Der Club der bekehrten Dichter.

Viele große dichter haben sich im Laufe ihres Lebens zu Jesus bekannt und sind bekennende Christen geworden. Ob sie wirklich wiedergeborene Gläubige im Sinne des Neuen Testaments waren, dass weiss allein der Herr. In seinem Buch „Gottessucher“  beschreibt Matthias Hilbert diese Berühmtheiten:

  • Den englischen Literaten Gilbert Keith Chesterton bezeichnet Hilbert als „frommen Querdenker wider den Mainstream“. Der Schöpfer der „Pater Brown“-Figur wandelte sich vom Pantheisten zum Christen. Vor allem der unkomplizierte und authentische Glaube seiner Frau half ihm dabei. Chesterton prangerte den weit verbreiteten Fortschritts- und Wissenschaftsglauben an. Dass das Leben ohne schöpferischen Akt Gottes entstanden sein soll, war für ihn bar jeder Vernunft.
  • Für Fjodor M. Dostojewski war seine Bekehrung ein neuer Lebensbeginn. Im Elternhaus lernte er die biblischen Geschichten und eine bedingungslose Liebe kennen. Später erlebte er ein Wunder, als ein Todesurteil gegen ihn nicht vollstreckt wurde. Am Ende seines Lebens habe er sich zu Gott bekennen können, weil „mein Hosianna durch das große Fegefeuer der Zweifel hindurchgegangen“ ist.
  • Anders sah dies bei Sören Kierkegaard aus. Er versuchte sich dem dominierenden Einfluss seines eigenen Vaters zunächst zu entziehen. Doch Gott blieb für ihn präsent und er entschied sich, „den Glauben ganz neu zu wagen“. Die Menschen sollten nicht nur Christus bewundern, sondern ihm nachfolgen – diese Position vertrat er auch als Außenseiter gegenüber der dänischen Staatskirche.
  • Im englischsprachigen Raum galt C.S. Lewis als einer der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Der Anwaltssohn entkam im Ersten Weltkrieg nur knapp dem Tod. Zunächst pflegte er eine Spiritualität, die ihn „nichts kostete“. Ein Studienkollege erklärte ihm den christlichen Glauben. Irgendwann „kapitulierte er vor Gott, weil er bei ihm volle Erfüllung findet“, schreibt Hilbert. Eine schwere Depression ließ Lewis noch einmal an seinen Erkenntnissen zweifeln – aber er blieb dem christlichen Glauben treu.
  • Der russische Autor Alexander Solschenizyn musste in der Lagerhaft die ganzen Tücken des kommunistischen Systems ertragen. Dort begegnete er aber dem glühenden Christen Dimitri Panin, löste sich vom Marxismus und fand sein Heil im Glauben. Nicht nur als Schriftsteller, sondern auch als Mensch kämpfte er fortan gegen die Zensur. Er forderte seine Mitmenschen auf, sich nicht mit der Lüge gemein zu machen. Dass es eine allumfassende, höhere Macht gebe, lehre Demut.
  • Heinrich Heine kam aus einem religiös liberalen Elternhaus. Der Dichter ließ sich taufen, obwohl er noch indifferentes Bild vom christlichen Glauben hatte. Ein konkretes Bekehrungserlebnis habe er nicht gehabt, schreibt Hilbert. Aber auch Heine musste erleben, dass Freunde und Bekannte entsetzt und intolerant auf seinen Schritt reagierten. Die „Wiedererweckung seines religiösen Gefühls“ hatte er der Schilderung zufolge der Bibel zu verdanken.
  • Der jüdische Autor Karl Jakob Hirsch beschrieb seine Bekehrung als „Heimkehr zu Gott“. Er wuchs mit einer Vielzahl „formaler Vorschriften und Geboten“ auf. Mit der Machtergreifung der Nazis wurde ihm bewusst, dass er als Jude in Deutschland keine Zukunft hat, da seine Existenz gefährdet war. Er ging ins Exil, zunächst nach Dänemark, dann in die Schweiz und 1936 in die Vereinigten Staaten. In einer gesundheitlich angespannten Lage las er die Bibel und besuchte eine presbyterianische Gemeinde. Mit der Taufe wollte er öffentlich über seine Konversion Rechenschaft ablegen.
  • Der Österreicher Franz Werfel bezeichnete sich selbst als „christusgläubiger Jude“. Der jüdische Glaube als Kind spiegelte sich eher in äußeren Formen und Riten wider. Er war innerlich zerrissen, näherte sich aber schon Jahre zuvor dem Christentum an. Werfel sah als größte gesellschaftliche Bedrohung die Gottesleugnung und die mit ihr einhergehende Gottlosigkeit.
  • Infos von PRO-Medienmagazin/ Matthias Hilbert: „Gottsucher. Dichter-Bekehrungen im 19. und 20. Jahrhundert – zwölf Dichterporträts“, 124 Seiten

Kommentare

  1. Markus Jesgarz

    Meine Meinung ist:
    1.
    Herr Søren Kierkegaard legt viel Wert auf den subjektiven Glauben.
    Im Beitrag:
    HÜTE DICH VOR DER PHILOSOPHIE: EINE WARNUNG AN BIBELWISSENSCHAFTLER
    https://www.etsjets.org/files/JETS-PDFs/42/42-1/42-1-pp003-019_JETS.pdf
    von Norman L. Geisler steht ab der Seite 7 von 18 in der Seitenanzeige zu „5. Existentialism.“ („5. Existentialismus.“):
    Der Vater des modernen Existentialismus war kein französischer Atheist des 20. Jahrhunderts, sondern ein dänischer Christ namens Søren Kierkegaard (1813-1855), der eine Erklärung unterschreiben hätte können, in der er sich zu den historischen Grundlagen des Glaubens bekennt. Er schrieb: “Im Großen und Ganzen ist die Lehre, wie sie [in der Kirche] gelehrt wird, völlig gesund.”
    Dennoch haben nur wenige innerhalb der evangelikalen Gemeinschaft methodisch mehr getan, um die historische Orthodoxie zu untergraben, als Kierkegaard. In der Tat war es sein philosophischer Sohn, Karl Barth, der die Neo-Orthodoxie hervorbrachte. Kierkegaard kam zu dem Schluss, dass, selbst wenn wir annehmen, dass es den Verteidigern des Christentums “gelungen ist, über die Bibel all das zu beweisen, was jeder gelehrte Theologe in seinem glücklichsten Moment jemals über die Bibel zu beweisen wünschte”, nämlich “dass diese Bücher und keine anderen in den Kanon gehören; dass sie authentisch sind; dass sie vollständig sind; dass ihre Autoren vertrauenswürdig sind – man kann wohl sagen, dass es so ist, als ob jeder Buchstabe inspiriert wäre.” Kierkegaard fragte: “Ist irgendjemand, der vorher keinen Glauben hatte, seinem Erwerb einen einzigen Schritt näher gebracht worden? Nein, keinen einzigen Schritt.”
    Dann stellte Kierkegaard die gegenteilige Frage, nämlich “dass es den Gegnern gelungen ist, das zu beweisen, was sie über die Schrift wünschen, mit einer Gewissheit, die den sehnlichsten Wunsch der leidenschaftlichsten Feindschaft übersteigt – was dann? Haben die Gegner dadurch das Christentum abgeschafft? Mitnichten. Ist der Gläubige geschädigt worden? Mitnichten, nicht im Geringsten.”
    Zumindest ist Kierkegaards Zweiteilung von Tatsache und Wert axiologisch unangebracht. In der Tat ist sie biblisch verhängnisvoll, wie Barth, Brunner und Bultmann zeigen – oder welche anderen “Bs” auch immer in unorthodoxen Kreisen herumschwirren mögen. Wir müssen nur die von Kierkegaard inspirierten Überzeugungen erwähnen, dass: 1) Religiöse Wahrheit liegt in der persönlichen Begegnung (Subjektivität); 2) Aussagenwahrheit ist nicht wesentlich für den Glauben; 3) Höhere Kritik ist nicht schädlich für echtes Christentum; 4) Gott ist “ganz anders” und im Wesentlichen unerkennbar, sogar durch biblische Offenbarung. Diese geben der paulinischen Warnung, sich “vor der Philosophie zu hüten”, weitere Bedeutung.
    2.
    Leider ist Kierkegaards Zweiteilung von Tatsache und Wert axiologisch unangebracht.

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