„Der 13. Jahrgang des Städtischen Gymnasiums im nordrhein-westfälischen Eschweiler feiert am Freitag seine bestandenen Abiturprüfungen. Wenig Anlass zum Feiern dürfte indessen die Firma Clemens & Partner haben, für die der geplante Abi-Streich der Schulabgänger zu einem ordentlichen Eigentor in Sachen Imagepflege geworden ist.
Die Elsdorfer Vermietungsfirma hat mit mehreren Email-Schreiben an die Schüler inzwischen nicht nur den Spott, sondern auch Ärger einer stetig wachsenden Facebook-Gemeinde auf sich gezogen.
Angefangen hatte alles mit einer simplen Anfrage des 18-jährigen Maik Luu. Für den letzten Schultag wollte der Abiturient im Namen des Jahrgangs eine Hüpfburg organisieren. „Da wir nicht viel Budget haben, möchten wir es aber so günstig halten wie es geht“, erklärte er die Situation in einer Email und erkundigte sich nach verfügbaren Angeboten.
Die Antwort eines Mitarbeiters folgte prompt und unerwartet: „Hallo Herr Luu, da Sie offensichtlich kein Geld haben, würde ich vielleicht von meinem Luxusdenken etwas abrücken. Wir sind Vermieter und machen das beruflich für unseren Lebensunterhalt mit dem Ziel, nicht da zu stehen, wo Sie offensichtlich stehen. Sollten Sie bei uns irgendwo ein Schild gesehen haben ‘ Geschenkladen’ , lassen Sie es mich bitte wissen“, schreibt er.
Der 18-Jährige will die Sache so nicht auf sich sitzen lassen und antwortet bestimmt, aber höflich: „Scheinbar haben Sie mich nicht oder falsch verstanden – wir möchten nichts umsonst, sondern lediglich zu Konditionen, die zu der Veranstaltung eines Abiturscherzes passen. (…) Bezüglich Ihrer Absage hätte ich mich über ein wenig mehr Höflichkeit gefreut, da ich Stellvertreter einer größeren Interessengruppe bin, alles potentielle Kunden für spätere Jahre, denen ich nun ihr Schreiben vorlesen muss.“
Anstatt die Sache auf sich beruhen zu lassen, legt der Mitarbeiter des Vermiet-Unternehmens nun erst richtig los: „Die Antwort war nicht unfreundlich. Sie war nur klar auf den Punkt gebracht. Bettelanfragen werden mit entsprechenden Gegenantworten beantwortet. (…) Studenten waren noch nie unsere Kunden aus wirtschaftlichen Gründen. Und sollten diese denn irgendwann mal Geld verdienen (70 Prozent werden Hartz IV), werden diese ihre Anfrage nicht mehr so stellen wie Sie, weil die dann in einer anderen Liga spielen. In gewissen gesellschaftlichen Schichten hat man nämlich einen anderen Umgangston und vor allem eine andere Zahlungsmoral. Als Bittsteller sind Sie nirgendwo gern gesehen. (…)“, heißt es in seiner Email.“https://www.welt.de/regionales/koeln/article106629722/Firma-beschimpft-Schueler-als-Hartz-IV-Kandidaten.html
Immer mehr setzt sich die Meinung durch: Abitur ist heute aber faktisch der Hauptschulabschluss von früher. Das heutige Abitur wird immer stärker zum Standard-Abschluss. Da die Menschen heute nicht intelligenter wie früher sind, erreicht man dies ganz einfach durch Herabsetzung der Anforderungen. Wenn man anwesend ist, dann bekommt man was man will. Aber auch wenn die Kids von heute als Opfer der 68er- Lehrer immer weniger auf der Pfanne haben sollten, so wird ihnen durch das absolut unfreundliche Auftreten der Firma doch klar, daß ihnen bald der raue Wind des Lebens ins Gesicht wehen wird. Dies zu realisieren ist wahrscheinlich wichtiger als ihr Abi. Freunde, bald gibt es nicht mehr viel zu wollen für die “ wir-wollen-Spass-ohne-was-dafür-zu-tun-Generation“. Gratisangebote und unverdiente Geschenke gibt es nur bei Gott. Wer das weiß, der hat eine Art geistliches Abitur. Gott beschenkt uns mit seiner Gnade – ohne Vorbedingungen. In Jesus Christus seinem Sohn, der für unsere Schuld am Kreuz starb, streckt Gott uns seine gebende und vergebende Hand entgegen. Zu Napoleon kam einmal eine Mutter, deren Sohn aus Angst vor dem Feind desertiert war. Der junge Soldat sollte hingerichtet werden. Die Mutter flehte Napoleon um Gnade an. Napoleon soll gesagt haben: „Frau, dein Sohn hat keine Gnade verdient.“ Darauf sagte die Frau: „Das weiß ich, wenn er es verdient hätte, wäre es keine Gnade.“ Vor Gott kann und braucht sich niemand auf seine Verdienste berufen. Dankbar aber darf jeder seine Gnade annehmen. Alles, worauf wir dann stolz sein können, ist seine Gnade.

„Der 13. Jahrgang des Städtischen Gymnasiums im nordrhein-westfälischen Eschweiler feiert am Freitag seine bestandenen Abiturprüfungen. Wenig Anlass zum Feiern dürfte indessen die Firma Clemens & Partner haben, für die der geplante Abi-Streich der Schulabgänger zu einem ordentlichen Eigentor in Sachen Imagepflege geworden ist.