24. Dezember. 1968 – Bibelstunde aus dem All

„Einestages.spiegel.de“ dachte jetzt an die größte Bibelstunde aller Zeiten: „Du wirst das größte Publikum haben, das Weihnachten jemals einem Menschen im Fernsehen zugehört hat. Mach etwas Angemessenes.“ Das waren den Erinnerungen von Kommandant Frank Borman nach die einzigen Vorgaben der Nasa für die weihnachtliche Übertragung aus der Erdumlaufbahn. Borman zerbrach sich den Kopf: Was ist in so einer außergewöhnlichen Situation angemessen? Schließlich schlug ihm ein Freund vor, die Schöpfungsgeschichte aus der Bibel vorzulesen. Bormann besprach die Idee mit seinen Kollegen. Niemand erhob Einwände. Die Astronauten schrieben die uralten Verse auf feuerfestes Papier….. Nach 20 Minuten näherte sich die Sendung ihrem geplanten Höhepunkt: einer surreal anmutenden Bibelstunde im All. Zuerst nahm sich William Anders das feuerfeste Papier und begann, langsam die Schöpfungsgeschichte vorzutragen. Auf der fernen Erde hallte nun eine verzerrte Stimme aus Millionen TV-Lautsprechern: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer und Finsternis lag über der Tiefe.“
In den USA flossen die ersten Tränen. Gebannt lauschten die Menschen den vertrauten Worten. Vermutlich verfolgten weltweit rund anderthalb Milliarden Menschen in 64 Staaten die Übertragung im Fernsehen und im Radio. „Und Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht. Und Gott sah das Licht und sah, dass es gut war.“
Nach Anders war Jim Lovell dran, dann las Borman die Schlussworte. Fast staatstragend beendete er die Schaltung: „Wir, die Crew der ‘Apollo 8′ beenden diese Botschaft mit einem ‘Gute Nacht’, viel Glück und frohe Weihnachten. Gott segne euch alle – euch alle auf der guten, alten Erde.“

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