Das ist die wahre Aufklärung.

“Die Aufklärer sahen sich als Lichtbringer in einer von Geistern, Dämonen und überhaupt Religion durchdrungenen Welt an. Diese Linie führt bis hin zu Carl Sagans Bestseller The Demon-Haunted World (1995), dessen Untertitel ganz im aufklärerischen Stil „Science as A Candle in the Dark“ – die Wissenschaft als Leuchte im Dunkeln – lautet. In den verschiedenen Sprachen wird die Aufklärung oft noch deutlicher als im Deutschen mit dem Licht und dem Lichtbringen verbunden (engl. „Age of Enlightenment“, franz. „Le siècle des Lumières“).

Allein an dieser Metapher wird die antichristliche Ausrichtung der Aufklärung deutlich, denn es war in der vom Christentum geprägten Kultur des 18. Jahrhunderts auch den Skeptikern, Agnostikern und Atheisten nur zu klar, dass das Bild vom Licht in der Bibel eines der wichtigsten ist – und es wurde frech vereinnahmt.

Das Wesen Gottes wird an zahlreichen Stellen der Bibel als Licht beschrieben, wobei 1 Joh 1,5 am eindeutigsten formuliert: „Gott ist Licht…“  Er ist der „Vater des Lichts“ (Jak 1,17), der im Licht wohnt (1 Tim 6,16; Off 22,5). Die Rede ist vom „Licht des Herrn“ (Jes 2,5); er ist  Licht und Heil der Gläubigen (Ps 27,1). Sein Wort schenkt Licht (Ps 119,105). In Jesus ist das Licht selbst in die Welt gekommen (Joh 3,19).

Johannes Calvin schreibt, dass das Ebenbild Gottes im Menschen „vor dem Fall hell erstrahlte“ (Inst. I,15,4) – der Mensch spiegelte etwas von dem Gott des Lichts wider. Doch mit dem Sündenfall ist Dunkelheit ins Herz des Menschen eingezogen. Gott offenbart sich immer noch klar, ja leuchtend in der Natur (s. Röm 1–2), doch, so Calvin, die „brennenden Fackeln im Gebäu der Welt“ leuchten uns vergeblich. Der Mensch muss „durch Gottes innere Offenbarung ereuchtet werden“(I,5,14). Sünde hat das Denken des Menschen verfinstert (Röm 1,21; 1 Kor 1,21; 2,14; Eph 4,18, 5,8), weshalb eine Erneuerung des Verstandes nötig ist (Röm 12,2; Ef 4,23; hier und im nächsten Absatz folge ich Herman Bavinck, Reformed Dogmatics, Bd. 3.)

Diese Erneuerung vollzieht Gott selbst durch seine Offenbarung; er nimmt das weg, was die wahre Erkenntnis behindert (Mt 11,25; 16,17; Gal 1,16). Er tut dies durch die Gabe seines Heiligen Geist, der der Geist der Wahrheit und der Offenbarung ist (Eph 1,17) und in alle Wahrheit leitet (Joh 16,13), alle Dinge lehrt (Joh 14,26; 1 Joh 2,20) und dazu befähigt, Gott zu erkennen, da er selbst „alle Dinge erforscht, auch die Tiefen der Gottheit“ (1 Kor 2,10f). So wie in der Schöpfung Gottes durch sein mächtiges Wort Licht in der Dunkelheit schien, so kam auch der Sohn als Licht in die Finsternis (Joh 1,5) und so werden durch den Geist die Herzen der Menschen erleuchtet (2 Kor 4,6), die Augen des Herzens erleuchtet (Eph 1,18). Daher können die Gläubigen erkennen, was ihnen von Gott m Evangelium geschenkt ist (1 Kor 2,12) und erlangen eine zutiefst persönliche Erkenntnis Gottes des Vaters (Mt 11,27; 2 Kor 4,6; Eph 1,17), des Sohnes (Mt 16,17) und der Dinge, die aus dem Geist sind (1 Kor 2,14 u.a.).

Christen sind daher Kinder des Lichts (Lk 16,8; Eph 5,8; 1 Thess 5,5), sie haben Anteil am Reich des Lichts (Kol 1,12; 1 Pt 2,9), wandeln im Licht (Eph 5,8; 1 Joh 1,7; 2,9–11), „im Licht leben“ (s. Mt 6,22–23; Joh 8,12; 12,46; Röm 13,12; 1 Kor 4,5; 2 Kor 6,14) und Licht sein (Mt 5,14). – Das ist die wahre Aufklärung.”  Den ganzen Artikel findest du hier: http://lahayne.lt/2018/09/23/die-wahre-aufklarung/

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