Am 25. Februar 1994, haben die Abgeordneten des Deutschen Bundestages der Verhüllung des Reichstages zugestimmt.

“Verwandlung und Bewegung, das sind die zentralen Elemente in Christos Kunst. Vom 23. Juni bis zum 6. Juli 1995 schmiegten sich für zwei Wochen 100.000 silberfarbene Quadratmeter Aluminiumbedampftes Tuch um den Reichstag. Wie ein gefrorener Wasserfall. Ein unwiederholbares Projekt, wie Christo selbst hervorhob, dass die Vergänglichkeit der Dinge gegenüber einer ständig sich wiederholenden Welt veranschaulichen soll. Der “Wrapped Reichstag – Project for Berlin” war beides: ein ästhetisches wie wirtschaftliches Unternehmen. Dabei waren Kunst und Ökonomie derart eng miteinander verzahnt, dass Public Relation, künstlerische Botschaft und wirtschaftliches Kalkül nicht immer auseinander gehalten werden konnten. Auch deshalb wurde der Vorwurf erhoben, das Parlament habe sich zum Erfüllungsgehilfen einer Werbeaktion des Ehepaares Christo und Jean-Claude gemacht.

Denn deren zeitlich begrenzte und fragile Kunst ist nichts ohne die Öffentlichkeit. Schließlich brauchten Christo und Jean-Claude für das Gelingen des “Wrapped Reichstag” die aktive Teilnahme des Publikums, der Parlamentarier und des Fernsehens. Gerade das machte sie zu einem Liebling der Medien – und die kamen in Scharen. Eines jedoch haben Christo und Jean-Claude auf jeden Fall erreicht: Zum ersten Mal in seiner Geschichte debattierten die Abgeordneten des Bundestags über Kunst. Insofern sind Gegner wie Befürworter des Projektes gleichermaßen zu einem Bestandteil des Kunstwerkes geworden.” Kalenderblatt.de

“Wer glaubte, dass Christo in seinem silbern verpackten Berliner Reichstag oder seinen leuchtend gelben, schwimmenden Stegen auf einem See in Italien irgendeine tiefere Bedeutung sah, der irrte. “Es ist total irrational und sinnlos”, sagte der bulgarisch-amerikanischer Verpackungskünstler 2014 über seine Arbeiten. Doch die Schönheit seiner in abstrakte Objekte verwandelten Gebäude und Landschaften faszinierte Millionen. Nun ist Christo am Sonntag im Alter von 84 Jahren in New York gestorben.” Stern.de

Die Vergänglichkeit der temporären Großinstallationen erinnerte stets auch an die Flüchtigkeit des Lebens selbst. “Es ist irgendwie naiv und arrogant, zu glauben, dass dieses Ding für immer bleibt, für die Ewigkeit”, bemerkte Christo zur Zeit der Reichstagsverhüllung. Was wir Menschen verstecken und verhüllen, dass wird Gott eines Tages aufdecken. Was wir vor Gott aufdecken und bekennen, dass wird Gott in seiner Vergebung bedecken und vergessen. Das hätte ich mit bei diesem Künstler gewünscht. Leben mit Gott macht Sinn. Leben ohne Gott ist sinnlos.

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