimität,
diese braucht es, damit Identität reifen kann. Ohne
den geschützten Raum der Familie, ohne den Schutz der
Schwächeren in ihr, verroht die Gesellschaft.Darum
sollten wie im Hintergrund dieser Bestialität in
Österreich einmal über vielen kleinen Verletzungen
nachdenken, die sich in unseren Patchworkfamilien
tagtäglich ereignen.Wir gebärden uns wie kleine
Götter, wenn wir so tun, als würden seelisch gesunde,
selbstbewusste, zur beständigen Liebe fähige Menschen
heranwachsen ohne den geschützten Raum der Familie.
Ein Spiel mit ernsten Folgen. Wie viele Kinder auf
unseren Straßen, in unseren Schulen, auf unseren
Spielplätzen sind in ihren kleinen Seelen verletzt,
vernachlässigt, zu verwöhnt oder gar missbraucht
worden? Nochmal zum Inzest:Dies wusste Gott, bevor die
Menschen die Gesetzmässigkeiten der Genetik erkannten.
Das Inzest-Verbot steht in der Bibel an der Spitze von
Anordnungen Gottes(3. Mose 18, 10„Du sollst mit der Tochter deines Sohnes oder deiner Tochter nicht Umgang haben, damit schändest du dich selbst”.), die seinem Bundesvolk Israel
geschenkt werden mit der Zusage: „Denn der Mensch, der
sie befolgt, wird durch sie leben" (3. Mose 18,5).
Bezeichnenderweise ist auch Sex mit Angeheirateten,
der Schwägerin und der Schwiegertochter, verboten
(Verse 15 und 16). Dieser Fall im Nachbarland soll nicht von den ca. 300 000 Missbrauchsfällen in unserem Land ablenken. Gott sieht sie alle und wird die Täter gerecht richten. Jeder fliegt spätestens vor dem Thron Gottes auf. Jeder. Augustinus, Kirchenlehrer wußte schon vor langer Zeit: „Monstra sunt
in genere humano“ – Monster sind Teil des Menschengeschlechts.
