Am Heiligen Abend im Jahr 1818 erklang in der Kirche von Oberndorf in Salzburg erstmals das Lied “Stille Nacht”.

Am Heiligen Abend im Jahr 1818 erklang in der Kirche von Oberndorf in Salzburg erstmals das Lied “Stille Nacht”. 200 Jahre später ist es das bekannteste Weihnachtslied der Welt, das bisher in rund 300 Sprachen übersetzt wurde. Der Text des Weihnachtsklassikers war ursprünglich als Gedicht verfasst und stammt aus der Feder des damaligen Hilfspriesters von Oberndorf, Joseph Mohr. Er Übergab den Text vor 200 Jahren dem Aushilfsorganisten Franz Xaver Gruber mit der Bitte, “eine hierauf passende Melodie für 2 Solo-Stimmen samt Chor und für eine Gitarren-Begleitung schreiben zu wollen”, so erzählt es Gruber in einem Rückblick von 1854.

Dabei war der Erfolg des Liedes keineswegs absehbar. Ihren Urhebern brachte die Komposition zu Lebzeiten kaum Anerkennung. Den Siegeszug des Liedes brachte vor allem ein Orgelbauer auf den Weg, der bei der Reparatur der Oberndorfer Orgel einen Zettel mit Text und Noten fand und ins heimische Zillertal mitnahm. Von dort aus fand der Evergreen langsam aber sicher den Weg in alle Welt, ab Mitte des 19. Jahrhunderts durch Sängerfamilien zuerst einmal nach Deutschland und in die USA, danach über katholische und protestantische Missionare auf alle Kontinente.

Heute ist “Stille Nacht” das Weihnachtslied schlechthin, das weltweit von mehr als zwei Milliarden Menschen in Hunderten von Sprachen gesungen wird. Viele bekannte Künstler von Elvis Presley über Helene Fischer bis zu den Toten Hosen haben es aufgenommen. Und natürlich ist es Tradition, dass es zum Abschluss einer jeden Christmette am Heiligen Abend erklingt. Seit 2011 ist es auch nationales immaterielles Unesco-Kulturerbe.

Der Text des Liedes ist eng mit dem Jahr 1816 verbunden, das als “Jahr ohne Sonne” in die Geschichte einging. Nach einem Vulkanausbruch in Indonesien war es ungewöhnlich kalt in Mitteleuropa. An vielen Orten fiel die Ernte aus, Millionen Menschen litten Hunger, Zehntausende starben. Zudem litt Europa an den Folgen der Napoleonischen Kriege. In dieser Zeit der Sehnsucht nach Frieden und bessere Zeiten schrieb Mohr ein Gedicht mit insgesamt sechs Strophen, von denen heute meist nur noch die ersten drei und die sechste gesungen werden. Vor Weihnachten im Jahr 1818 komponierte Dorflehrer, Kantor und Organist Franz Xaver Gruber die Melodie zu Mohrs Gedicht. (KAP)

 

 

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