Am 4. Juli 1954 gewinnt Außenseiter Deutschland zum ersten Mal die Fußballweltmeisterschaft.

Reporter Herbert Zimmermann fünfzig schrie es den Millionen Landsleuten daheim in die Ohren: „Schuss! Abwehr von Turek! Turek, du bist ein Teufelskerl! Turek, du bist ein Fußballgott!“ 

“Die Glaubensvorstellung, es gäbe neben vielen anderen Göttern noch einen eigenen Fußballgott, liegt uns Christen völlig fern. Zumindest bei uns in Europa ist so etwas wie Vielgötterei so gut wie ausgestorben. Schon im Alten Testament (Ps 86,8) bekennt ein Beter ehrfurchtsvoll: „Herr, unter den Göttern ist keiner wie du und nichts gleicht den Werken, die du geschaffen hast.“

Kleinlich und lächerlich gäbe sich ein sogenannter „Fußballgott“ gegenüber unserem Gott der Schöpfung und der Erlösung. Dieser schenkt wirklich erst das Talent, kreativ etwas aus unserem Leben zu machen. Dazu gehört auch die sportliche und faire Auseinandersetzung untereinander. Im Geist des Christentums hat das viel mit Achtung und Würde gegenüber dem Nächsten zu tun.

Auf den Punkt brachte es einmal der Trainer Jürgen Klopp (*1967; früher Borussia Dortmund, jetzt FC Liverpool). Gefragt nach einem Fußballgott, war seine spontane Antwort: „Natürlich gibt es keinen Fußballgott. Aber ich glaube schon an jenen Gott, der uns Menschen liebt, genauso wie wir sind, mit all unseren Macken, und der einem jeden seine Talente mit auf den Lebensweg gegeben hat. Und deswegen glaube ich auch, dass er auch den Fußball liebt! Nur: Das Tor musst du schon selber schießen.“

Es gibt gewiss viele Fußballwunder, diese sind jedoch verschwindend klein gegenüber dem Wunder des Glaubens!”

Wolfgang Guttmann

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