„Gerd hatte ein interessantes Hobby: er sammelte antiquarische Bücher. Eines Tages unterhielt er sich mit einem Freund, der die Aussage unserer Lokalzeitung wohl nicht kannte. Er hatte gerade eine alte Bibel weggeschmissen, die er beim Ausmisten des Dachbodens gefunden hatte. Da die Bibel aber starke Gebrauchsspuren zeigte und viele Seiten eingerissen waren, warf er sie weg. „Wer hat sie gedruckt?“ fragte der Büchersammler.
„Hast Du was gelesen?“„Ach“, kam die Antwort, „das war irgend ein Guten-„dings“ … irgendwas mit ‚Guten…’“. „Gutenberg!?“ keuchte Gerd und schnappte nach Luft. “Du hast eine Gutenberg Bibel weggeschmissen?! Ist Dir bewusst, dass so ein Stück gerade auf einer Auktion für 200000 Euro versteigert wurde?“Den Freund berührte das Ganze überhaupt nicht. „Kann ja sein,“ entgegnete er. „Aber diese wäre überhaupt nichts mehr wert gewesen.
Ein Typ namens ‚Martin Luther’ hat überall Bemerkungen reingeschrieben.“ Welche Ignoranz!Der Mensch hatte überhaupt keine Ahnung. Darum warf er eine alte Bibel weg, die ihn finanziell leicht für den Rest seines Lebens abgesichert hätte.
Es gibt weitaus Tragischeres. Millionen, wahrscheinlich Milliarden Bibeln und Bibelteile stehen rum, ungelesen und unberührt. Ihre Besitzer kennen weder den Autor noch den Inhalt des Buches. Sie wissen nicht, dass die „Bemerkungen“, die Gott uns offenbart hat, Wahrheit und Leben sind, lebendiges Wasser gegen den Durst und Himmelsbrot gegen den Hunger. Darum stehen die Bibeln dort, werden nie oder nur selten gebraucht und ihr Wert bleibt unentdeckt.
Der Historiker Will Durant besaß große Erfahrung im Umgang mit der Überprüfung historischer Ereignisse und analysierte sein Leben lang antike Aufzeichnungen. Er schrieb über die Meinung einiger, die Evangelien seien erfunden worden:
“Obwohl die Schreiber der Evangelien sich ganz klar zu Jesus bekennen, berichten sie doch von vielen Begebenheiten, die verschwiegen worden wären, wenn es sich bei den Evangelien um reine Dichtung handeln würde, zum Beispiel das Buhlen der Apostel um die höchsten Plätze im Himmelreich [Mt 20,20–28; Mk 10,35–45], ihre Flucht nach Jesu Festnahme [Mt 26,47-56; Mk 14,43–50], die Verleugnung des Petrus [Mt 26,69-75; Mk 14,66–72; Lk 22,56–62; Joh 18,15–18.25–27], die Bemerkungen einiger Zuhörer Jesu gegenüber bezüglich seines möglichen Wahnsinns [Mk 3,21; Joh 10,20], sein verzweifelter Schrei am Kreuz [Mt 27,46; Mk 15,34]. Beim Lesen spürt man, wie real die Szenen und Handelnden beschrieben werden. Sollte eine Handvoll einfacher Männer tatsächlich eine solch gewaltige Persönlichkeit wie Jesus, eine solch erhabene Ethik und eine solch beeindruckende Idee von Brüderschaft unter den Menschen aus dem Nichts erfunden haben, grenzte dies an ein weit unglaublicheres Wunder als irgendein in den Evangelien beschriebenes Wunder. Auch nach zwei Jahrhunderten historischer Bibelkritik sind das Leben, Reden und Wesen Christi unbeschadet geblieben. Er ist die faszinierendste Person in der Geschichte der westlichen Welt.”
F.F. Bruce – Professor für Bibelkritik und Exegese an der Universität von Manchester
“Wir haben viel mehr Unterlagen für die neutestamentlichen Schriften als für die meisten Schriften der klassischen Autoren, deren Echtheit anzuzweifeln niemand einfallen würde. Wäre das Neue Testament eine Sammlung von weltlichen Schriften, so wäre seine Echtheit im Allgemeinen über allen Zweifel hoch erhaben. Es ist eine seltsame Tatsache, dass Historiker den neutestamentlichen Schriften oft viel bereitwilliger Vertrauen geschenkt haben als viele Theologen.”
C.S. Lewis, Professor für Literatur in CambridgeLewis war Literaturwissenschaftler und lehrte am Magdalen College. Dort hatte er den Lehrstuhl für englische Literatur des Mittelalters und der Renaissance an der University of Cambridge inne. Lewis nahm Stellung gegen jene, die meinten, die Evangelien würden aus erfundenen Legenden bestehen:
“Als Literaturhistoriker bin ich restlos davon überzeugt, dass die Evangelien keine Legenden sind – was immer sie auch sonst sein mögen. Ich habe sehr viele Legenden gelesen, und es ist für mich eindeutig, dass die Jesusgeschichten nicht in diese Gattung passen. Sie sind nicht kunstvoll genug, um Legenden zu sein. In der Darstellung ihrer Inhalte sind sie unbeholfen, sie arbeiten die Dinge nicht sauber heraus. Der größte Teil des Lebens Jesu bleibt uns genau so unbekannt wie das Leben irgendeines seiner Zeitgenossen. Kein Volk, das einen seiner Helden zum legendären Heiligen erheben wollte, würde so etwas zulassen. Auch kenne ich, außer einigen Teilen aus den platonischen Dialogen, in der Literatur des Altertums keinerlei Gespräche, wie sie etwa im Johannesevangelium vorkommen. Bis fast in unsere Zeit gab es sie einfach nicht. Erst vor etwa hundert Jahren, mit dem Aufkommen des realistischen Romans, fand das Gespräch Eingang in die Literatur. Und noch ein anderer Aspekt: In der Geschichte von der Ehebrecherin wird uns erzählt, Jesus habe sich gebückt und mit dem Finger etwas in den Staub gekritzelt. [„Dies aber sagten sie, ihn zu versuchen, damit sie etwas hätten, um ihn anzuklagen. Jesus aber bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde.“ (Joh 8:6)] Dieser Hinweis bringt nichts ein. Niemand hat je eine Lehre darauf gegründet. Aber solch kleine unbedeutende Details nur zu erfinden – das wäre ein ganz moderner Kunstgriff. Ist nicht die einzige Erklärung für diese Schilderung die, dass es sich wirklich so zugetragen hat? Der Schreiber erzählte es, einfach weil er es gesehen hatte.”
