An die geldgierigen Bosse und Manager unserer Tage:

Wenn Jesus heute in unser aufschwunggeiles Deutschland käme, würde er sich wundern, was die
Menschen aus seinem Mustergebet "Vaterunser" machen. Da würde er hören "Kapital
unser", "Wohlstand unser", "Markt unser". Ganz klar regiert das
Geld diese Gesellschaft. Und die Religion des Marktes die Herzen und
Köpfe der Menschen. "Wo dein Schatz ist, da ist dein Herz", zitiert er
sich selbst und macht sich berechtigt Sorgen. Denn diese Religion spaltet die
Gesellschaft gnadenlos in Gewinner und Verlierer, lässt die Starken
machen, was sie wollen, und die Schwachen erdulden, was sie müssen.

"Kann
es denn sein, dass so viele Menschen ihre Seele an den Markt
verkaufen?" fragt er sich. Und sagt: "Was hilft es dem Menschen, wenn
er die ganze Welt gewinnt und nimmt doch Schaden an seiner Seele?"

In
der Zeitung liest er: "Sozial ist, was Arbeit schafft." Er nickt
beifällig und sagt: "Jede Arbeit ist ihres Lohnes wert." Und liest
weiter, dass der Manager einer großen Bank verkündet hat, dass er
siebentausend Mitarbeiter "freisetzt" mit den Worten: "Sie alle haben
die Chance, sich jetzt auf dem freien Markt zu bewähren."

"Zynisch",
denkt er, "so etwas angesichts der Arbeitslosenzahlen zu sagen." Und
überlegt sich, ob er solche Manager aus den Banktempeln treiben soll
wie weiland die Händler und Wechsler aus den Tempeln. Aber er lässt es.
Denn das Geld aus den überdimensionierten Gehältern liegt in der
Schweiz.

Wenn
Jesus am Strassenrad einen Porsche mit dem Aufkleber sähe: "Eure Armut
kotzt mich an!", würde er den Besitzer sanft zur Seite nehmen und ihm
sagen: "Lieber reicher Jüngling, willst du das Leben finden, verkaufe,
was du hast und gibs den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel
haben." Wäre dessen Abhängigkeit von Geld zu groß, würde Jesus den
Umstehenden sagen: "Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr
geht, als dass ein Reicher ins Reich Gottes kommt und wirklich
glücklich wird."

Interessiert
würde er hören, dass die Familienpolitik verbessert werden soll. Er
würde das fünfte Kind einer Handwerkerfamilie auf den Arm nehmen,
ärgerlich auf die umstehenden Anwälte einer kinderfeindlichen
Ge-sellschaft und alle Single-Ideologen schauen und sagen: "Lasst die
Kinder zu mir kommen, denn ihnen gehört das Reich Gottes und eure
Zukunft. Euch, gerade euch, die ihr so wenig Vertrauen und zu viel
Angst habt, Kinder in die Welt zu setzen."

"Was ich euch sagen will, sage ich mit  Worten die ihr hoffentlich verinnerlicht und auslebt: Folgendes wird die menschliche Rasse
vernichten: Politik ohne göttliche Prinzipien, Fortschritt ohne göttliches Mitleid, Reichtum
ohne echte Arbeit, Lernen ohne  Stille vor Gott, Religion ohne lebendige Beziehung zu Gott,  und Verehrung ohne klares göttliches Bewusstsein."

Da bleiben den Mangagern mit ihre überquellenden Geldbörsen die Worte im dicken Halse stecken.

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