CHRIST SEIN – OHNE GEMEINDE? Corona machts möglich.

Kann man beispielsweise auch auf die Gemeinde und ihre Veranstaltungen verzichten? Muss man sich die Last dIeser durchaus auch konfliktreichen Gemeinschaft zumuten? Hat Corona nicht gezeigt, dass Hauskreise, Gottesdienste und andere Zusammenkünfte mehr oder weniger entbehrlich sein können? In aller Kürze hier der Versuch einer geistlichen Antwort:

Die christliche Gemeinde ist die Gemeinschaft derer, die Jesus Christus folgt. Geboren aus Gottes Gnade und Geist – durch Bekehrung, Glaube und Taufe. Jesus hat sie gerettet und aus der Welt herausgerufen (Ekklesia), um zugleich der Welt das Evangelium in Wort und Tat zu verkündigen. Dazu brauchen wir

gesunde Lehre, 

lebendige Gemeinschaft, 

 den Tisch des Herrn und 

 das gemeinsame Gebet. 

Nur so werden wir geistlich integere Nachfolger und Zeugen Jesu. Die Gemeinde ist der Ort der Beziehungen. Hier erfahren wir Annahme, Ergänzung und Korrektur, damit wir geistlich wachsen und reifen können. 

 Ohne Gemeinde verlieren wir die segnende, formende und heiligende Beziehung zu Gott und zueinander. Gott ist ein Gott der Gemeinschaft. Ohne Sie würden wir auf Dauer nicht nur zu frommen Egoisten. Wir würden auch geistlich verflachen, und den Auftrag verweigern, uns als lebendige Steine in den Tempel des Heiligen Geistes, die Gemeinde, einfügen zu lassen.

 Die Grenzen und Schwächen der Gemeinde sind für Jesus kein Hindernis, sie zu lieben und zu heiligen. Er gab sein Leben ohne Widerspruch für sie hin. Deshalb stehen wir als 

Erwählte, Heilige und Geliebte

solidarisch in Verantwortung und Treue zueinander: Wir sind als Ekklesia dazu berufen, weltweit eine Gemeinschaft versöhnter Beziehungen zu verkörpern – und uns nicht wegen unserer Schwächen zu verurteilen und zu distanzieren. 

Dem “Leib Christi” gebührt deshalb einzigartige Hochachtung. Denn Jesus ist ihr “Haupt”. Wer das Haupt ehrt, kann den Leib nicht verachten. Deshalb werden wir die Gemeinde nicht abwertend kritisieren oder gar verlassen.

Es ist uns vielmehr geboten, sie von Herzen wertzuschätzen, ihr zu dienen und zur geistlichen Gesundheit und Einheit des Leibes Christi beizutragen – soweit möglich auch in Corona-Zeiten.

Horst Stricker

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