14. Januar 1989: Todestag von Robert Lembke, deutscher Fernsehjournalist, Moderator (ARD-Ratesendung «Was bin ich?»).

34 Jahre lang unterhielt der Entertainer Robert Lembke Deutschland. Er war das gemütliche Möbelstück im Wohnzimmer der Nation: mit trockenem Humor und der unvergessenen Frage: „Welches Schweinderl hätten’s denn gern?“ Seine Beruferate-Sendung „Was bin ich?“ war bis zu seinem Tod 1989 ein TV-Dauerbrenner.

Doch hinter der überdimensionierten Brille und dem freundlichen Lächeln verbarg sich ein Leben voller Angst, Verdrängung – und eine Familiengeschichte, die erst jetzt erzählt wird. Er war ein Überlebender! Doch seine Vergangenheit war für ihn genau das: vergangen. Weder öffentlich noch privat machte er sie je zum Thema. Robert Lembke wurde 1913 in München als Robert Weichselbaum geboren. Seine Mutter war Deutsche evangelischen Glaubens, sein Vater Österreicher jüdischen Glaubens. Er verließ die Familie früh. Im NS-Staat galt er als „Halbjude“. Früh erlebte er Ausgrenzung, besonders durch seinen herrschsüchtigen Stiefvater Gustav Posega, der seine Mutter misshandelte und ihn im Nazi-Hetzblatt „Der Stürmer“ denunzierte.

Robert änderte seinen Nachnamen zu Lembke. Schutz durch Tarnung. 1937 verklagten er und seine Mutter den vorbestraften Stiefvater wegen Beleidigung. Das Gericht verurteilte den Peiniger zu acht Monaten Haft wegen „besonders schwerer seelischer Grausamkeit“. Kurz darauf starb Lembkes Mutter überraschend. Posega wurde später als „moralisch minderwertig“ eingestuft und 1941 in einer Gaskammer ermordet.

Lembke heiratete Mathilde „Heidi“ Berthold – eine „Mischehe“, die ihn vor weiterer Verfolgung schützte. 1938 kam Tochter Ingrid zur Welt, was seinen Schutzstatus weiter stärkte. 1940 wurde er als „jüdischer Mischling“ aus der Wehrmacht entlassen. Als es 1944 lebensgefährlich wurde, floh er mit seiner Familie nach Fürholzen bei Freising (Bayern) – und überlebte, versteckt von Bauern, auf einem Heuboden. Er sprach nie darüber.” Bild.de

Zwei wunderbare Zitate, die dieser Mann uns hinterlassen hat:

Das Hauptproblem für einen Atheisten beginnt, wenn er schön angezogen in einem Sarg liegt und nicht weiß, wohin er jetzt gehen soll. 

Im Flugzeug gibt es während starker Turbulenzen keine Atheisten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

* Ich stimme zu

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.